Aktien verschenken: Worauf Sie achten sollten

Schenken bereitet Freude – die Suche nach dem passenden Geschenk jedoch oftmals eher Kopfzerbrechen. Viele greifen daher auf die denkbar einfachste Lösung zurück und schenken Bargeld. Doch haben Sie auch schon mal über eine Aktie als Geschenk nachgedacht? Wertpapiere zu verschenken ist nicht nur deutlich kreativer, sondern liefert Ihrem Beschenkten idealerweise auch zukünftig einen Grund zur Freude. Und es ist weniger aufwendig, als Sie vielleicht vermuten könnten.

Depot als Voraussetzung für die Wertpapierschenkung

Um eine Aktie verschenken zu können, müssen nicht nur Sie, sondern auch der Geschenkempfänger ein Wertpapierdepot besitzen. Falls die zu beschenkende Person noch keines besitzt, muss sie zunächst ein Depot eröffnen – was zugegebenermaßen die Überraschung zunichtemacht. Möchten Sie Ihren Kindern Aktien schenken, können Sie als Erziehungsberechtigter das Wertpapierdepot für die Minderjährigen eröffnen. Die Aktie, die Sie schenken möchten, müssen Sie zuvor selbst kaufen. Danach können Sie die Wertpapiere bei Ihrem Broker online übertragen.

Tipp:

Aktiendepot verschenken

Sie können nicht nur einzelne Aktien, sondern ganze Depots verschenken. Es besteht auch die Möglichkeit ein Aktiendepot für Kinder zu verschenken. Vor dem Depotübertrag sollten jedoch vor allem steuerliche Aspekte und Freibetragsgrenzen überprüft werden.

Das sollte beim Aktien Verschenken beachtet werden

Aktien zu Weihnachten oder an Geburtstagen zu verschenken, sorgt besonders bei guter Rendite für anhaltende gute Laune. Für die Schenkung muss jedoch folgendes beachtet werden:

  • Depot muss vorhanden sein.
  • Bank muss über Schenkung informiert werden, sonst wird automatisch die Abgeltungssteuer fällig.
  • Bei größeren Beträgen Schenkungssteuer mit einkalkulieren und Freigrenzen überprüfen.

Die Steuer bei Aktienschenkungen

Von Banken wird der Übertrag von Wertpapieren an andere Personen als Verkauf angesehen. Hier wird eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent fällig und automatisch vom Verkaufspreis abgezogen. Bei einer Schenkung entfällt diese, da Sie ja keinen Erlös erhalten. Informieren Sie Ihre Bank über die Schenkung, damit die Abgeltungssteuer nicht einbehalten wird.

Ab gewissen Summen müssen Sie auch bei Schenkungen Steuern zahlen, darunter fallen ebenfalls Aktienschenkungen. Diese Belastung können sie umgehen, indem Sie die Freibeträge ausnutzen. Die Freibeträge bei der Schenkungssteuer können alle 10 Jahre in Anspruch genommen werden. Die Höhe ist dabei abhängig vom Verwandtschaftsgrad bzw. dem Verhältnis zwischen Schenkendem und Beschenktem.

Aktien in Papierform

Wertpapiere in Papierform machen optisch natürlich einiges her, sind jedoch nicht mehr üblich. Heutzutage wird an der Börse fast ausschließlich mit digitalen Wertpapieren gehandelt. Aktienhandel mit sogenannten effektiven Stücken – also Aktien in Urkundenform – ist größtenteils sogar nicht mehr möglich. Um Ihr Geschenk aufzuhübschen, können Sie die Aktie zwar ausdrucken – einen wirklichen „Wert“ hat jedoch lediglich das digitale Wertpapier in Ihrem Depot.

Freibetrag bei Schenkungen ausnutzen

  • Zwischen Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern: 500.000 Euro
  • An Kinder: 400.000 Euro
  • An Enkelkinder: 200.000 Euro
  • Bei geringerem/keinem Verwandtschaftsgrad: 20.000 Euro

Wertpapiere verschenken: Nicht nur bei Kindern eine Alternative

Mit Aktien verschenken Sie etwas, das im Idealfall sogar an Wert gewinnt – insbesondere, wenn vom ausgebenden Unternehmen Dividende gezahlt wird. Da es sich dabei um eine vergleichsweise renditestarke Geldanlage handelt, eignen sich Wertpapiere gerade auch als Geschenk für Kinder – etwa in Form eines ETF-Sparplans.

Geschenk-Tipp: Saison mit einplanen!

Bei der Auswahl der passenden Aktie sollten Sie auch den Zeitpunkt der Schenkung mit einplanen. Besonders in der zweiten Jahreshälfte eignen sich z.B. sogenannte Weihnachtsaktien – also Wertpapiere, deren Kurse regelmäßig vor bzw. bis Weihnachten steigen. Dies ist gerade bei Aktien von Süßwarenherstellern oder Elektronikdiscountern der Fall.

Doch nicht nur Minderjährige können mit Aktien beschenkt werden. Ihren Freunden oder dem Rest Ihrer Familie können Sie damit ebenso eine Freude machen. Wertpapiere von großen bzw. namhaften Firmen, die bereits in den vergangenen Jahren stetige Kurssteigerungen aufweisen, sind als Geschenk besonders geeignet. Hier stehen die Chancen gut, dass sie auch in der Zukunft weiter an Wert gewinnen, wofür jedoch nie eine Garantie besteht. Geht es Ihnen mehr um den symbolischen Wert, sind womöglich auch spezielle Wertpapiere denkbar – beispielsweise Fußballaktien. Unabhängig davon, für welches Wertpapier Sie sich letztlich entscheiden – eine Aktie als Geschenk ist ein Geschenk mit Langzeitwirkung.

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