Die SCHUFA: Wie sie funktioniert, wie Sie Ihre Daten abfragen und Ihre Bonität verbessern

Die SCHUFA speichert Informationen über die Bonität von Privatpersonen und Firmen. Vor allem bei Ihren Finanzen spielt die Auskunftei eine wichtige Rolle: Das SCHUFA-Scoring beeinflusst maßgeblich, ob Sie als Kunde ein Girokonto, eine Kreditkarte oder einen Kredit bekommen. Welche Infos die SCHUFA von Ihnen hat und was Sie bei schlechter Bonität tun können, zeigen wir Ihnen hier.

Die wichtigsten Infos in der Zusammenfassung:

  • Die SCHUFA ist ein Unternehmen, das Daten zum Zahlungsverhalten von Privatpersonen und Firmen speichert. Anhand dieser Daten entsteht ein Scoring über Ihre Bonität und dem damit verbundenen Risiko für einen Zahlungsausfall.
  • Vor allem beim Antrag von Bankprodukten, aber auch beim Kauf auf Rechnung oder für Mobilfunkverträge, spielt das SCHUFA-Scoring eine wichtige Rolle und entscheidet mit, ob Sie ein Produkt erhalten oder nicht.
  • Sie haben die Möglichkeit, eine Auskunft über Ihre Bonität bei der SCHUFA abzufragen. Das ist teils sogar kostenlos möglich.
  • Wenn Sie ein Girokonto oder eine Kreditkarte brauchen und eine negative SCHUFA haben, können Sie selbst ein paar Maßnahmen ergreifen, um Ihre Bonität zu verbessern.
  • Bleibt Ihre Bonität auch weiterhin schlecht, gibt es jedoch Alternativen: Guthabenkonten und Prepaid-Kreditkarten kommen meist ohne SCHUFA-Abfrage aus. Banken müssen per Gesetz mit dem Basiskonto eine SCHUFA-freie Option bieten. Wir zeigen Ihnen passende Angebote.

Wer ist die SCHUFA?

Die SCHUFA ist ein privates Unternehmen, das Daten über das Zahlungsverhalten von Personen und Firmen sammelt. Es legt dabei ein sogenanntes Scoring an, eine Art Punktesystem. Damit kann die SCHUFA das Zahlungsverhalten einer Person einschätzen. Diese Infos kann sie dann bei Bedarf an Banken oder Mobilfunkunternehmen weitergeben. Wann immer ein Kunde ein Produkt nutzen möchte, mit dem er sich verschulden könnte, beispielsweise einen Kredit, einen Mobilfunkvertrag, oder einen Kauf per Rechnung tätigt, wird eine SCHUFA-Abfrage gemacht. Anhand der bereits vorliegenden Daten wird der Kunde dann abgelehnt oder nicht.

Doch nicht nur Banken, Online-Händler oder Mobilfunkanbieter sind berechtigt, Ihre Daten abzurufen. Auch Sie selbst können sich die gespeicherten Informationen zu Ihrer Person ansehen oder sogar Einfluss darauf nehmen. Wie Sie eine SCHUFA-Abfrage machen und wie Sie Ihren Score positiv beeinflussen können, erfahren Sie weiter unten im Text.

Alles zu den Daten der SCHUFA

Welche Daten die SCHUFA über Sie hat – und welche nicht

Die SCHUFA speichert ausschließlich Daten, die Ihre Kreditwürdigkeit zeigen. Dazu gehören Informationen über Finanzprodukte oder Handyverträge, die Sie in der Vergangenheit hatten oder aktuell haben. Außerdem weiß die die SCHUFA, ob Sie offene Rechnungen und Schulden haben oder diese beglichen haben. Um diese Informationen zuordnen zu können, sind außerdem Informationen wie Ihr voller Name, Geburtsdatum und Anschrift bekannt.

Und welche Daten hat die SCHUFA nicht? Die SCHUFA sammelt nichts über Ihren Beruf, Einkommen oder Vermögen, Ihren Familienstand, Nationalität oder Vereins-Mitgliedschaften oder Religionszugehörigkeiten. Aus diesem Grund fragen Banken bei Kontoanträgen gewisse Informationen gesondert ab. So ist ein festes Einkommen natürlich eine brauchbare Information für die Bank, um Ihre Bonität einschätzen zu können.

Score-Wert, Ratingstufe und Erfüllungswahrscheinlichkeit

Auf Ihrer Selbstauskunft erhalten Sie verschiedene Daten: Score-Wert, Ratingstufe und Erfüllungswahrscheinlichkeit. Ihr Score kann von 0 bis zu 9.999 Punkte betragen. Je höher der Wert ist, desto besser schätzt die SCHUFA Ihre Bonität ein. Der Score-Wert wird in eine Ratingstufe (A-P) übersetzt. Für einzelne Branchen wird jeweils ein eigener Punktewert ermittelt, aus dem sich dann eine Gesamtbewertung berechnet. Wie genau die SCHUFA den Score-Wert errechnet, ist nicht bekannt. Anhand dessen wird dann ein Prozentwert ermittelt, der das Ausfallrisiko bei einem zukünftigen Geschäft beschreibt (Erfüllungswahrscheinlichkeit):

Grafik zeigt die Erfüllungswahrscheinlichkeit
Die Erfüllungswahrscheinlichkeit für ein zukünftiges Geschäft wird in Prozent angegeben. Hier zeigt sich, wie hoch die SCHUFA das Risiko einschätzt, dass ein Kunde Rechnungen oder Raten nicht bezahlen kann.

Statistische Faktoren spielen eine Rolle

Vor allem, wenn über einen Verbraucher keine oder nur sehr wenige Informationen vorliegen, spielen auch statistische Faktoren eine Rolle. In Ihrer Datenabfrage erhalten Sie auch eine Einschätzung namens „Risiko in den Datenarten“. Unter diesem Punkt finden sich auch Informationen zu sogenannten „Allgemeinen Daten“. Hier kommen auch statistische Werte zum Einsatz: Alter, Geschlecht, häufige Adresswechsel oder auch der Wohnort. So sind junge Männer beispielsweise statistisch gesehen häufiger verschuldet als Frauen oder Ältere. Wie genau sich diese allgemeinen Werte auswirken, ist jedoch nicht bekannt. Die SCHUFA muss ihre Berechnung nicht offenlegen. Gerade für Personen, die wenige Daten bei der SCHUFA gespeichert haben, können die allgemeinen Daten jedoch zum Problem werden.

90 Prozent der SCHUFA-Daten sind positiv

Laut eigenen Angaben sind bei 90 Prozent der Personen, die bei der SCHUFA erfasst sind, nur positive Informationen vermerkt. Diese Personen haben ihre Schulden also immer fristgerecht beglichen und Rechnungen pünktlich bezahlt.

Mit welcher Berechtigung darf die SCHUFA diese Daten überhaupt sammeln?

Die SCHUFA ist keine staatliche Behöre, sondern ein Privatunternehmen. Sie darf nur Daten sammeln, die ihr freiwillig von Vertragspartnern übermittelt wurden. Dazu gehören Banken, Versicherungen, Händler und so weiter. Auch öffentliche Verzeichnisse wertet sie aus (zum Beispiel über Insolvenzverfahren).

Schließen Sie einen Vertrag mit einem Unternehmen ab, das mit der SCHUFA zusammenarbeitet, willigen Sie in die Übermittlung der Daten an die Auskunftei ein. Diese Information finden Sie in den Vertragsdetails oder in den AGB. Auch wenn Sie ein neues Produkt beantragen, findet sich dort ein Hinweis, dass eine SCHUFA-Abfrage gemacht wird.

So lange werden Daten gespeichert

Daten zum Zahlungsverhalten werden nicht ewig gespeichert, denn schließlich kann sich die finanzielle Situation ändern. So kann Ihre Bonität nach einiger Zeit auch schon wieder ganz anders aussehen. Hier eine Übersicht über die Fristen:

Girokonten, Kreditkarten oder Internetverträge:Direkt nach Beendigung dieser Verträge
Kredite:Drei Jahre nach Rückzahlung des gesamten Kredits
Kreditanfragen:12 Monate nach Antragstellung
Insolvenzverfahren:Drei Jahre nach Beendigung
Vollstreckungen:Nach drei Jahren oder früher, wenn der SCHUFA ein Nachweis vorliegt

So fragen Sie Ihren SCHUFA-Score ab

Es gibt viele Gründe, den SCHUFA-Score in Erfahrung zu bringen. Einerseits können Sie sich dann selbst einen Eindruck davon machen, welche Informationen die SCHUFA über Sie hat und ggf. auch Daten löschen lassen (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Doch manchmal braucht man den SCHUFA-Wert auch zur Weitergabe an Dritte, beispielsweise an einen Vermieter. Für diese verschiedenen Zwecke stehen Ihnen unterschiedliche Abfragen zur Verfügung, die auch unterschiedlich viel kosten:

  • SCHUFA-BonitätsAuskunft: Zur Weitergabe an Geschäftspartner, zum Beispiel den Vermieter. Die Info können Sie online über ein Formular anfragen. Sie erhalten dann ein Zertifikat per Post, das Ihren SCHUFA-Score darstellt, ohne konkrete Daten zu nennen. Hier erhalten dritte Personen eine Einschätzung über Ihre Zahlungsfähigkeit, unterteilt in Branchen. Sie fordern diese Information einmalig ohne Registrierung an.
    (29,95 Euro je Abfrage)
    Direktlink zum Antrag
  • meineSCHUFA: Diese SCHUFA-Abfrage ist zu Ihrem eigenen Gebrauch und beinhaltet auch die Option, eine Bonitätsauskunft an Dritte zu erstellen. Bei dieser Variante können Sie sich online registrieren und Ihre Daten abrufen. Sie schließen dabei ein Abo ab. Es gibt drei verschiedene Versionen: kompakt, plus und premium. Enthaltene Leistungen sind je nach Modell die Möglichkeit, Daten tagesaktuell abzufragen, telefonische Beratung, Hilfe bei Identitätsdiebstahl und vergünstige oder kostenlose Bonitätsauskünfte für Dritte (siehe 1.).
    (3,95 bis 6,95 Euro pro Monat plus einmalig 9,95 Euro, mit automatischer Verlängerung)
    Direktlink zum Antrag
  • Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO): Die kostenlose Version der SCHUFA-Auskunft. Sie erhalten einmalig ein Schreiben per Post, das Auskunft über die zu diesem Zeitpunkt gespeicherten Daten gibt. Dieses Dokument enthält vertrauliche Informationen, die nur für Sie bestimmt sind und sich nicht zur Weitergabe an Dritte eignen. Es ist aber nicht verboten, die Datenkopie weiterzugeben, wenn man es möchte und zum Beispiel dem Vermieter genügt.
    (0 Euro, einmal pro Jahr)
    Direktlink zum Antrag

Vorsicht vor Betrügern

Es gibt Dienstleister, die Kunden eine Datenkopie der SCHUFA-Einträge vermitteln. Von solchen Angeboten sollten Sie aber absehen. Meist sind die kostenpflichtig – bei der SCHUFA erhalten Sie die gleiche Information gratis. Außerdem müssen Sie persönliche Informationen an Dritte weitergeben. Fordern Sie die Datenkopie also immer direkt über die SCHUFA an.

SCHUFA-Daten löschen lassen

Die meisten Daten löscht die SCHUFA nach einer gewissen Frist automatisch (siehe Tabelle So lange werden Daten gespeichert). Sind die Einträge korrekt und fristgerecht hinterlegt, haben Sie hier also keine Möglichkeit, die Informationen vorzeitig löschen zu lassen. Anders verhält es sich, wenn die Daten nicht mehr aktuell oder falsch sind. Das sind unter anderem:

  • Falsche Zuordnungen: Unter Ihrem Namen sind Informationen gespeichert, die Sie gar nicht betreffen. Das kann beispielsweise bei Namensgleichheit passieren.
  • Geringfügigkeit: Sie haben Schulden unter dem Wert von 2.000 Euro beglichen. Diese können Sie sofort löschen lassen.
  • Fehler der Anbieter: Manchmal versäumen Banken oder Schuldner auch, der SCHUFA mitzuteilen, dass Sie Ihre Schulden beglichen haben.
  • Titulierte Forderungen: Dieses Dokument bildet die Grundlage für eine Zwangsvollstreckung. Sind die Schulden abbezahlt, können Sie den SCHUFA-Eintrag löschen lassen. Dafür müssen Sie jedoch einen Beweis vorlegen und der Gläubiger muss zustimmen.

Und so gehen Sie für eine Löschung vor:

  • Fordern Sie eine Datenkopie an. Das geht ganz einfach online über ein Formular und ist kostenlos.
  • Prüfen Sie alle Einträge: Gehören diese Daten wirklich zu Ihrer Person? Haben Sie die aufgelisteten Schulden bereits beglichen? Sind die Löschfristen korrekt oder sollten die Daten längst gelöscht sein?
  • Kontakt mit der SCHUFA aufnehmen: Stimmt etwas nicht, fordern Sie die Löschung an. Das können Sie entweder telefonisch oder schriftlich tun. Letzteres empfiehlt sich, da Sie dann auch gleich Nachweise mitschicken können. Dazu gehören beispielsweise Kontoauszüge oder Schriftverkehr. Setzen Sie ein kurzes Schreiben auf mit der Bitte, Ihren Sachverhalt zu prüfen und die betreffenden Einträge zu löschen.
  • Zwar wird die SCHUFA nun die betreffende Stelle kontaktieren, von dem der Fehler ausging. Doch Sie können sich parallel auch an die entsprechende Bank oder den Händler wenden.
  • Läuft alles glatt, wird Ihr Eintrag gelöscht. Dies kann jedoch einige Wochen dauern. Und was passiert, wenn die SCHUFA sich weigert? Dann steht Ihnen der SCHUFA-Ombudsmann zur Verfügung. Die Streitschlichtung kümmert sich kostenfrei um Ihr Anliegen.

Schlechte SCHUFA: Das können Sie tun

Natürlich gibt es Grenzen bei der Verbesserung Ihres SCHUFA-Scores. Nicht alle Schulden lassen sich einfach begleichen und löschen. Aber ein paar Dinge können Sie selbst beeinflussen, die Ihren SCHUFA-Wert positiv beeinflussen.

  • Rechnungen sofort zahlen oder gleich andere Zahlungsweise wählen: Dass Sie auf Rechnung kaufen, ist per se kein Negativkriterium, wenn Sie die Zahlungen zeitnah tätigen. Vermeiden Sie es aber, immer erst eine oder zwei Mahnungen abzuwarten. Alternativ sollten Sie bei Käufen, wann immer es geht, nicht per Rechnung zahlen, sondern andere Zahlungsformen wie Vorkasse oder Bankeinzug wählen.
  • Nicht zu viele Finanzprodukte abschließen: Wenn Sie häufig Ihr Girokonto wechseln oder mehrere Kreditkarten parallel nutzen, hat das Auswirkungen auf Ihren SCHUFA-Score. Es entsteht der Eindruck, dass Sie etwas verschleiern wollen oder mit Ihrem Geld nicht zurechtkommen, auch wenn das nicht der Fall ist. Beschränken Sie sich lieber auf einige wenige Produkte, die Sie konstant nutzen. Haben Sie Zweitkonten oder -karten, die Sie kaum nutzen, kündigen Sie diese. Natürlich können Sie ein Konto trotzdem kündigen, wenn Sie nicht zufrieden sind. Jedoch sollten Sie nicht ständig Konten wechseln, um beispielsweise Prämien einzustreichen.
  • Altverträge kündigen: Verträge, die Sie nicht mehr aktiv nutzen, sollten Sie ebenfalls kündigen. Halten Sie nur aktive Geschäftsbeziehungen aufrecht, die Sie gerade nutzen. Sortieren Sie also alte Handyverträge und Abos aus, auch wenn sie kaum Geld kosten.
  • Kredite optimieren und zusammenlegen: Laufende Kredite, deren Raten Sie pünktlich bezahlen, können ein positives Signal für die SCHUFA sein. Vermeiden Sie es dennoch, zu viele Kredite parallel laufen zu lassen, da ein einzelner Kredit einen besseren Score bewirkt als mehrere Kleinkredite. Eine Umschuldung hat oft den positiven Nebeneffekt, dass Sie heute günstigere Zinsen zahlen als bei alten Verträgen. Auch viele verschiedene Finanzierungen über Händler sollten Sie vermeiden.
  • Kreditanfragen vermeiden: Es ist heutzutage sehr einfach, online Kredite zu beantragen – wieso also nicht einfach pauschal ein paar Angebote einholen und vergleichen? Doch Vorsicht: Schon diese Anfragen können eine negative Auswirkung auf Ihre SCHUFA-Daten haben. Generell unterscheidet man zwischen Kreditanfragen (Anfrage Kredit – AK) und Konditionsanfragen (Anfrage Kreditkonditionen – KK). Die erste ist ein verbindlicher Antrag, die zweite nur eine Informationsabfrage über mögliche Zinsen und Kosten. Zwar kann auch die Konditionsanfrage in Ihrem SCHUFA-Datenblatt auftauchen, doch sie wirkt sich nicht negativ aus. Im Gegenzug zeigen viele konkrete Kreditanfragen, dass Sie finanzielle Probleme haben und Schwierigkeiten haben, einen Kredit zu erhalten.
    Achten Sie daher bei einem Kreditantrag auf die Angaben der Bank. Meistens findet sich die Information auf der Seite des Anbieters – oder Sie fragen vorab direkt an. Oftmals stellt die Bank bereits im Antrag klar, ob es sich zunächst nur um eine unverbindliche Anfrage handelt und erst eine SCHUFA-Abfrage getätigt wird, wenn Sie danach den Kredit beantragen.
  • Dispo erhöhen: Dass die Bank Ihnen auf Ihrem Girokonto einen Dispokredit eingeräumt hat, ist ein gutes Zeichen. Diesen auch zu nutzen, ist kein Problem. Überziehen Sie Ihr Konto jedoch über den Dispo hinaus, sendet das ein negatives Signal. Den Dispo zu erhöhen, ist ein gutes Mittel, wenn Sie Ihr Konto öfter ins Minus ziehen müssen. Das zeigt auch, dass die Bank Ihnen Vertrauen entgegenbringt.
  • Daten regelmäßig prüfen und vor Missbrauch schützen: Nutzen Sie die kostenlose Datenabfrage aus, die Sie einmal im Jahr stellen dürfen. Dann fallen Ihnen Ungereimtheiten schnell auf. Vor allem, wenn Sie viel im Internet unterwegs sind, sollten Sie sorgsam mit Daten und Zugängen umgehen. Betrüger könnten sonst Ihre Identität missbrauchen. Bleibt dies unbemerkt, wird Ihr SCHUFA-Score womöglich schlecht und Sie wissen nichts davon.

Welche Alternativen habe ich mit schlechter SCHUFA?

Auch wenn Sie alles getan haben, um Ihre Bonität zu verbessern, kann es sein, dass Ihr Score weiterhin schlecht bleibt. Einige Einträge lassen sich schlicht und einfach nicht ändern oder vorzeitig löschen. Doch was ist, wenn Sie trotzdem ein Girokonto oder eine Kreditkarte benötigen?

Basiskonto: Darauf hat jeder Bürger Anspruch

Mit negativem SCHUFA-Score stehen die Chancen auf ein normales Girokonto mit Kreditkarte und Dispozins sehr schlecht. Doch das Gesetz steht auf der Seite der Verbraucher: Das Zahlungskontengesetz besagt, dass jeder EU-Bürger ein Recht auf ein Girokonto hat, um am alltäglichen Leben teilhaben zu können. Das gilt für alle Menschen, die sich rechtmäßig in der EU aufhalten, beispielsweise auch für Personen ohne festen Wohnsitz oder Asylsuchende.

Hier die wichtigsten Eckpunkte zum Basiskonto:

  • Alle Banken, die Zahlungskonten anbieten, müssen auch ein Basiskonto haben.
  • Sie erhalten es nur, wenn Sie kein normales Girokonto haben (hier kommt die SCHUFA mit ihren Daten ins Spiel).
  • Ein Kontoantrag darf nur in Ausnahmefällen abgelehnt werden (beispielsweise Betrug an der Bank oder kriminellen Handlungen mit vorherigen Konten etc.).
  • Ein Basiskonto wird immer über ein Formular beantragt, das Sie online oder (sofern vorhanden) in der Filiale erhalten. Ein direkter Online-Antrag ist nicht möglich.
  • Das Basiskonto darf nur in Ausnahmefällen seitens der Bank gekündigt werden (beispielsweise wenn Sie das Konto über zwei Jahre nicht nutzen oder Sie ein normales Girokonto eröffnet haben und somit die Voraussetzungen für ein Basiskonto nicht mehr erfüllen).
  • Die Kosten für das Basiskonto müssen angemessen sein (der marktübliche Preis dient hier als Referenz).

Ein Basiskonto unterscheidet sich in grundsätzlichen Funktionen nicht von anderen Girokonten und man sieht dem Konto auch nicht an, dass es ein Basiskonto ist. Leistungen, die eine bestimmte Bank bei anderen Konten bietet, werden in der Regel hier genauso angeboten. Unterschiede finden sich im Detail: So wird Ihnen beim Basiskonto kein Dispo eingeräumt und etwaige Geldkarten sind reine Debit- oder Prepaid-Karten ohne Kreditfunktion.

Achten Sie beim Basiskonto genau auf den Preis. Nur die allerwenigsten Basiskonten sind kostenlos. Die Stiftung Warentest hat in ihrem Basiskonto-Test im Oktober 2019 ermittelt, dass die meisten Basiskonten teurer sind als andere Girokonten derselben Bank. Leider gibt es keinen gesetzlich festgelegten Höchstpreis. Doch wurde ein Preis von 8,99 Euro pro Monat plus 1,50 für beleghafte Überweisungen für das Basiskonto der Deutschen Bank vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main als unangemessen hoch einstuft.

Beispiel norisbank

Die norisbank bietet das Basiskonto Girokonto plus, das ohne Bonitätsvoraussetzungen erhältlich ist. Im Gegensatz zum normalen norisbank Girokonto zahlen Kunden eine Kontogebühr. Jedoch sind sowohl Giro- als auch Kreditkarte im Preis inklusive. Die Karten bieten jedoch keine Ratenzahlung: Das Geld wird immer sofort vom Konto abgebucht. Andere Leistungen ähneln denen des normalen Girokontos, beispielsweise kostenlos Bargeld abheben, die Sicherheitsstandards und die Nutzung der Banking-App.

Hier weitere Beispiele für Basiskonten:

comdirectCommerzbankDeutsche Bank DKB
HypoVereinsbank ING N26 norisbank
Postbank

Übrigens: Suchen Sie auf den Webseiten einer bestimmten Bank nach dem Basiskonto, kann es gut sein, dass Sie nicht sofort fündig werden. Viele Anbieter verstecken dieses Angebot gerne. Oftmals ist es nur über die Google-Suche oder das Suchfeld auf der Bank-Seite auffindbar. Kunden mit negativer SCHUFA sind für die meisten Banken leider keine gute Zielgruppe, auch wenn sie mit den Kontogebühren Einnahmen machen. In unserer Übersicht finden Sie Konten, die zumindest halbwegs kundenfreundliche Informationen liefern. Darüber hinaus sind auch regionale Banken und Sparkassen gute Anlaufstellen. Hier müssen Sie allerdings individuell nach Region suchen.

Debit- oder Prepaid-Kreditkarten

Basiskonten verfügen ausschließlich Debit- oder Prepaid-Kreditkarten, keine Karten mit Teilzahlungsfunktion. Ihr Konto wird also entweder sofort belastet oder Sie müssen erst Guthaben aufladen. Bei beiden Versionen ist eine negative SCHUFA kein Problem. Prepaid-Kreditkarten sind auch ohne dazugehöriges Girokonto erhältlich. Mit diesen Kartenmodellen haben Sie die grundsätzlich gleichen Möglichkeiten zum Bezahlen und Bargeldabheben. Allerdings kann es bei bestimmten Funktionen Probleme geben: Zum einen gibt es oft ein Limit, was Sie maximal aufladen oder auch auf einmal ausgeben dürfen. Zum anderen werden beide Karten eventuell nicht für die Zahlung von Hotels oder Mietwagen zugelassen. Hier dienen Kreditkarten auch als Sicherheit für den Händler, der sich eine Art Kaution auf Ihrem Kartenkonto blockt. Bei Prepaid-Karten gibt es diese Funktion meist nicht.    

Unterschiede vom Basiskonto zu Guthabenkonten und Pfändungsschutzkonten

Ein Basiskonto ist immer auch ein Guthabenkonto. Der Begriff Guthabenkonto bedeutet jedoch lediglich, dass man das Konto nicht überziehen kann. Es gibt daher auch Konten auf Guthabenbasis, die keine Basiskonten im Sinne des Zahlungskontengesetzes sind. Dazu gehören beispielsweise Girokonten für junge Leute und Studenten. Ein Pfändungsschutzkonto – oft auch P-Konto genannt – hat seine Funktion bereits im Namen: Es schützt den Kontoinhaber vor der Pfändung des Kontoguthabens. Jeder kann sein Girokonto in ein P-Konto umwandeln lassen, dafür besteht ein gesetzlicher Anspruch. Auch ein Basiskonto ist hierfür geeignet.

Weitere wichtige Fragen zur SCHUFA

Wofür steht SCHUFA?

SCHUFA steht für Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung.

Wer steht hinter der SCHUFA?

Die SCHUFA gibt es seit 1927 und wird seitdem privatrechtlich geführt. Seit 2000 ist sie eine Aktiengesellschaft. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen über 67 Millionen Kundendaten und 6 Millionen Unternehmensdaten gespeichert.

Hat die SCHUFA Daten über mich?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ja. Sobald Sie einen Vertrag abschließen, ein Girokonto haben oder Schulden machen, wird dies bei der SCHUFA gespeichert – jedoch nicht für immer.

Welche Daten hat die SCHUFA?

Die SCHUFA hat allgemeine Daten zu Ihrer Person, wie Adresse und Geburtsdatum. Darüber hinaus besitzt sie Informationen über bestehende Konten und Verträge, Schulden sowie über Ihre Zahlungsmoral bei Rechnungen und Krediten.

Kann ich trotz negativer SCHUFA einen Dispo oder eine echte Kreditkarte erhalten?

Nicht jede Bank hat gleich strenge Kriterien. Auch wenn Ihr SCHUFA-Score immer gleich ist, hat jede Bank andere Vorgaben. In der Regel erhalten Sie mit schlechtem SCHUFA-Score jedoch weder einen Dispo noch eine echte Kreditkarte mit Teilzahlungsfunktion.

Kann ich SCHUFA-Daten löschen lassen?

Unter gewissen Voraussetzungen ja. Dazu müssen die Daten aber veraltet oder fehlerhaft sein. Das können Sie mit einer Datenabfrage prüfen und ggf. an die SCHUFA melden. Mehr dazu erfahren Sie im Absatz SCHUFA-Daten löschen lassen.

Julia bewegt sich seit 2011 im Umfeld Finanzen. Als Expertin für Verbraucherthemen wie Girokonto, Kreditkarte und Versicherungen hat die studierte Germanistin und Amerikanistin immer einen Tipp auf Lager.
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