Aktiengewinne versteuern: So geht’s richtig

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Einkünfte aus Kapitalvermögen müssen versteuert werden. Im Aktienhandel betrifft das in erster Linie Dividenden-Erträge und realisierte Kursgewinne nach dem Verkauf einer Aktie. Die aus Wertpapieren entstehenden Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungssteuer.

Das klingt erst einmal recht simpel – und tatsächlich ist es das auch. Zumindest wenn man sich mit den Basics beschäftigt hat. Wir haben uns des Themas mal angenommen und geben dir die wichtigsten Infos und hilfreiche Tipps mit auf den Weg, damit du keine Fehler bei der Versteuerung von Aktiengewinnen auf deinem Depotkonto machst.

FAQ: Die häufigsten Fragen vorneweg

Die meisten Anleger:innen, die sich das erste Mal mit dem Thema „Aktien und Steuern“ beschäftigen, haben die gleichen Fragen. Wir gehen ausführlich auf diese Themen ein. Für ganz Eilige haben wir hier die wichtigsten Fragen mitsamt kurzer Antwort an den Anfang dieses Ratgebers gestellt.

Was ist die Kapitalertragsteuer und wie funktioniert sie?

Die Kapitalertragsteuer fällt für Kapitalerträge an – Überraschung. Sie ist eine Quellensteuer. Konkret bedeutet das: Ist dein Broker bzw. deine Depotbank in Deutschland beheimatet, werden deine Gewinne automatisch an das Finanzamt abgeführt. In diesem Fall musst du nichts tun. Auch in deiner Steuererklärung musst du die Kapitalerträge nicht angeben.

Wie hoch ist die Kapitalertragsteuer?

Der Steuersatz beträgt 25 Prozent. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Kapitalertragsteuer und ggf. die Kirchensteuer in Höhe von 8 oder 9 Prozent der Kapitalertragsteuer.

Welche Kapitalerträge werden versteuert?

Die Steuer fällt für laufende Einnahmen aus Zinsen und Dividenden an; außerdem für Erträge aus Wertpapier-, Options- und Termingeschäften, aus manchen Versicherungsverträgen, aus stillen Gesellschaften und Zertifikaten sowie aus Investmentfonds.

Kann ich die Steuerlast senken?

Ja, das kannst du. Mit einem Freistellungsauftrag, den du bei deinem Broker einrichtest, kannst du den Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro jährlich nutzen.

Muss ich die Anlage KAP ausfüllen?

Wenn die Abgeltungssteuer bei allen deinen Gewinnen greift, musst du das nicht. Aber du kannst. Für Geringverdiener, Menschen ab 64 Jahren oder falls du vergessen hast, einen Freistellungsauftrag einzurichten, kann sich das rentieren.

Einfaches Versteuern dank Quellensteuer

Seit 2009 ist die Kapitalertragsteuer eine Abgeltungssteuer. Das bedeutet, sie hat abgeltende Wirkung: Was einmal gezahlt ist, ist also erledigt. Sie ist als Quellensteuer gestaltet, es werden also direkt vom Depot Steuern abgeführt. Dies übernimmt die depotführende Bank bzw. der Online-Broker automatisch. Du musst dann in der Steuererklärung keine separaten Angaben über Gewinne aus Kapitalvermögen mehr machen. Für dich als Steuerzahler:in ist das eine große bürokratische Erleichterung.

Die Kapitalertragsteuer hat einen Steuersatz in Höhe von 25 Prozent. Hinzu kommen folgende Posten:

  • Solidaritätszuschlag: 5,5 Prozent des Steueraufkommens bzw. ca. 1,3 Prozent deines Kapitalertrags. Im Gegensatz zur Einkommenssteuer, bei der für die meisten Menschen der Soli 2021 abgeschafft wurde, wird er bei der Kapitalertragsteuer weiterhin erhoben.
  • Kirchensteuer: Nur für Kirchenmitglieder. Die Höhe hängt vom Bundesland deines Wohnorts ab: In Bayern und Baden-Württemberg sind es 8 Prozent des Steueraufkommens bzw. ca. 2 Prozent des Kapitalertrags. In allen anderen Bundesländern kommen 9 Prozent des Aufkommens bzw. 2,2 Prozent des Ertrags on top.

Damit liegt der Steuersatz zwischen 26,375 Prozent für Konfessionslose und 27,995 Prozent für Kirchenmitglieder in allen Bundesländern außer Bayern und Baden-Württemberg. Dort zahlt man maximal 27,819 Prozent. (Wir haben die Zahlen ganz leicht gerundet.)

Grafik: So versteuert man Aktiengewinne

Unbedingt Sparer-Pauschbetrag nutzen

Um Kleinanleger:innen Vorteile bei der Besteuerung zu bieten, wurde außerdem ein Sparer-Freibetrag eingeführt. Der sogenannte Sparer-Pauschbetrag erlaubt es dir, einen Freistellungsauftrag einzurichten und Gewinne aus Aktien oder Sparanlagen bis zu 801 Euro (für Ehepaare 1.602 Euro) von der Steuer zu befreien.

Freibetrag aufteilen

Wenn du Anlagen bei mehreren Banken und Brokern hast, achte darauf, mehrere Freistellungsaufträge zu erstellen. Die Summe der Freistellung ist allerdings auf 801 Euro begrenzt. Den Löwenanteil der Freistellung solltest du also bei der Bank einrichten, bei der du die ertragreichsten Anlagen hast. Dein Tagesgeldkonto dürfte das aktuell wohl nicht sein.

Anwendung in der Praxis

Von jedem Gewinn, der auf dem Depot eingeht, führt deine Depotbank den anfallenden Steuerbetrag ab. Ausnahme: Dein Freibetrag ist noch nicht aufgebraucht; dann wird dieser erstmal abgezogen. Früher mussten sich Anleger:innen selbst darum kümmern, dass die korrekten Gewinnsummen in der Steuererklärung angegeben werden. Die Zeiten sind zum Glück vorbei.

Gewinne mit Verlusten ausgleichen und Steuerlast senken

Außerdem werden mit der jetzigen Regelung bei der Berechnung der Steuerlast auch deine Verluste bei Wertpapiergeschäften berücksichtigt. Du kannst Gewinne mit Verlusten ausgleichen. Für jeden Euro, den du Verlust gemacht hast, musst du einen Euro weniger versteuern, den du Gewinn gemacht hast. Auch das erledigt deine Bank selbstständig. Kein Kopfrechnen nötig, außer du hast Spaß daran.

Allerdings können Kursgewinne von Aktien nur mit Verlusten beim Aktienhandel ausgeglichen werden. Andere Wertpapiere können dagegen wiederum nur miteinander verrechnet werden, Gewinne aus Anleihen mit Verlusten aus Anleihen usw.

Viele verkaufen verlustreiche Aktien, um ihre Gewinne dadurch zu reduzieren und keine oder weniger Steuern zu zahlen. Aber Vorsicht: Hierbei kann es zu sogenannten Wash-Trades kommen, wenn du versehentlich deine eigene Aktie von dir abkaufst. Im Ratgeber erfährst du alles Wichtige dazu.

Auch Verkaufsgewinne müssen versteuert werden

Steuern müssen nicht nur für laufende Gewinne wie ausgezahlte Dividenden und Zinsen bezahlt werden, sondern auch, wenn du Wertsteigerungen realisierst, sprich: Aktien und andere Wertpapiere mit Gewinn verkaufst. Im Grunde gilt das für alle möglichen Wertpapierarten, von der verzinsten Anleihe bis hin zu komplexen Derivaten.

Besteuerung von ETF-Sparplänen: Das Investmentsteuergesetz von 2018

2018 wurde die Investmentbesteuerung reformiert. Ziel war es, die wenig durchschaubaren steuerlichen Regelungen zu vereinfachen, die vorher für Fonds und ETFs (börsengehandelte Indexfonds) galten. Zentrale Änderung: Heute werden alle Fonds anhand einer jährlichen Pauschale besteuert. Es spielt keine Rolle mehr, ob es sich um einen inländischen oder ausländischen Fonds handelt oder ob der Fonds Dividenden ausschüttet oder die Gewinne reinvestiert. Darüber hinaus ist für Anleger:innen wichtig, dass mit der Steuerreform der Bestandsschutz weggefallen ist. Das bedeutet, dass nun auch Erträge von Fonds versteuert werden müssen, die vor 2009 gekauft wurden.

Vor- und Nachteile der Abgeltungssteuer

Reformen – insbesondere im Steuerrecht – werden von Bevölkerung und Finanzexpert:innen oft kritisch betrachtet und genau durchleuchtet. Tatsächlich bietet die Abgeltungssteuer jedoch durchaus einige Vorteile für deine Geldanlage. Auf ein paar davon sind wir schon eingegangen:

  • Einheitlicher Steuersatz für alle Einkommensklassen
  • Abgeltungssteuer bei Aktiengewinnen wird automatisch eingezogen, das bedeutet weniger Bürokratie für dich
  • Anrechenbare Verluste durch Verlustverrechnungstopf
  • Steuerfreibeträge helfen, Steuern zu sparen

Nicht für alle bietet die aktuelle Regelung Vorteile. Alle Kapitalerträge werden besteuert. Das war bis 2008 nicht so. Wer mit langfristigen Aktiengeschäften Geld verdiente – und damit zum Beispiel fürs Alter vorsorgte – wurde bis 2008 nicht zur Kasse gebeten. Damals gab es nur eine Art Spekulationssteuer: Wer Wertpapiere innerhalb eines Jahres wieder mit Gewinn verkaufte, musste zahlen. Hat man die Wertpapiere länger als zwölf Monate gehalten, mussten auch keine Steuern bei Aktienverkauf gezahlt werden.

Dies änderte sich mit Einführung der Abgeltungssteuer. Unabhängig von der Haltedauer muss jede:r alle Aktiengewinne versteuern, auch wenn er oder sie vielleicht nur etwas fürs Alters spart. Die Kosten, die Anleger:innen gegenüber dem Finanzamt begleichen müssen, haben sich dadurch etwas erhöht.

Doppelbesteuerung vermeiden

Deutschland orientiert sich mit der Abgeltungssteuer auch an internationalen Vorbildern, denn in zahlreichen Ländern werden Quellensteuern für die Besteuerung von Aktiengewinnen eingesetzt. Da die Quellensteuer automatisch abgezogen wird, kann es bei internationalen Anlagen zu einer Doppelbesteuerung kommen. Worauf du achten solltest und wie du eine Doppelbesteuerung vermeidest, erfährst du in unserem Ratgeber zur ausländischen Quellensteuer.

Die Anlage KAP: Manchmal nötig, manchmal sinnvoll

Eigentlich hat sich mit der Abgeltungssteuer für die meisten Menschen die Anlage KAP in der Einkommenssteuererklärung erledigt. Die Anlage muss nicht ausgefüllt werden. Die Steuer ist ja bereits entrichtet. Doch das gilt nur für Inlandsdepots. Hast du dein Depot bei einer ausländischen Bank, musst du deine Gewinne in der Anlage KAP angeben, denn die ausländische Bank führt Steuern nicht automatisch an das deutsche Finanzamt ab.

Jenseits davon kann es für manche Personengruppen sogar sinnvoll sein, statt der Abgeltungssteuer die Anlage KAP der Einkommenssteuer zu nutzen. In folgenden Situationen ist das der Fall:

  • Günstigerprüfung: Liegt dein persönlicher Steuersatz bei unter 25 Prozent, lohnt es sich, diesen anstatt des Kapitalertragsteuersatzes anzusetzen. Bei einem ledigen Menschen ist das bei einem Einkommen von weniger als 16.950 Euro im Jahr 2020 der Fall.
  • Kein Freistellungsauftrag: Wenn du vergessen hast, einen Freistellungsauftrag einzurichten, kannst du den Sparer-Pauschbetrag über die Steuererklärung auf deine Gewinne anrechnen lassen.
  • Altersentlastung: Warst du zu Beginn des Jahres bereits 64 Jahre alt, steht dir ein steuermindernder Altersentlastungsbetrag auf Kapitalerträge zu.

Aktien versteuern leicht gemacht

Durch die automatische Abführung der Abgeltungssteuer ist die Versteuerung von Aktiengewinnen und Spareinlagen sehr einfach geworden. Lediglich bei der cleveren Aufteilung des Sparer-Pauschbetrags und der Abführung ausländischer Quellensteuern gilt es, genauer zu planen: Hier gibt es Sparpotential. Alles andere erledigt dein Depotanbieter für dich. Ansonsten kannst du dich zurücklehnen und deine Anlagen für dich arbeiten lassen.

Matthias arbeitet seit 2015 für verschiedene Vergleichsportale. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Wertpapierdepot, Kranken- und Rentenversicherung sowie Baufinanzierung.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
  • Ich kenne zwar den sog. Altersentlastungsbetrag, aber dass es auch einen speziell für Kapitalerträge gibt, habe ich noch nicht gehört – auch meine Bank, die mein Aktiendepot hält, nicht. Gibt es hierzu evtl. mehr Aufklärung?

  • Hallo.
    Ich hatte bei Degiro einen Gewinn von unter 800. Da Degiro keine Steuern direkt abzieht.
    Muss ich also selbst eine die Anlage KAP angeben? Oder ist das nicht notwendig, weil mein Gewinn immer noch
    unter den Freibetrag liegt.

    • Hallo Frederik,

      solange dein Gewinn unter dem Steuerfreibetrag von 801 Euro liegt, musst du ihn nicht in der Steuerklärung angeben. Das ist erst nötig, wenn deine Rendite über diesem Betrag liegt. Da, wie du richtig schreibst, Degiro die Kapitalertragssteuer nicht abführt, musst du auch keinen Freistellungsauftrag stellen.

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

  • Hallo Herr Haft,
    ich habe 2 Aktiendepos bei meiner Bank, eines von Aktienkäufe vor 2009 und eines danach.
    Wenn ich jetzt Aktien aus dem Depot vor 2009 verkaufe fällt da eine Abgeltungssteuer an?
    Falls ja, bekomme ich diese wieder über die Einkommensteuer KAP zurük da diese ja eigentlich steuerfrei sein sollten?

    • Hallo Claudio66,

      für Verkäufe von Aktien, die vor 2009 gekauft wurden, fällt keine Steuer an. Dein Broker dürfte die Abgeltungssteuer beim Verkauf also nicht abführen.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo zusammen,
    a) ich habe eine Frage bzgl. einem im Ausland ansaessigen Broker (konkret DeGiro, Niederlande) Fuehrt diese dann auch bereits die Steuern ans dt. Finanzamt ab, oder waere das ein FAll fuer die Anlage KAP?

    b) Ein zusaetzliches Thema kommt nun hinzu, a in 2020 unterjaehrig eine Bank (Flatex Bank mit Sitz in Deutschland) seitens DeGiro hinzugezogen wurde, die das „zwischenzeitlich nicht investierte Geld“ verwaltet, wenn gerade keine Aktien gekauft wurden.
    (So bewerkstelligte man das Problem, dass der Broker ja keine klassische Bank darstellt und „loses“ Geld nicht verwalten durfte, weshalb man dieses automatisch nach einer Karrenzzeit in einen gewissen Fonds o.ä. investieren musste)
    Aber auch hier stellt sich dann wie in Punkt a) die Frage, ob von dort aus die Steuern bereits an das dt. FA abgefuehrt werden ?

    Danke fuer Eure Muehen und entsprechende Antwort(en)

    • Hallo Achim,

      zu deiner ersten Frage: Degiro führt die Kapitalertragsteuer nicht automatisch ab. Das läuft also über die Anlage KAP. Laut Website des Anbieters stellt Degiro immer spätestens im Februar einen persönlichen Jahressteuerbericht zur Verfügung.
      Zum Komplex deiner zweiten Frage solltest du dich besser direkt an Degiro wenden, da es doch eine sehr spezielle Situation ist, die dir dein Broker vermutlich am besten erklären kann.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Wie sieht es mit der Nutzung von zwei Sparerpauschbeträgen für nicht verheiratete Paare aus? Wir haben ein Gemeinschaftskonto, die Bank ermöglicht nur Verheirateten einen gemeinsamen freistellungsauftrag einzurichten. Wie können wir dennoch unsere zwei Freibeträge nutzen?

    • Hallo,

      tatsächlich kann der gemeinsame Freistellungsauftrag über 1.602 Euro bei einem Gemeinschaftskonto nur von verheirateten (und gemeinsam veranlagten) Paaren genutzt werden. Habt ihr nur dieses Konto, könnt ihr also auch nur einen Freistellungsauftrag über maximal 801 Euro erteilen.
      Jedoch dürfte dieser Betrag für ein Girokonto auch vollkommen ausreichend sein. Geht man von 0,1 Prozent Zinsen aus (und selbst dieser geringe Zinssatz ist schon fast utopisch), müsstet ihr schon 801.000 Euro auf dem Konto liegen haben, um auf einen Zinsertrag von 801 Euro kommen.
      Realistischer dürfte also sein, dass ihr weitere Konten – gemeinsam oder einzeln – habt, Festgeld etwa oder ein Depot. Eine:r von euch beiden kann den Freistellungsauftrag also auch für eines dieser Konten einrichten. Oder ihr erteilt beide für den Großteil eurer Freibeträge Freistellungsaufträge bei den Banken, bei denen ihr renditestärkere Konten besitzt.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Tatsächlich liegt das Depot auch auf dem gemeinschaftskonto und da könnten wir beim Verkauf von aktien auch über einen Freibetrag kommen. Wie verhält es sich damit?

        • Hallo,

          also wenn auch euer Depot ein Gemeinschaftskonto ist und ihr da nur den einfachen Freibetrag nutzen könnt, solltet ihr überlegen, ob es in dem Fall nicht besser wäre, zwei separate Depots zu eröffnen. Dann wäre nur noch die Frage, ob es reicht, ein zweites Depot bei eurer bisherigen Bank zu eröffnen. Wenn aber auch in dem Fall nur einer eurer Freistellungsaufträge greift, bringt euch das nicht viel. Dann könntet ihr ein zweites Depot bei einer anderen Bank eröffnen.

          Viele Grüße,
          Matthias (Redaktion)

  • Hallo zusammen,

    ich habe im letzten Jahr 5 Aktien von Tesla über einen Amerikanischen Broker verkauft und mir das Geld in Euro auf mein deutsches Bankkonto überweisen lassen.
    Vom Verkauf der Aktien habe ich nur ein pdf, aus dem hervorgeht, wie viel Gewinn in Dollar ich mit den Aktien gemacht habe.
    Wie und wo muss ich dies nun bei der Steuererklärung angeben?
    Gewinn ich Dollar, oder in Euro – welcher Kurs?

    Freue mich über eine Antwort

    • Hallo Klaus,

      entschuldige die späte Antwort. Du hast da aber auch eine sehr knifflige Frage. Daher würde ich auch dringend empfehlen, dass du dir hier professionellen Rat einholst. Prinzipiell musst du bei der ganzen Geschichte bedenken, wieviel Steuer bereits in den USA in US-Dollar abgeführt wurde. Ansonsten handelt es sich hier um eine komplexe Gemengelage. In diesem Forumsthread wurde das Thema schon mal ausführlicher besprochen. Vielleicht hilft dir das weiter.
      https://www.wertpapier-forum.de/topic/53935-w%C3%A4hrungsgewinn-bei-aktienkauf-in-fremdw%C3%A4hrung-versteuern/

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Hallo Herr Haft,

        vielen Dank für ihre Antwort.
        Es handelt sich bei den Aktien um Mitarbeiteraktien. Ich habe diese durch ein deutsches Unternehmen auf einem amerikanischen Konto erhalten. Es wurden in Deutschland Steuern für den Geldwerten Vorteil bezahlt. Die Aktien habe ich nun letztes Jahr verkauft und mir die Summe des Verkaufs auf ein deutsches Konto ausbezahlen lassen. Aber in den USA musste ich keine Steuern zahlen.
        Ich möchte den Gewinn, der durch die Aktien entstanden ist, bei der Steuer angeben.
        Die Frage für mich ist inzwischen nur noch, wo genau in der Steuererklärung.?

  • Hallo …

    keine gute Frage, aber ich brauche ein Bisschen Klarheit über das folgende Problem:
    Jarh 2021:
    Aktie xyz –> gekauft und verkauft : Gewinn 200 Euro

    eine andere Aktie abc –> gekauft und verkauft: Verlust 400 Euro

    Habe ich durch den Gewinn vom meinen Freibetrag 200 Euro schon benutzt und Verlust von 400 Euro geht komplett auf meine Schulter?

    oder werden diese Gewinne und Verluste miteinander verrechnet? (Ihr habt im Artikel ganz gut erklär, aber bitte habt Verständnis).

    Danke für eure Antwort.

    🙂

    • Hallo Rademacher,
      richtig, realisierte Gewinne und Verluste aus Aktien werden vom Finanzamt automatisch miteinander verrechnet. Übersteigt der Verlust den Gewinn, wird er von deiner Bank oder deinem Broker außerdem automatisch ins Folgejahr übertragen. Das heißt, er wird mit den Gewinnen verrechnet, die du (hoffentlich) im Folgejahr mit deinen Aktien machst.
      In deinem Fall bedeutet das: 200 € Gewinn – 400 € Verlust = – 200 € Verlust. Durch die Gewinn-Verlustverrechnung wurde dein Steuerfreibetrag nicht angetastet. Die übrigbleibenden 200 € Verlust überträgt deine Bank oder dein Broker ins nächste Jahr.

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

  • Hallo Hallo,

    in anderen Kommentaren wurde dieser Artikel großzügig gelobt. Ich kann nur zustimmen und mich anderen anschließen. 🙂

    Es wäre sehr nett von euch, wenn ihr folgende Fragen kurz beantworten könntet:

    1. Frage) im Jahr 2021 1000 Euro in Aktien angelegt. Wenn ich die Aktien behalten (Geld bleibt investiert), gilt bei der Steuererklärung diese Summe als Investiert oder gilt diese Summe als „Besitz“ (sowie auf einem Bankkonto) und muss daruf Steuer gezahlt werden?

    2. Frage) Ich habe zwei Konten, über die ich Aktien kaufe:
    a) eine Bank – bei der Bank kaufe ich für langfristige Positionen Aktien und behalte sie.
    b) Degiro – für kurzfristigen Kauf- und Verkauf.

    Die Bank hat mir letzten mitgeteilt, dass ich ein Teil (300 Euro) des Freibetrages (801Euro) schon beansprucht ist. Das kann ich mir nicht erklären: weil
    a) die Bankaktien habe ich nicht verkauft.
    b) Degiro-Konto ist für dieses Jahr im Minus (ca. 1000 Euro). Ich habe bis jetzt nur Aktien gekauft und verkauft.
    Habt ihr eine Idee, wie das passieren kann? Meine Idee: ich werde demnächst bei der Bank und Degiro nachfragen, ob Sie Daten austauschen über die Identifikationsnummer. Auch wenn die Daten über id-Nummer ausgetauscht werden, das Konto weist insg. Verlauste auf. 🙁

    3. Frage) Ich möchte zum Jahresende mein Degiro-Depot auflösen und alles verkaufen. Alle Aktien, die ich jetzt habe werde ich bis dahin behalten und alle sind in Dollar (NY Stockexchange). Mein Degiro-Depot ist natürlich in Euro. Was sollte/konnte ich dabei beachten?

    lieben Dank für eure Mühe und Zeit.

    • Hallo Mukomo,

      Zu 1.): Solange sich die Aktien in deinem Besitz befinden, hast du keine Gewinne über die Veräußerung erzielt. Sie werden also auch nicht besteuert. Lediglich ausgezahlte Dividenden müssen dann versteuert werden.
      Zu 2.): Könnte es sein, dass dir deine Bank lediglich sagen wollte, dass du zwei Freistellungsaufträge eingerichtet hast, einen davon über 300 Euro?
      Zu 3.): Ein Übertrag der Wertpapiere auf dein anderes Depot ist keine Option? Auf jeden Fall könntest du Verluste aus den Verkäufen mit möglichen Gewinnen aus anderen Verkäufen verrechnen lassen. Vor Verkauf solltest du auch auf den aktuellen Wechselkurs US-Dollar – Euro achten. Mehr zum Thema liest du in unserem Ratgeber Wechselkursrisiko.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo Matthias,

    endlich eine Seite die Fragen beantworte, so dass es unmissverständlich wird und nicht immer die gleichen Texte wiederholt werden die man sich im Gesetztext list! Danke!! Wirklich danke!

    Einfach nocheinmal zur Absicherung meines Verständnisses;
    Ich habe mit Wiredcard meine gesamte Einlage verloren 10.000,-. Wenn ich den Bestand jetzt verkaufe zu sagenhaften 0,389 steht die Summe von 10.000 (abzüglich der 16 Euro die ich noch bekomme) als Verlust da. Richtig? Und dieser Verlustvertrag zzgl. des Freibetrages ist dann verwertbar, um in der Höhe Gewinne aus andere Aktien im gleichen Depot ohne Abgeltungssteuer zu realisieren. So habe es richtig verstanden, oder?

    Viele Grüße Nicole

    • Hallo Nicole,

      danke für dein Lob. Das hören wir gern.
      Zu deiner Frage: erst einmal mein herzliches Beileid. Da hast du ja leider ganz schön was abgekriegt.
      Und ja, so wie du es beschreibst, läuft das Ganze. Deinen realisierten Verlust von konkret 9.984 Euro (wenn deine Zahlen korrekt sind), kannst du als Verlust in den Verlustverrechnungstopf für Aktien einbringen. Gewinne in gleicher Höhe werden dadurch ausgeglichen und höhere Gewinne reduziert. Es verringert sich also der zu versteuernde Kapitalertrag aus Aktien.
      Hast du Gewinne und Verluste beim selben Broker erzielt, geschieht die Verrechnung übrigens automatisch. Du musst dann nichts weiter tun. Möchtest du Verluste und Gewinne von Aktien verrechnen, die auf Depots verschiedener Banken liegen, benötigst du für die Verluste eine Verlustbescheinigung von der Bank, bei der du die Verluste im Depot hast. Die Verrechnung findet dann über die Anlage KAP statt.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo

    ich hatte 2020 einen Handel über Etoro laufen. Da hatte ich aber Verlust gemacht. Wo trage ich den Verlust ein. Sollte ich 2021 Gewinn machen möchte ich das ja dann 2022 gegen rechnen lassen. Man kann über Etoro sich eine Aufstellung per PDF zu schicken lassen. Sollte diese dem Finanzamt mitgeschickt werden oder weiß das Finanzamt bereits von meinen Aktivitäten.

    • Hallo lieber User,
      prinzipiell gilt, dass du Aktienverluste nur verrechnen kannst, wenn du den Verlust tatsächlich realisiert, die Aktien also mit Verlust verkauft hast. Außerdem kannst du deine realisierten Aktienverluste nur mit realisierten Aktiengewinnen verrechnen. Eine Verrechnung mit anderen Kapitaleinkünften wie Dividenden, Zinsen oder Gewinnen aus Fondsanteilen ist nicht möglich.
      Wenn du alle deine Aktien in einem Depot hast, musst du dich nicht weiter kümmern: Dein Broker bzw. deine Bank verrechnet deine Verluste und Gewinne automatisch.
      Wenn ich deinen Kommentar richtig interpretiere, hast du aber mehrere Depots bei unterschiedlichen Anbietern. In diesem Fall benötigst du eine Verlustbescheinigung. Diese musst du bis spätestens 15. Dezember des betreffenden Steuerjahres bei deiner Bank beantragen und der Anlage KAP der Steuererklärung beifügen. Eventuell könnte es bei dir dafür also schon zu spät sein: Laut meinen Recherchen (relevant vor allem ein Artikel der Lohnsteuerhilfe) wird die Verlustbescheinigung nicht rückwirkend ausgestellt.
      Am besten fragst du bei Etoro nach.
      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

      • Hallo
        soweit ich das ersehen konnte kann man einen Kontoauszug erstellen bei Etoro.
        Dort trägt man das Datum ein und erhält vom gewünschten Zeitraum seine Handelsaktivitäten.
        Zusammengefasst werden alle Einnahmen(Geldeingang) und Ausgaben(Auszahlungen),und die Differenz der Gewinn b.z.w. Verlust am Ende des Jahres. Vielleicht sollte ich einmal bei meinem Finanzamt anfragen welche Beträge der Broker übermittelt hat.
        Dadurch das der Handel nur Dollar statt findet kann leider nicht ersehen was an Euro über mittelt wird.

        • Der Kontoauszug, den du bei Etoro erstellen kannst, ist sicherlich nicht mit einer Verlustbescheinigung gleichgestellt. Du musst sie extra beantragen, und für die Beantragung gilt, wie ich bereits geschrieben habe, die gesetzliche Frist bis zum 15. Dezember des betreffenden Steuerjahres.
          Aber: Nachdem du keine Verlustbescheinigung für 2020 beantragt hast, ist Etoro verpflichtet, deine Verluste ins nächste Kalenderjahr, in deinem Fall also ins Jahr 2021, zu übertragen. Du müsstest die Bescheinigung also für das Jahr 2021 beantragen können, sie deiner Steuerklärung in der Anlage KAP beifügen und 2022 mit deinen Gewinnen verrechnen lassen.
          Den Antrag kannst du in der Regel ganz formlos per E-Mail stellen.

          Viele Grüße,
          Saskia (Redaktion)

  • Würden sie bitte mal folgende Tatsache durchleuchten und den Anlegern verdeutlichen:
    Aktiengewinne werden vom Finanzamt auf die Rentenzahlung (wenn diese höher ist als ca.16.5000 €) aufgeschlagen und erhöhen die Besteuerung bzw. den RENTEN-STEUERSATZ!
    Da nützt auch keine KAP-Günstigerprüfung! Selbst, wenn man die nicht einreicht.
    Wer also als Rentner mit einer Rente über 1.800 € Aktiengewinne über 801 € hat, zahlt wesentlich mehr Steuern als die „reine“ Abgeltungssteuer + Soli + evt.Kirchensteuer….

    Es wird höchste Zeit, Anleger darüber aufzuklären, da fast niemand das weiß!

    So gierig ist dieser Staat. Steuern ohne Ende.
    Auch Aktieninvestments werden ja in der Regel von bereits mehrfach versteuertem Einkommen getätigt.

    • Hallo Gino,

      was du beschreibst, ist uns bisher gar nicht bekannt. Auch eine erste Recherche hat bisher nur wenig Aussagekräftiges ergeben. Hättest du zufällig einen Link zu einer Website, auf der man den von dir geschilderten Sachverhalt mal nachlesen könnte? Dann können wir das Thema sicher besser bewerten. Danke vorab schon mal für deine Hilfe.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Hallo Matthias,
        das ist es ja: Leider konnte ich bisher dazu nichts finden und das Finanzamt hat es mir auch nicht schlüssig erklärt (erklären wollen!)
        Aber:
        Jede Rentenerhöhung wird wohl nicht mit dem Renteneintritts-Steuersatz (in meinem Fall anno 2013), sondern mit dem aktuellen Steuersatz besteuert. Aktiengewinne über dem Freibetrag von 801,00€ würden als weiteres „Einkommen“ draufgeschlagen und fielen damit automatisch unter den aktuell geltenden Steuersatz.
        In meinem Fall musste ich aufgrund höherer Aktiengewinne (über 801,00 €) in 2019 zweimal eine wesentlich höhere vierteljährliche Steuer bezahlen (statt 170,00 € dann 348,00€!)
        Das kann durch die Rentenerhöhung alleine gar nicht so sein…
        Es wäre gut, wenn Sie darüber Auskunft recherchieren könnten.

        Eine Frage noch:
        Wenn ich keine KAP-Anlage ausfülle – rechnet mir das Finanzamt trotzdem den Altersentlastungsbetrag automatisch zu?
        Oder braucht es doch die KAP?

        Vielen Dank und beste Grüße
        gino

        • Hallo Gino,

          ich werde mal intern bei uns nachfragen, ob wir das Thema durch eine Steuerberatung klären lassen können. Wäre schon interessant zu wissen. Wenn wir dazu was haben, werden wir die Infos an geeigneter Stelle hier im Text platzieren. Gleichzeitig würde ich allerdings auch dir empfehlen, das Thema nochmal bei einem Profi anzusprechen. Auch wenn es kostet, vielleicht sparst du dadurch ja in der Zukunft Geld.
          Zu deiner Frage: Der Altersentlastungsbetrag geht immer von der Summe der Einkünfte ab. Um diese zu ermitteln, ist es auch nötig, die Kapitalerträge anzugeben. Du benötigst also die Anlage KAP, um auf die volle Einkünftesumme zu kommen.

          Viele Grüße,
          Matthias (Redaktion)

  • Hallo Matthias,

    erstmal danke für die Informationen, die nach meinem Empfinden super Verständlich geschrieben sind.

    angenommen ich kaufe Aktien für je 1€,
    Menge 1000 Stück, macht 1000€,
    nach einem Monat kaufe ich von den selben Aktien nochmal 10.000 Stück,
    für je 1,25€ für 12.500€
    habe nun 11.000 Stück,

    habe von meinem eigenen Geld insgesamt 13.500€ bezahlt,
    (Kaufgebühren etc. lasse ich aussen vor)

    angenommen die Aktie steigt auf 1,50€ pro Stück.

    nun will ich 1000 Stück zu je 1,5€ verkaufen.
    das macht 1500€

    ich habe insgesamt 13.500€ bezahlt, heißt für mich das mindestens dieser Betrag mir Steuerfrei erstmal zusteht?
    wird mir somit keine Abgeltungssteuer abgezogen?

    ich spreche ausdrücklich nicht vom Freibetrag zur Abgeltungssteuer, sondern vom Eigeneinsatz.

    Diese Frage will ich sogar erweitern: wird explizit bei dieser Aktie, mir bis zu 13.500€ keine Abgeltungssteuer berechnet da mein Eigeneinsatz diese Höhe darstellt?

    Vielen Dank im voraus!

    • Hallo Rico,

      da muss ich dich leider enttäuschen. Verkaufst du jetzt 1.000 Aktien zu insgesamt 1.500 Euro, fällt für die 500 Euro Gewinn Abgeltungssteuer an (sofern kein Freibetrag über ist). Dass du zwischenzeitlich nochmal 10.000 Aktien gekauft und dabei 12.500 € investiert hattest, spielt für die Steuerberechnung dieser ersten 1.000 Aktien keine Rolle. Die Steuer fällt ja für eine konkrete Kapitalanlage an. Und das sind in dem Fall, da das First-In-First-Out-Prinzip gilt, die ersten 1.000 Aktien und nicht dein gesamter Bestand dieser Aktien.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Gemeinsames Depot mit Ehegatten:
    Ist beim Aktiengewinn die Kirchensteuer gleich hoch, egal, ob beide oder nur 1 Person einer Konfession angehören?

    • Hallo,

      interessante Frage. Grundlegend geht die Bank in einem solchen Fall davon aus, dass die Erträge beiden Eheleuten zu gleichen Teilen gehören. Die Erträge werden also zu je 50 Prozent auf beide Personen aufgeteilt. Die Person, die kirchensteuerpflichtig ist, muss dann für ihren Ertragsteil die Kirchensteuer entrichten. Das erledigt die Bank automatisch. Die andere Person zahlt keine Kirchensteuer auf ihren Anteil.
      Nun könnte es natürlich sein, dass die kirchensteuerpflichtige Person mit ihren Anlagen gar keine Erträge erwirtschaftet hat, sondern nur die Person, die nicht in der Kirche ist. In dem Fall müsste sie ja Kirchensteuer zahlen, obwohl sie persönlich keine Gewinne erzielt hat. Um diese Situation zu vermeiden, müssen beide Eheleute gegenüber der Bank erklären, wer konkret welche Erträge erzielt hat.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Hallo,
        diese Thematik haben wir auch (Gemeinsames Depot: Frau- Kath, ich-o.K.)
        Die Überlegung ist das ich ein eigenes Einzeldepot eröffne, und danach alle Anteile aus dem Gemeinsamen Depot in mein Einzeldepot zu übertrtagen, sollte unter Eheleute funktionieren. Oder gibts da auch Nachteile?

        • Hallo Reinhard,

          einen Nachteil sehe ich da nicht. Worauf ihr jedoch achten solltet, ist, bei der Eröffnung des neuen Depots auch den Freistellungsauftrag (FSA) korrekt zu erteilen. Da ihr bisher ein Gemeinschaftsdepot hattet, dürfte der bisherige FSA auch auf euch beide laufen. Eröffnest du nun ein Einzeldepot, solltest du darauf achten, den neuen FSA in ausreichender Höhe zu erteilen. Erzielt ihr eure Kapitalerträge nur über das Depot, kann er also auch über die kompletten 1.602 € für Eheleute laufen. Prüft in dem Zuge am besten auch, ob ihr nicht aus Versehen über mehrere FSAe bei verschiedenen Banken über die Höchstgrenze kommt.

          Viele Grüße,
          Matthias (Redaktion)

  • Hallo Team.

    Erst einmal herzlichen Dank für den tollen Artikel, der ist wirklich sehr aufschluss- und hilfreich. Eine Sache, die mich persönlich betrifft, konnte ich daraus jedoch nicht ableiten; kann aber auch daran liegen, dass die Ausgangssituation etwas komplexer ist:

    Ich habe 2008 Aktien durch meinen Arbeitgeber erhalten. Deren Wert hat sich seitdem um etwa das 10-fache erhöht. Die Aktien waren bis Oktober 2020 bei einer Bank in Frankreich hinterlegt und konnte dort auch nicht abgezogen werden.
    Nun wurde die Firma, von der ich die Aktien hatte, von einer anderen Firma aufgekauft und die vorhandenen Aktien in Aktien der anderen Firma umgetauscht (etwa im Faktor 1:2). Bei diesem Umtausch konnte ich auch angeben, bei welcher Bank ich die Aktien gerne hinterlegt hätte, und habe dafür meine Depotbank in Deutschland ausgewählt. Inzwischen sind die Aktien auch dort angekommen.

    Ich überlege nun, einen Teil der Aktien wieder zu verkaufen, um den Gewinn anderweitig anzulegen. Die urspünglichen Aktien hatte ich ja 2008 erworben und insgesamt 12 Jahre gehalten. Aber wirkt sich die geänderte Besteuerung auch auf die umgetauschten Aktien aus? Diese habe ich ja erst seit Ende 2020.

    Ich hoffe, ich konnte die Problematik einigermaßen verdeutlichen.

    Vielen Dank für eure Mühen.

    Grüße,
    Sascha

  • Hallo,
    das hört sich nach einer interessanten Diskussion an, da hätte ich auch zwei spezifischere Fragen dazu.

    1. Wenn ich letztes Jahr 2020 Aktien gekauft habe und diese heute mit einem Gewinn verkaufen würde, könnte ich den Freistellungsbetrag für dieses Jahr hierfür nutzen oder müssen die Gewinne dieses Jahr erwirtschaftet werden?

    2. Wenn ich letztes Jahr 2020 monatlich eine Aktie (TSLA) bespart habe mit einem festen Betrag, so habe ich teilweise 1,xx und teilweise 0,xx Anteile gekauft.
    Wie kann ich am Besten berechnen, wie viele dieser Aktien ich jetzt verkaufen kann, um nähstmöglich an die 801€ zu kommen?
    Bisher habe ich mir eine Excel gebaut und alle Käufe mit Einstiegskurs und Datum eingetragen, sodass ich dann bei jeder Position sehe, wie viele Anteile ich gekauft habe und wie viel Gewinn ich für diese Anteile erwirtschaftet habe.

    Gibt es hier eine einfachere oder genauere Berechnung?

    Danke vorab für eure Mühe und den tollen Beitrag.

    Liebe Grüße Daniel

    • Hallo Daniel,

      zu deiner ersten Frage: Unserer Meinung nach kannst du nur den Freibetrag für 2021 nutzen, denn du hast deinen Gewinn ja auch erst 2021 realisiert. Um ganz sicher zu gehen, fragst du aber am besten deinen Steuerberater.

      Zu deiner zweiten Frage: Wir glauben, dass du einen ganz guten Weg gefunden hast, deine Gewinne zu berechnen. Auch wir würden dir in diesem Fall empfehlen, die Berechnung mittels einer Excel-Tabelle anzustellen. Eventuell gibt es aber auch spezielle Programme wie Trading-Softwares, die diese Arbeit für dich übernehmen könnten. Dein Online-Broker kann dir bei dieser Frage sicherlich weiterhelfen. Noch ein Tipp: Beginne bei deiner Berechnung immer mit dem ältesten Kauf, da zur Berechnung des Gewinns das First-in-first-out-Prinzip gilt. Die Aktien, die du am längsten im Depot hast, werden also immer als erstes verkauft.

      Vielen Dank übrigens für dein Lob, das lesen wir natürlich gern! 😊

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

      • Hallo Saskia,
        vielen Dank für die schnelle Antwort.

        Ich habe aktuell keinen Steuerberater aber ich werde es wohl einmal versuchen und dann sehen, was draus wird.

        Meine Excel habe ich so aufgebaut, dass ich datumsgenau (alt zu neu) sehen kann, wie viel Gewinn bei welcher Sparrate erwirtschaftet wurde, das FIFO Prinzip war mir bereits bewusst aber trotzdem danke für den Tipp.

        Eine Frage ist mir noch gekommen:
        Wenn ich mal nicht zufällig auch etwas umschichten möchte, welchen Nachteil siehst du darin, am Ende eines Jahres ein oder zwei Aktien zu verkaufen um die 800€ steuerfreien Gewinn mitzunehmen um am selben Tag die gleiche Anzahl Aktien wieder zu kaufen?
        Das sollte ja ohne Probleme möglich sein, oder?

        In meinem Fall würden sich daraus 2€ Ordergebühren ergeben und somit würde ich ca. 200€ Steuern sparen und dafür 2€ bezahlen (Excl. Volatilität der Aktie zwischen Verkauf und Kauf).
        Dieses Investment würde ja dann wieder bei 0€ Gewinn anfangen und könnte weiter wirtschaften aber ohne offene Steuer für den Betrag, oder sehe ich das falsch?

        Liebe Grüße Daniel

        • Hallo Daniel,

          dann scheinst du mit deiner Excel alles richtig gemacht zu haben! Aktuell arbeiten wir übrigens an einer Kooperation mit Steuerkanzleien. Wenn alles klappt, werden uns also künftig Steuerexperten bei Detailfragen unter die Arme greifen und euch solide Antworten und zusätzliche Hilfestellungen bieten.

          Zu deiner Frage: Deine Rechnung geht nicht ganz auf, denke ich. Sicher erhältst du den Gewinn aus deinem Verkauf steuerfrei, solange du nicht über den Freibetrag von 801 € kommst. Willst du weiterhin von den Aktien profitieren, musst du das Geld aber doch gleich wieder in ebendiese Aktien investieren. Hinzu kommt, dass die Aktien aufgrund ihres gestiegenen Kurses im Einkauf teurer geworden sind. Im Zweifel musst du also sogar mehr Geld investieren als ursprünglich; immerhin kommen die Orderkosten ja auch noch dazu, wie du selbst schreibst. Wenn ich das richtig sehe, hättest du mit dem Verkauf nichts gewonnen. Stattdessen produzierst du Kosten und verbrauchst zusätzlich deinen Steuerfreibetrag.

          Vielleicht kannst du uns nochmal erklären, was genau du dir davon versprichst?

          Viele Grüße,
          Saskia (Redaktion)

          • Ich versuche es mal in einem kurzen Beispiel zu erläutern.

            2 Aktien von Tesla gekauft 2020 für insg. 758,50 € zu einem Kurs von 379,25 €

            Heute verkaufe ich um 10 Uhr diese beiden zum Kurs von 713€ und mache somit
            insg. 667,50€ (333,75 x 2) Gewinn minus 1€ Ordergebühr.
            Da unter 801€ ist der gesamte Gewinn steuerfrei.

            Dann kaufe ich 1h später um 11 Uhr die zwei Aktien zu einem Kurs von 715€ wieder und zahle erneut 1€ Ordergebühr.

            Jetzt habe ich vorher gehabt:
            713€ x 2 = 1426€ (davon 667,50€ Gewinn)
            Und danach habe ich
            715€ x 2 = 1430€ (mit 0€ Gewinn)

            Dafür habe ich insgesamt 2€ bezahlt und einen Gewinn von 2€/Aktie, also 4€, eingebüßt.

            Für mich kommt dabei raus, ich habe insgesamt 6€ bezahlt und dadurch 173€ (26% von 667,50€) Steuern gespart.

            Es würde mich freuen, wenn du mir hier deine Einschätzung geben könntest.

            Danke vorab für deine Mühe und einen schönen Tag.

            Liebe Grüße Daniel

          • Hallo Daniel,

            du willst also deine Steuerlast senken, indem du jedes Jahr verkaufst und wieder neu kaufst, statt die Aktien einfach über mehrere Jahre zu halten. Theoretisch geht das, ja. Allerdings gibt es viele Fallstricke, die du dabei beachten musst. Zum Beispiel muss der Kurs deiner Aktien auch nach dem Wiederkauf weiter steigen, sonst wird das Ganze zu einem Verlustgeschäft. Außerdem musst du darauf achten, dass der Einkaufspreis nicht zu stark vom Verkaufspreis abweicht oder dass deine Orderkosten steigen. Sonst zahlst du drauf. In diesem Forum werden alle Fallstricke diskutiert, schau dich doch einmal um: https://wissen.consorsbank.de/t5/Sparen-Anlegen/Steuerfreibetrag-nutzen-Teil-der-Aktien-verkaufen/td-p/61995

            Wir haben uns außerdem gefragt, ob das Finanzamt dir Gestaltungsmissbrauch vorwerfen könnte. Anscheinend ist eine solche Steueroptimierung aber okay. Ein ähnlicher Fall wurde bereits vor Gericht verhandelt.

            Viel Erfolg mit deiner Strategie!

            Viele Grüße,

            Saskia (Redaktion)

          • Hallo Saskia,
            danke für die schnelle Antwort.

            Ich will die Aktien natürlich nur wieder kaufen, wenn ich weiterhin halten möchte, dass sie danach fallen können, ist natürlich klar. 🙂
            Ja, von dem verhandelten Fall habe ich gelesen, daher gehe ich davon aus, dass das in Ordnung geht.
            Ich schaue mir den Link mal an, danke.

            Liebe Grüße und schönen Tag
            Daniel

          • Hallo D4rk3n3mi3,

            eine Sache solltest du noch bedenken: Bei Verkauf und Kauf musst du darauf achten, dass du – etwa bei geringer Marktbreite – nicht aus Versehen mit dir selbst handelst. Das könnte dir als Wash Trade (auch Crossing genannt) ausgelegt werden. Achte also darauf, dass die Verkaufsorder bereits ausgeführt wurde, wenn du wieder kaufst.

            Viele Grüße,
            Matthias (Redaktion)

  • Hallo Matthias,

    wenn ich nun Aktiengewinne und -Verluste aus 2020 von einem internationalen Broker, der in US Dollar rechnet, versteuern möchte, dann muss ich die einzelnen Posten ja in Euro umrechnen.
    Rechne ich hierbei immer nur den einzelnen Profit/Verlust in Euro mit dem Tageskurs der ECB zum Close-Datum um?Oder muss/darf ich zusätzlich den Tageskurs auch beim Open-Datum des Aktienkaufs in die Rechnung mit aufnehmen?
    Berücksichtige ich den Kurs für Kauf und Verkauf, dann kann sich, je nach Kursschwankung, ein kleiner positiver Profit in US Dollar sogar in einen Verlust in Euro verwandeln. Wende ich aber nur beim Close-Datum den Tageskurs für die Umrechnung nach Euro an, bleibt das Vorzeichen erhalten. Allerdings ist dann ja die Einzahlung auf den Broker spekulativer weil der Kurs zu diesem Tag dann umso mehr meine Erträge bestimmt.
    Welcher Weg ist richtig?
    Vielen Dank!

    • Hallo Philipp,

      eine ziemliche Hammerfrage 🙂 Ich befürchte, das geht komplett über mein Wissen und meine Erfahrungen hinaus. Dem Gefühl nach würde ich sagen, der Umrechnungskurs ist zu beiden Zeitpunkten relevant. Aber auf mein Gefühl solltest du dich da nicht verlassen und lieber nochmal einen Experten – etwa deinen Broker – hinzuziehen.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Hallo Matthias,

        danke! Ich vermute es ist einfach immer der Kurs beim Schließen einer Position. Etoro sagt hier zum Beispiel lapidar:
        „Um den Gewinn oder Verlust für einen bestimmten Trade zu berechnen, verwenden Sie bitte die folgende Formel:
        Kaufen-Trade: (Schlusskurs – Eröffnungskurs) X Einheiten X USD Wechselkurs = G/V
        Verkauf-Trade: (Eröffnungskurs – Schlusskurs) X Einheiten X USD Wechselkurs = G/V“
        (https://www.etoro.com/de/customer-service/help/1387563082/wie-berechne-ich-die-g-v-gewinne-oder-verluste-pro-trade/)

        Ich versuche mich aber mal weiter schlau zu machen. 🙂
        Viele Grüße!

        • Hi Philipp,

          dann drück ich die Daumen für deine Recherchen. Wenn du was herausgefunden hast, kannst du es hier natürlich auch gern nochmal posten, wenn du magst. Unsere Community dankt es dir bestimmt. Und wir sowieso 🙂

          Viele Grüße,
          Matthias

  • Wenn ich Gewinne aus Aktiengeschäften erwirtschafte, kann ich dann auch andere Kosten wie z.B. Maklerprovisionen, Depotgebühren, steuermindernd geltend machen. Am Ende auch den Laptop, Internetanschluss usw.?

    • Hallo Doc-NA,

      Transaktionskosten werden bereits automatisch von deinem Broker abgezogen. Dadurch verringert sich also der zu versteuernde Betrag. Erhebt ein Broker keine Ordergebühren, sondern nur eine Depotgebühr – wie etwa Scalable Capital – werden pauschal 50 Prozent der Depotgebühren vom Gewinn abgezogen. Weitere Werbungskosten, wie du sie ansprichst, sind nicht anrechenbar.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Guten Tag zusammen,
    wie ist das eigentlich, ich kaufe für 1000 Euro Aktien, die steigen ein wenig und ich möchte nur soviel verkaufen wie der ursprüngliche Kaufpreis war. Fällt dann auch schon Abgeltungssteuer an? Es handelt sich ja um mein schon versteuertes Einkommen was ich ursprünglich für den Kauf genutzt habe?

    • Hallo Heinrich,

      auch dieser Betrag wäre bereits abgeltungssteuerpflichtig, die Höhe des Gewinns spielt dabei keine Rolle. Du kannst jedoch deinen Sparerfreibetrag nutzen – sofern er nicht schon woanders verbraucht wurde -: Im Idealfall könntest du so die zu versteuernden Kapitalerträge von 1.000 auf 199 Euro reduzieren.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Vielen Dank für die Antwort. Das finde ich allerdings sehr unschön. Bedeutet ja das, angenommen ich setze 1000 Euro Erspartes ein, verkaufe mit mal angenommen 1 Euro Gewinn und müsste dann falls der Sparerfreibetrag aufgebraucht ist durch andere Gewinne 1001 Euro mit 26,5% versteuern. Macht ein Minus von 267 Euro? Liege ich da richtig?

        • Hallo Heinrich,

          nein, so schlimm ist es zum Glück nicht. Es werden ja nur Kapitalerträge versteuert, und nicht das eingesetzte Kapital. In deinem Beispiel erzielst du ja nur 1 Euro Gewinn. Dementsprechend müsste auch nur dieser eine Euro versteuert werden.

          Viele Grüße,
          Matthias (Redaktion)

          • Hallo Matthias Haft, danke nochmal für die Antwort.
            Allerdings verwirrt mich das ein wenig. In Bsp.1 würde die Abgeltungssteuer anfallen obwohl ich ja nur das eingesetzte Kapital wieder abziehe. (Bei angenommenen aufgebrauchten Freibetrag.) Die übrigen Gewinne sind ja in den noch vorhandenen Aktien. Das da dann die Ertragtssteuer bei Verkauf anfällt erscheint mir ja logisch. Ich versteh halt nicht wie der Broker entscheidet wann er die Ertragssteuer ansetzt und wann nicht. Da ja in Bsp. 2 nur für den einen Euro die Steuer anfällt.
            Es sei denn, diese Berechnung wird nur bei kompletten Verkauf des Aktienpaketes aufgemacht. Und alle Veräusserungen die in Teilen stattfinden werden mit der Steuer belegt.
            Was dann wieder bedeutet das man in seiner Steuererklärung versuchen muss die zuviel bezahlte Steuer zurückzubekommen. Hört sich kompiliziert an…

            Mit freundlichen Grüßen
            Heinrich

          • Hallo Heinrich,

            ich denke, dich verwirrt die Sache v.a. deshalb, weil wir beide es uns mit unseren Beispielen auch sehr einfach gemacht haben. Konkret passiert ja folgendes: Du kaufst x Aktien zu einem bestimmten Kurs. Und verkaufst du jetzt gerade soviel Aktien, dass du auf einen Erlös kommst, der deinem ursprünglich eingesetzten Kapital entspricht, ist ja für den Broker zweifelsfrei feststellbar, wie hoch der Kurs dieser Aktien beim Kauf war und wie hoch der Kurs dieser Aktien nun beim Verkauf ist. Wie hoch der Anteil des eingesetzten Kapitals und der Anteil des Gewinns ist, lässt sich also genau beziffern. Und darauf beruht eben die automatische Abgeltung der Kapitalertragsteuer.

            Viele Grüße,
            Matthias (Redaktion)

          • Danke für die Antwort. Und vielen Dank an die Redaktion, ihr macht einen tollen Job.
            Es hilft Dinge zu verstehen.

            Gruß Heinrich

          • Hallo Heinrich,

            gern geschehen. Und vielen Dank für das Lob. Das freut uns sehr.

            Viele Grüße (von der ganzen Redaktion)

          • Hallo Matthias.

            Um das Beispiel noch einmal zu konkretisieren: Wenn ich heute z.B. ein Aktienpaket im Wert von 1.000€ kaufe und die Aktien morgen um 50% gestiegen sind, wäre mein Aktienpaket dann ja 1.500€ wert. Würde ich dieses nun direkt wieder verkaufen, müsste ich also nur Steuern auf die 500€ zahlen, ist das korrekt?

            Danke und viele Grüße,
            Reiner

          • Hallo Reiner,

            vollkommen korrekt. Und die Steuern wären auch nur dann fällig, wenn dein Sparerfreibetrag bereits aufgebraucht wäre oder du bei deinem Broker keinen eingerichtet hast. Konkret wäre die Steuerlast in dem Beispiel also ca. 120 Euro.

            Viele Grüße,
            Matthias (Redaktion)

  • Hallo Matthias,
    ich habe im Jahr 2020 zu 3 verschiedenen Zeitpunkten von der selben Aktie zu verschiedenen Kursen, Aktien erworben. Im Mai 2020 war der Kurs am günstigsten 1.) 43,00 Euro , dann 2.) 73,00 Euro und dann 3.) 90,86 Euro. Es gibt ja das Prinzip First in first out, d.h. was zuerst gekauft wurde, wird auch als erstes verkauft. Meine Frage: Wie kann ich aber die Aktien vom 3.) Kauf verkaufen, damit die Abgeltungssteuer am geringsten anfällt? Muss ich diesen Aktienbestand in ein anderes Depot umschichten, damit man die 3. Order auch genau veräußern kann? Vielen Dank vorab für die Information. Xenon

    • Hallo Xenon,

      eine andere Möglichkeit als die von dir angesprochene Eröffnung eines zweiten Depots sehe ich nicht. Lass mich da aber auch gern eines Besseren belehren. Du solltest jedoch drauf achten, dass die Ersparnis bei der Steuer in einem sinnvollen Verhältnis zu möglicherweise anfallenden Mehrkosten durch das zweite Depot (und den zusätzlichen Aktienverkauf) steht.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo Team, ich habe über die Firma Aktien erhalten (Depot in den USA) und nach 5 Jahren nun aufgelöst. Das System des Unternehmens ist mir nicht ganz klar, letztendlich zahlte ich knapp 50 steuern und es wurde auf der Lohnsteuer ausgewiesen. Den Betrag selbst bekam ich als Scheck. Muss ich dies dann gesondert in der Steuererklärung angeben? Oder reicht die normale Eingabe da es auf dem Jahresgehalt sichtbar ist sowie besteuert wurde. Danke euch.

    • Hallo Daniel,

      danke für deinen Kommentar. Aber diese Frage ist etwas zu komplex, als dass wir sie hier beantworten könnten. Wir würden empfehlen, dass du dich mit Kolleg:innen, die sich in der gleichen Situation befinden, austauschst oder gleich einen Steuerberater konsultierst.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

      • Danke sehr Matthias. Nach den Steuerabzügen wäre ich gerne am Steuerberater gerne vorbeigekommen, insbesondere wenn die Antwort wäre, dass es bereits versteuert wurde und nicht doppelt versteuert werden darf. und damit erledigt sei. Allerdings ist weder das Netz noch die WiSo App da wirklich eine gute Beratung. Schade… aber danke sehr.

  • Hallo,
    ich bin Rentner und zahle nur eine sehr geringe Einkommenssteuer.
    Nun habe ich bei Aktiengeschäften im letzten Jahr ein Plus von über 20k€ gemacht und entsprechend 25% Steuern bezahlt.
    Kann ich meine Renteneinkünfte mit den Aktiengewinnen zusammenführen? Mein Steuersatz läge dann sicher unter 25%, sodass ich eine Steuerrückzahlung erhalten würde.

    • Hallo,

      eines vorweg: Wir sind keine Steuerexpert:innen und dürfen steuerlich auch nicht beraten. Wir empfehlen dir also, wenn du dir bei Steuerfragen zu deiner Geldanlage unsicher sein solltest, eine Steuerberatung in Anspruch zu nehmen.
      Nichtsdestotrotz ein paar Worte zu deinem Thema: Tatsächlich besteht in dem Fall das Veranlagungswahlrecht. Theoretisch könntest du also im Rahmen der Anlage KAP der Steuererklärung eine Günstigerprüfung beantragen und Rente und Kapitalerträge gemeinsam versteuern, um von einem niedrigen persönlichen Steuersatz zu profitieren. Jedoch wird bereits bei Gesamteinkünften von ca. 16.000 Euro ein Steuersatz von 25 Prozent erreicht. Mit deinen Kapitalerträgen von 20.000 Euro liegst du bereits jenseits dieser Grenze. Die gemeinsame Veranlagung bringt dir also keinen Steuervorteil gegenüber der Abgeltungssteuer.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo,

    momentan bin ich im ALG I (Arbeitslosengeld 1) und ich verdiene Nebenbei auf Etoro ein paar Euros (momentaner Gewinn: 400€). Wird der Gewinn auf mein ALG 1 Geld zugerechnet?

    • Hallo Kevin,

      beim ALG I werden Nebeneinkünfte aus Kapitalerträgen nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Die Leistungen verringern sich also nicht. Kapitalerträge werden nicht wie Einkünfte aus einem Nebenjob behandelt.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Ich handle mit ausländischen Aktien (Öle, Silber und Gold) über Plus500.
    Nun steht dieses Jahr das erste Mal die Steuererklärung mit der Anlage KAP an.

    Meine Frage wäre, muss ich alle einzelne geschlossene Depos die ich als Gewinn bzw. Verlust gemachte habe versteuern?

    Vorab Danke.

    • Hallo,

      eines vorweg: Wir sind keine Steuerexpert:innen und dürfen steuerlich auch nicht beraten. Wir empfehlen dir also, wenn du dir bei Steuerfragen zu deiner Geldanlage sehr unsicher sein solltest, eine Steuerberatung in Anspruch zu nehmen.
      Nichtsdestotrotz können wir dir ein paar Dinge mit auf den Weg geben. Anlagen beim ausländischen Broker Plus500 werden in Form von CFDs getätigt. Steuerlich zählen sie damit zu den Termingeschäften. Im Rahmen deiner Steuererklärung kannst du sämtliche Gewinne, die du im vergangenen Jahr mit Anlagen erzielt hast, mit Verlusten aus dem Jahr verrechnen. Versteuert wird letztlich nur, was am Ende als Gewinnsumme überbleibt (ggf. abzüglich des Sparerpauschbetrags). Gewinne aus CFDs kannst du übrigens – anders als etwa Aktiengewinne – auch mit Verlusten aus anderen Formen der Kapitalanlage verrechnen.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo schönen guten Abend ich hätte eine Frage wenn ich jetzt 4000 € Gewinn mache mit einer Aktie aber mit einer anderen Aktie 4000 € minus mache muss ich dann noch Steuern abführen?

    • Hallo lieber Leser,

      Gewinne, die mit Aktien erzielt wurden, können mit gleichzeitig realisierten Verlusten durch andere Aktien ausgeglichen werden. Gleichen sich die Summen genau aus, fällt dementsprechend auch keine Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge an. Ob Aktiengewinne auch künftig nur durch Aktienverluste – und nicht auch durch Verluste aus anderen Kapitalanlagen – ausgeglichen werden können, wird derzeit vor dem Bundesfinanzhof geklärt (AZ VIII R 11/18).

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

  • Hallo,

    Ich hatte dieses Jahr eine Abfindung bekommen und sollte kein weiteres Einkommen erzielen (wg. Besteuerung der Abfindung)
    Gilt eine Wertsteigerung einer Aktie in meinem Besitz als Einkommen, wenn ich sie dieses Jahr nicht verkaufe?
    …oder gilt es erst bei Veräußerung als Gewinn?
    Danke im Voraus
    MfG
    Christian

    • Hallo Christian,

      die Wertsteigerung deiner Aktien ist in dem Zusammenhang erst einmal irrelevant, denn wie du schon andeutest, ist sie kein realisierter Gewinn. Du hast also auch keine Einkünfte aus der Aktie, sofern du sie nicht dieses Jahr – mit Gewinn – verkaufst. Ich hoffe, wir konnten dir weiterhelfen.

      Viele Grüße,
      Matthias (Redaktion)

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