Ratgeber Sicher Reisen: Zoll

Zollbestimmungen in Deutschland

Oft folgt auf einen ausgedehnten Shopping-Trip das große Erwachen am Flughafen: Der Zoll schlägt zu. Wer zu verzollende Waren hat und im Flughafen den falschen Ausgang wählt, macht sich strafbar. Doch auch der ehrliche Reisende, der seine Waren beim Zoll anmeldet, muss oft hohe Zollgebühren zahlen.

Die Zollgebühren

Innerhalb der EG fallen keine Zollgebühren an. Hier müssen Sie also nichts anmelden. Voraussetzung ist, dass es sich um erlaubte Waren handelt und dass sie nicht zu gewerblichen Zwecken genutzt werden. Gerade bei Tabakwaren und Alkohol sind Grenzen einzuhalten. Sie können also nicht beliebig viele Zigaretten von einem ins andere Land transportieren.


Außerhalb der EG gibt es Beschränkungen: Hier ist in der Regel Einfuhrzoll zu zahlen. Für jedes Land gelten individuelle Werte, über dem Sie Waren anmelden müssen. Sie sollten also im besten Falle die Quittungen aufheben und Sie am Zoll vorzeigen. Außerdem gelten Einfuhrbestimmungen, beispielsweise für Lebensmittel. Da die Bestimmungen hier abweichen, sollten Sie sich direkt beim Zoll über Ihr Land informieren.


Wenn Sie Ware am Zoll anmelden, wird eine Zollgebühr fällig, die sich nach Art der Ware richtet. So zahlen Sie für Textilien beispielsweise 12% des Warenwerts, für CDs und DVDs 3,5%. Außerdem müssen Sie die Mehrwertsteuer zahlen (19% bzw. 7%).


Es lohnt sich also, vorab zu vergleichen, ob ein Schnäppchen aus dem Ausland wirklich noch ein Schnäppchen bleibt, wenn Sie die deutsche Grenze passieren.

Die Mehrwertsteuer sparen

Da Sie für die Waren bereits im Ausland Mehrwertsteuer gezahlt haben und anschließend nochmals beim Zoll die deutsche Mehrwertsteuer zahlen müssen, ist es ratsam, sich die Mehrwertsteuer aus dem Ausland zurückzuholen.


Sie haben dazu zwei Möglichkeiten: Zum Einen zeigen Sie die Ware originalverpackt oder mit Etikett am Zoll vor, inklusive Quittung. Beim Zoll erhalten Sie dann eine Bestätigung, die Sie an den Händler Ihres Reiselands zurückschicken können. Dieser erstattet Ihnen dann nachträglich die Mehrwertsteuer in der Höhe, die im Urlaubsland gilt.


Viele Geschäfte bieten dieses steuerfreie Einkaufen auch von sich aus an. Gerade in größeren Warenhäusern oder bekannten Ketten ist dies möglich. Achten Sie auf die Aufschrift „Tax Free“ am Eingang. Diese Läden stellen Ihnen gleich einen Scheck über die anfallende Mehrwertsteuer aus, die Sie sich dann am Flughafen an sogenannten „Refund Schaltern“ zurückholen können. Auch hier ist wichtig, dass Sie die Quittungen aufheben.

    Was Sie wissen sollten:
  • Wie viel Zollfreibetrag haben Sie?
  • Welche Waren dürfen nicht ein- oder ausgeführt werden?

Fazit: unbedingt Zollgebühren und -bedingungen checken

Wer durch den grünen Ausgang am Zoll geht und somit angibt, nichts zu verzollen zu haben, macht sich strafbar. Unwissen schützt hier nicht vor Strafe. Es liegt in der Pflicht des Reisenden, sich über die Zollbestimmungen zu informieren und diese korrekt einzuhalten.


In schlimmen Fällen winken Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen. Den Zoll zu betrügen ist also kein Kavaliersdelikt. Auch was verbotene Waren angeht, sollten Sie sich informieren. Im Zweifelsfall müssen Sie die erstandene Ware am Flughafen abgeben.


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