ETF-Sparplan: In kleinen Schritten zum Ziel

In den letzten Jahren haben sich ETFs zu einem der beliebtesten Investments an der Börse entwickelt. Das liegt vor allem daran, dass ETFs sowohl von renditeorientierten als auch risikobewussten Anleger:innen als lohnendes Investment betrachtet werden. Mit einem Sparplan auf ETFs können auch Menschen mit kleinem Budget an der Börse loslegen.

In Anlageportfolios spielen ETFs eine immer zentralere Rolle. Denn sie eignen sich vor allem für langfristige Sparvorhaben und die Altersvorsorge. Es gibt zwei Optionen: Einmalig in einem ETF-Indexfonds Geld anlegen oder mit einem Sparplan regelmäßig kleinere Beträge einzahlen. Im letzten Fall kaufen Anleger:innen in regelmäßigen Abständen Anteile des Indexfonds. Auf diese Weise erhöht sich die investierte Summe kontinuierlich mit jeder Sparrate.

Pro
  • Weniger schwankungsanfällig als Aktiensparläne
  • Keine Fehler durch Fondsmanagement möglich
  • Günstige Anschaffungskosten
  • Kostenlose Sparpläne möglich (Anbieterabhängig)
  • Flexibel anpassbar
Kontra
  • An die Entwicklung des zugrundeliegenden Indizes gebunden
  • VL-Sparen nur begrenzt möglich

Eignet sich ein ETF-Sparplan für dich?

ETF-Sparpläne sind vor allem für Sicherheitsbewusste geeignet. ETFs gelten als weniger risikobehaftet als Aktien. Genaue Infos dazu, wie sie funktionieren, findest du im ETF-Ratgeber. Generell musst du weniger Zeit in ein ETF-Investment stecken als es beispielsweise bei Einzelaktien der Fall ist. Eine Aktie kann beständig schwanken, so dass es Sinn macht, die Entwicklung regelmäßig zu kontrollieren. ETFs hingegen schwanken tendenziell weniger und sollten daher auch über viele Jahre laufen, ohne dass du eingreifst. Im Durchschnitt entwickeln sie sich über einen langen Zeitraum eher positiv.

Auch bei Fonds-Sparplänen musst du nicht viel selbst machen. Hier werden die Inhalte allerdings aktiv von Fondmanager:innen ausgesucht. In der Anschaffung sind sie daher meist wesentlich teurer als ihre ETF-Gegenspieler. Möchtest du hingegen mehr Risiko und damit auch potentiell höhere Ertragschancen, eignet sich ein Aktiensparplan für dich.

So funktionieren ETF-Sparpläne

ETF-Sparpläne werden vor allem von Direktbanken und Online-Brokern angeboten. Du eröffnest ein Depot bei einem der Anbieter, der einen Sparplan auf deinen gewünschten ETF im Angebot hat. Anschließend legst du die Modalitäten des Sparplans fest, also Höhe und Intervall der Sparrate. Hier zeigen sich die meisten Anbieter sehr flexibel. Bei den meisten Brokern kannst du monatlich einzahlen, aber auch quartalsweise, halbjährlich oder gar jährlich. Und auch die Höhe der Sparrate kannst du in der Regel nach Belieben festlegen. Lediglich eine Mindestsparrate setzen viele Banken fest. Diese beträgt typischerweise zwischen 25 und 50 Euro.

Ist ein ETF mehr wert als die Rate, die du monatlich investierst, wird er anteilig gekauft. Ist der Kurswert gering, kaufst du mehr Anteile. Steigt er, kaufst du analog weniger. Deine monatliche Rate bleibt aber immer konstant. Man spricht hier von einem Cost-Average-Effekt.

Während der Laufzeit des Sparplans bleibst du flexibel. Du kannst das Intervall ändern oder die Sparrate erhöhen bzw. senken. Wenn es aus irgendeinem Grund nötig wäre, kannst du den Sparplan sogar zeitweise ganz aussetzen. Auch komplett beenden ist natürlich möglich. Damit kann ein ETF-Sparplan also stets an deine aktuelle finanzielle Situation angepasst werden und bietet damit mehr Flexibilität als andere Geldanlagen für die Altersvorsorge.

Video: Wie sinnvoll ist ein ETF-Sparplan?

Mehrere Sparpläne auf den gleichen Index käuflich

Es existiert nicht nur je ein ETF für einen Index. Vielmehr ist es so, dass mehrere Fondsgesellschaften eigene ETFs auflegen, um einen Index abzubilden. Demnach existiert für jeden Index auch mehr als ein Fondssparplan. ETFs auf den Weltaktienindex MSCI World zum Beispiel werden von vielen Fondsgesellschaften angeboten, etwa vom amerikanischen Unternehmen Black Rock (iShares) oder von der Asset-Management-Sparte der Deutschen Bank (db X-Trackers).

Kosten und Gebühren

Kaufst du einen Sparplan, werden dafür in der Regel Ordergebühren sowie eine Sparplan-Gebühr fällig. Diese Kosten sind abhängig vom Anbieter, bei dem du tradest. Manche Broker bieten bestimmte ETF-Sparpläne auch kostenlos an. Dann kosten sie in der Anschaffung und/oder in der regelmäßigen Ausführung nichts.

Die Anbieter nutzen verschiedene Gebührenmodelle, die jeweils bei hohen oder bei niedrigen Sparraten besser geeignet sind. So setzen manche Broker auf eine feste Orderprovision. Dann wird für jede Sparrate – egal, wie hoch sie ist – dieser feste Betrag als Gebühr abgezogen. Andere Anbieter hingegen kombinieren die feste mit einer niedrigen variablen Gebühr, die als prozentualer Anteil am Volumen der Sparrate berechnet wird. Und manche Broker rechnen ausschließlich mit dieser variablen Gebühr. In dem Fall ist sie allerdings höher als bei Anbietern, die mit einer Kombination aus beiden arbeiten.

Depot

290

ETF-Sparpläne

ab 0,00 €

pro Ausführung

25 €

Mindestrate

Depot

600

ETF-Sparpläne

ab 0,00 €

pro Ausführung

25 €

Mindestrate

Depot

300

ETF-Sparpläne

ab 0,00 €

pro Ausführung

25 €

Mindestrate

Grundlegend gilt: Wer eine niedrige Sparrate vereinbaren möchte, erzielt bei einem Modell mit ausschließlich variabler Gebühr die niedrigsten Kosten. Bei hohen Sparraten sind feste Gebühren beziehungsweise Kombimodelle vorteilhafter. In einer kleinen Beispielrechnung werden die Zusammenhänge deutlich:

GebührenmodellSparrate 100 € Sparrate 300 €
Feste Gebühr 2,95 € 2,95 €
2,95 €
Feste Gebühr 2,50 € +
variable Gebühr 0,25 %
2,75 €
3,25 €
Variable Gebühr 1,5 % 1,50 €
4,50 €

Vergleich ausschüttender und thesaurierender Indexfonds

Fonds und ETFs können die Erträge entweder ausschütten oder direkt wieder anlegen (thesaurieren). Während Erstere also regelmäßig erzielte Gewinne an die Anleger:innen auszahlen, reinvestieren thesaurierende ETFs die Gewinne automatisch. Für Sparer:innen sind thesaurierende ETFs in den meisten Fällen besser geeignet. Die automatische Reinvestition sorgt nämlich für einen Zinseszinseffekt, denn künftige Kurssteigerungen werden in dem Fall für die gesamte Summe aus eingezahltem Kapital und wiederinvestierten Gewinnen realisiert.

Investierst du dein Geld dagegen in einen ausschüttenden ETF, erhältst du regelmäßig Gewinne ausgezahlt. Das lohnt sich, wenn du schon während der Laufzeit deines Sparplans eine kleine Rendite möchtest. Im Falle von Sparplänen ist die automatische Wiederanlage aber meist sinnvoller.

Wichtig: Ob ein ETF ausschüttend oder thesaurierend ist, ist vorab festgelegt. Du kannst also nicht selbst entscheiden, was du möchtest. Präferierst du eine Variante, musst du also vorab prüfen, um welches Modell es sich handelt.

Ausstieg auf dem ETF-Sparplan

Hast du einmal in einen ETF-Sparplan investiert, solltest du idealerweise einen längeren Zeitraum dabeibleiben. Kurzfristige Kursschwankungen gleichen sich meist über einen langen Anlagehorizont wieder aus. Der Zeitraum zum Ausstieg ist aber in erster Linie abhängig von deinem Ziel: Sparst du Geld für ein bestimmtes Ereignis an wie einen Immobilienkauf oder deine Rente, solltest du dir vorzeitig Gedanken um einen geeigneten Ausstiegszeitpunkt machen.

Wann du deine ETF-Anteile verkaufst, schlägt sich auf deine Rendite nieder. Idealerweise solltest du einen Zeitpunkt wählen, in dem die Kurse so hoch stehen, dass du mit Gewinn aus der Sache rauskommst. Kurzzeitige Einbrüche wie beispielsweise während der Coronakrise im Frühjahr 2020 sind dann nicht geeignet. Es ist daher wichtig, dir rechtzeitig Gedanken zu machen, wann du aussteigst, vor allem, wenn das Geld deine Altersvorsorge ist.

Vermögenswirksame Leistungen

Auch ein ETF-Sparplan lässt sich fördern. Du erhältst die Förderung durch vermögenswirksame Leistungen (VL) von deinem Arbeitgeber. Mit VL werden dir bis zu 40 Euro pro Monat auf eine Kapitalanlage eingezahlt. Allerdings ist die Auswahl an VL-sparplanfähigen ETFs begrenzt und nur bei bestimmten Anbietern wie der comdirect oder Oskar verfügbar.

Julia bewegt sich seit 2011 im Umfeld Finanzen. Als Expertin für Verbraucherthemen wie Girokonto, Kreditkarte und Depot hat die studierte Germanistin und Amerikanistin immer einen Tipp auf Lager.
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