Kreditkartenlimit – bis hier und nicht weiter

Auch wenn eine Kreditkarte dazu verleitet, unbegrenzt einzukaufen oder zu bezahlen, hat sie ein Limit. Hast du dieses Kreditkartenlimit erreicht, kannst du nicht mehr mit der Karte zahlen. Um das zu vermeiden, solltest du immer auf deine Ausgaben achten und die Kreditfunktion deiner Karte mit Bedacht nutzen. Wähle den Kreditrahmen so, dass es zu deiner finanziellen Situation passt. Natürlich hat hier auch deine Bank ein Wörtchen mitzureden.

Was ist das Kreditkartenlimit?

Kreditkarten bieten nahezu endlose finanzielle Möglichkeiten. So kannst du beispielsweise jederzeit Bargeld abheben oder on- und offline bezahlen. Das macht es natürlich leicht, damit viel Geld auszugeben. Doch irgendwann ist eine Grenze erreicht: Das Kreditkartenlimit ist die Obergrenze des Kreditrahmens, der dir als Kreditkarteninhaber:in zur Verfügung steht. Dabei bestimmt die Bank, welcher Verfügungsrahmen für die Kreditkarte gilt. Ein Limit haben sowohl kostenlose Kreditkarten als auch gebührenpflichtige.

Wie legt die Bank dein Kreditkartenlimit fest?

Es gibt einige Kriterien, die die Bank prüft, bevor sie ein Kreditkartenlimit festlegt. Das erste Mal passiert das, wenn du die Karte beantragst. Welche Kriterien das im Detail sind, hängt vom Kreditinstitut ab. In der Regel schließen sie folgende Aspekte in ihre Überlegungen mit ein:

  • Höhe deines Einkommens
  • Art und Dauer deines Beschäftigungsverhältnisses
  • Höhe deiner Ersparnisse
  • Bestehende Geldanlagen
  • Schuldenhöhe und -häufigkeit
  • Treue zur Bank: In der Regel wird das Kreditkartenlimit erhöht, wenn du dem Bankinstitut viele Jahre treu bleibst und eine gute Zahlungsmoral bewiesen hast

Achtung: Sollzinsen bei Teilzahlung nicht vergessen

Wenn du ein besonders hohes Kreditkartenlimit anstrebst, solltest du das vielleicht noch einmal überdenken. Je nach Kreditkarte gibt es einen gewissen Zeitraum, in welchem du deine Kreditkarten-Schulden ohne weitere Kosten ausgleichen kannst. Häufig ist dieser aber kaum länger als 30 Tage. Im Anschluss kann es sein, dass du für deinen Kredit hohe Gebühren in Form von Zinsen bezahlen musst. Auf lange Sicht verschlechtert der als Überbrückung gedachte Kredit deine Lage zusätzlich. Daher ist ein hoher Verfügungsrahmen nur für Kund:innen geeignet, die über einen großen finanziellen Spielraum verfügen. Auch Karten mit monatlicher oder täglicher Abbuchung weisen ein Limit auf. Hier werden die Schulden dann aber kurz danach oder spätestens am Ende des Monats von deine Girokonto abgebucht, so dass du keine Zinsen zahlen brauchst.

Höhe des Limits

Eine grundsätzliche Angabe zur Höhe des Kreditkartenlimits können wir nicht machen. Denn ob du ein Limit erhältst und wie hoch es ist, hängt von vielen Faktoren ab. Besonders ausschlaggebend für die Vergabe eines Kreditkartenlimits ist natürlich deine Bonität.

  • Bonität: Deine Bonität wird bei der Erstbeantragung ermittelt. Je nach Bonität gibt es standardmäßig einen sogenannten Verfügungsrahmen. Dieser kann beispielsweise 500, 1.000 oder 1.500 Euro betragen. In manchen Fällen kannst du aber auch ein deutlich höheres Limit der Kreditkarte bekommen – wenn deine Bonität stimmt. Kreditkartenlimits in Höhe des zwei- bis dreifachen Nettomonatseinkommens sind möglich. Wie du deine Bonität verbessern kannst, erfährst du in unserem SCHUFA-Ratgeber.
  • Zahlungsmoral: Bist du länger bei der Bank, wird dir nach einiger Zeit häufig ein höherer Kreditrahmen eingeräumt. War deine Zahlungsmoral immer gut, honoriert die Bank das dementsprechend.
  • Persönliche Bedürfnisse: Natürlich können auch deine eigenen Bedürfnisse ein Kriterium für die Höhe des Kreditrahmens sein. So benötigen Vielreisende oder Geschäftsleute, die ihre Karten schon allein für die Buchung von Hotels und Flügen häufig einsetzen und so einen höheren Umsatz erzielen, ein entsprechend hohes Kreditkartenlimit. Umgekehrt steht es dir natürlich auch frei, dein Limit zu verringern.

Ein Limit gibt Sicherheit

Sieh das Kartenlimit nicht nur als Beschränkung, sondern auch als Sicherheitsfaktor: Verlierst du deine Kreditkarte und wirst Opfer eines Betrugs, so ist das Geld zunächst einmal weg. Hast du fahrlässig gehandelt, erhältst du im Ernstfall dein Geld nicht wieder. Dann kommt dir ein kleineres Limit entgegen. Ein überhöhtes Kreditkartenlimit könnte sich hingegen in so einem Fall rächen. Du solltest den Kreditrahmen so gering halten, dass dieser nicht deutlich über deinem eigentlichen Bedarf liegt. Das gibt Sicherheit. Wenn du regelmäßig Monatsumsätze von 200 Euro mit der Kreditkarte tätigst, brauchst du sicherlich kein Limit in Höhe von 2.000 Euro, sondern allenfalls 500 Euro Kreditrahmen.

Kreditkartenlimit aufgebraucht: Was tun?

Hast du den Verfügungsrahmen ausgereizt, kannst du die Karte zunächst nicht weiter einsetzen. Häufig bieten Banken jedoch die grundsätzliche Möglichkeit, den Kreditrahmen zu erhöhen, indem du Geld auf das Kreditkartenkonto einzahlst und so das Guthaben erhöhst. Das ist zum Beispiel bei einem Auslandsurlaub sinnvoll. Merkst du, dass das Limit regelmäßig nicht ausreicht, ist es am besten, wenn du dich mit der Bank in Verbindung setzt und mit dieser nach einer Lösung suchst.

Kreditkarten ohne Limit? Nur für sehr Reiche

Kreditkarten ohne Limit gibt es nur für wenige sehr reiche Menschen. Nicht einmal die berühmte schwarze „Centurion“-Kreditkarte von American Express, der Inbegriff der Luxuskreditkarten, ist ohne Limit erhältlich. Selbstverständlich ist dieses allerdings sehr hoch.

Kreditkartenlimit nachträglich erhöhen

Bei Vergabe der Kreditkarte wird das Kreditkartenlimit pauschal festgelegt. Verbessert sich deine Bonität, kann die Bank den Wert auch aufstocken. Eine Erhöhung des Limits wird begünstigt, wenn du schon länger bei einem bestimmten Anbieter bist und gezeigt hast, dass du etwaige Kreditkartenrechnungen zuverlässig bezahlst. Manche Banken erhöhen dein Kartenlimit ungefragt, meist musst du aber selbst auf die Bank zugehen.

Sonderfall Urlaub

Gerade im Urlaub brauchst du womöglich mehr finanziellen Spielraum. Willst du deinen Kreditrahmen nicht permanent erhöhen, kannst du mit deiner Bank auch nur eine einmalige Erhöhung vereinbaren oder dein Limit später wieder heruntersetzen lassen.

Bedenke außerdem, dass bei Hotel- oder Mietwagenbuchungen womöglich ein bestimmter Betrag vorab geblockt wird, der dein Kartenlimit für weitere Ausgaben reduziert. Reicht dein Kreditrahmen nicht aus, musst du Guthaben auf dein Kartenkonto einzahlen.

Das Kartenlimit ändern

Die Höhe des Kreditkartenlimits ist in aller Regel auf der Kreditkartenrechnung oder im Online Banking ersichtlich. Die meisten Banken bieten die Möglichkeit, das Kartenlimit ohne großen Aufwand abzuändern. In der Regel genügt hierzu ein Anruf. Allerdings musst du zumeist auch Nachweise dafür erbringen, dass du über eine entsprechende Bonität verfügst.

Zu niedriges Kreditlimit vermeiden

Natürlich kannst du dich auch für ein niedrigeres Kreditkartenlimit als das von der Bank angebotene entscheiden. Zu tief solltest du aber auch nicht gehen, da ansonsten schnell die Gefahr droht, dass das Kartenlimit erreicht wird und Zahlungen abgelehnt werden.

Gar kein Limit mehr?

Wenn du eigentlich keine Lust auf ein Kreditkartenlimit hast, dann ist eine Prepaid-Kreditkarte die Alternative. Mit ihr kannst du grundsätzlich nur aus Guthaben bezahlen, das du vorher auf die Karte geladen hast. Solche Karten lohnen sich vor allem dann, wenn du schon Schulden hast und dich nicht zu weiteren verleiten lassen willst.

Saskia arbeitet seit 2017 im Finanzbereich und hat dort auch ihr Volontariat absolviert. Ihre Schwerpunkte liegen vor allem bei den Themen Wertpapierdepot sowie Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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