Abgeltungsteuer

Die Abgeltungsteuer im Jahr 2016

Bild zeigt einen TaschenrechnerKapitalerträge aus Zinsen, Dividenden, sowie Gewinne aus Wertpapierverkäufen müssen in Deutschland versteuert werden. Dies ist seit dem 01.01.2009 durch das Unternehmenssteuerreformgesetz in Form der sogenannten Abgeltungsteuer geregelt. Pauschal werden dabei 25% des Kapitalertrags (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) an Steuern erhoben.

Wie erfolgt die Erhebung der Abgeltungsteuer?

Die Abgeltungsteuer wird als Quellensteuer erhoben. Die Erhebung erfolgt also direkt an der Quelle. Der fällige Betrag wird vom jeweiligen Kreditinstitut unmittelbar an das Finanzamt weitergegeben. Wer also eine Zinsgutschrift auf sein Tagesgeldkonto erhält, bekommt den Zinsertrag abzüglich des Abgeltungsteuerbetrags gutgeschrieben. Auf diese Weise erfordern derartige Kapitalerträge keine Steuererklärung.

Wie viel bleibt am Ende übrig?

Die Abgeltungsteuer beträgt pauschal 25% des Kapitalertrags plus Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% der Abgeltungsteuer. Ist man Mitglied der Kirche kommt je nach Bundesland noch Kirchensteuer in Höhe von 8 bzw. 9% der Abgeltungsteuer oben drauf. In der Summe entspricht das einem Steuersatz von 26,375% ohne Kirchenmitgliedschaft und 27,819% bzw. 27,995% mit Kirchenmitgliedschaft.


Dank des Sparerpauschbetrags kann man sich jedoch bis zu 801€ pro Person und Jahr von der Abgeltungsteuer befreien lassen. Bei Ehepaaren verdoppelt sich dieser Betrag auf 1602€ pro Jahr. Sollten die Kapitalertäge den Sparerpauschbetrag pro Jahr nicht überschreiten, so fällt keine Abgeltungsteuer an. Voraussetzung dafür ist der sogenannte Freistellungsauftrag. Dieser muss der Kontoführenden Bank erteilt werden. Die Erteilung muss schriftlich erfolgen, kann jedoch seit geraumer Zeit auch elektronisch mittels Onlinebanking durchgeführt werden.


Überschreiten Sie die jährlichen Kapitalertäge den Sparerpauschbetrag in Höhe von 801€ pro Person, so bleiben maximal 73,625% des Kapitalertrags übrig. Bei einem Zinsertrag über 1000€ ohne Kirchenmitgliedschaft würde die Rechnung wie folgt aussehen:

Zinsertrag:1000€
Sparerpauschbetrag:801€
versteuernder Restbetrag:1000€ - 801€ = 199€
zu zahlender Abgeltungsteuerbetrag:199€ * 0,26375 = ~52,49€
Differenz
Abgeltungsteuerbetrag und zu versteuernder Betrag:
199€ - 52,49€ = 146,52€
Restgewinn:146,52€ + 801€ = 947,52€

Eine Ausnahme bildet hier eine Sonderregelung für Geringverdiener: Liegt der persönliche Einkommensteuersatz unterhalb der pauschalen 25%, so kann man Antrag auf Veranlagung der Kapitaleinkünfte zur Einkommensteuer stellen. Auf diese Weise erhält man den zu viel bezahlten Betrag nachträglich vom Finanzamt zurück.

Was sollte man also beachten?

1. Höhe des Sparerpauschbetrags

Überprüfen Sie, wie hoch Ihr Steuerpauschbetrag ist. Jeder ledige Sparer ist mit 801€ pro Jahr von der Abgeltungsteuer befreit. Ist man verheiratet, so verdoppelt sich der Betrag auf 1602€.

2. Erteilung eines Freistellungsauftrags

Ist die Höhe des Sparerpauschbetrags bekannt, so sollte man einen Freistellungsauftrag erteilen. Es ist möglich mehrere Feistellungsaufträge zu erteilen. Man sollte also in etwa abschätzen wie hoch die erwarteten Kapitalerträge ausfallen. Hat man Geld bei mehreren verschiedenen Banken liegen, so sollte man den verfügbaren Sparerpauschbetrag möglichst genau auf die verschiedenen Banken aufteilen. Bei der Berechnung der Anlageerträge sollten weitere Faktoren, wie der Zinseszinseffekt oder sonstige Zahlungen beachtet werden.

3. Überprüfung des persönlichen Einkommensteuersatz

Prüfen Sie, ob Ihr persönlicher Einkommensteuersatz unter den 25% der Abgeltungsteuer liegt. Sollte dies der Fall sein, können Sie Antrag auf Veranlagung der Kapitaleinkünfte zur Einkommensteuer stellen. Zu viel bezahlte Steuern erhalten Sie daraufhin vom Finanzamt zurück.


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Stand: 11.01.2016