Girokonto ohne Gehaltseingang

Manche Banken stellen Bedingungen an Kunden für die Eröffnung eines Girokontos. Das können Dinge sein wie Bonität, Alter, Beruf oder auch ein Gehaltseingang. Allerdings nicht jeder kann letzteren vorweisen, so dass die Nachfrage nach Girokonten ohne Gehaltseingang groß ist. Doch was genau gilt als Gehaltseingang? Wo findet man Girokonten ohne diesen? Antworten darauf und viele weitere Infos findest du in diesem Ratgeber.

Was genau ist mit Gehaltseingang gemeint?

Grundsätzlich definiert jede Bank anders, was als Gehaltseingang gilt. Das können neben einem regulären Gehalt aus einem Angestelltenverhältnis auch ein Renteneingang oder freiberufliche bzw. selbständige Einnahmen sein. Solltest du kein „normales“ Einkommen als Angestellte haben, ist es daher wichtig, genau hinzuschauen. Nicht jede Bank kommuniziert jedoch offen, was sie als Gehaltseingang akzeptiert. Rentner:innen, Selbständige und Co. sollten im Zweifel also vorab bei der jeweiligen Bank nachfragen.

Unterschied Geldeingang und Gehaltseingang

Manchmal ist auch explizit nicht von einem Gehaltseingang, sondern nur von einem Geldeingang die Rede. Meist bedeutet das, dass die Voraussetzungen wesentlich lockerer sind: So können in diesem Fall auch Eigenüberweisungen oder normale Gutschriften genügen, beispielsweise Elterngeld oder Mieteinnahmen. Hier ist es also wichtig, dass überhaupt eine Transaktion stattgefunden hat. Es gibt sogar Banken, denen eine Transaktion des Kontobesitzers weg vom Konto genügt, also zum Beispiel eine Überweisung auf ein anderes Konto.

Konten ohne Gehaltseingang

Viele der Girokonten, die wir auf Testsieger-Konto genauer beleuchtet haben, haben keinen Gehaltseingang. Hier eine Übersicht über viele bekannte Girokonten und deren Gehaltseingang:

GirokontoGehaltseingang Kontogebühr
comdirect Logo comdirect
keiner
0,00 €
Logo der DKBDKBkeiner0,00 €
ING700 €ohne: 4,90 € p.m.
mit: 0,00 €
N26keiner0,00 €
norisbank Logo norisbankkeiner0,00 €
Logo der PSD NürnbergPSD Bankab 1 €ohne: 5,00 € p.m.
mit: 0,00 €

Weitere Girokonten ohne Gehaltseingang:

Die Höhe des Gehaltseingangs

Wie hoch der Gehalts- oder Geldeingang ist, spielt je nach Angebot eine wichtige Rolle. Manchen Banken genügt ein Geldeingang in beliebiger Höhe, so dass quasi schon ab einem Cent von einem Geldeingang die Rede ist. Richtige Gehaltskonten hingegen haben meist einen viel höheren Mindesteingang. Für Geringverdiener kommen diese Girokonten dann im Normalfall nicht in Frage.

Muss der Gehaltseingang auf dem Konto bleiben?

Viele Banken verlangen einen Gehaltseingang in bestimmter Höhe, damit das Konto kostenlos ist oder du andere Vorteile hast. Das heißt jedoch nicht, dass das Girokonto nicht im Laufe eines Monats unter diesen Betrag fallen kann. Natürlich gehen jeden Monat Buchungen und Daueraufträge von deinem Konto ab. Das spielt jedoch keine Rolle – Hauptsache, das Gehalt ging einmalig in einem Monat auf dem Konto ein.

Anders verhält es sich, wenn bis zum Ablauf eines Monats gar kein Gehaltseingang erfolgt ist. Dann kann die Bank beispielsweise eine Kontogebühr abbuchen.

Welche Auswirkungen hat der Gehaltseingang auf ein Girokonto?

Ein Gehaltseingang kann verschiedene Dinge bei einem Konto bewirken:

  • Die Kontoführung wird dadurch kostenlos
  • Du erhältst bestimmte Vorzüge wie eine Prämie oder eine Kreditkarte obendrauf
  • Einige Kosten werden dadurch reduziert, zum Beispiel niedrigere Dispozinsen

Es muss also nicht gleich heißen, dass du ohne Gehaltseingang kein Girokonto bekommst. Auch hier gilt es wieder, sich das individuelle Angebot genau anzuschauen. In der Regel kommunizieren die Banken direkt, welche Auswirkungen der Geldeingang auf ein Produkt hat.

Vor allem beim Thema Girokonto mit Startguthaben spielt der Gehaltseingang oft eine wichtige Rolle. Die Banken definieren hier meist sehr genau, wie hoch der Gehaltseingang sein muss und über welchen Zeitraum er erfolgt. Ist der Bonus erst einmal ausgezahlt, kann es gut sein, dass du keinen Geldeingang mehr benötigst.

Was tun ohne Gehaltseingang?

Wer keinen Gehaltseingang vorweisen kann, muss entweder gezielt nach einem Girokonto ohne Gehaltseingang suchen oder in Kauf nehmen, dass das Girokonto etwaige Vorteile nicht aufweist, beispielsweise eine Prämie. Viele Personen tun sich jedoch besonders schwer, überhaupt ein Girokonto zu erhalten. Dazu gehören in der Regel Arbeitslose, Personen mit negativen SCHUFA-Einträgen oder Studierende. Du gehörst auch dazu? Dann gibt es Alternativen!

Option für Menschen ohne Gehalt: Guthabenkonto

Du kannst kein Gehalt vorweisen, weil du Arbeitslosengeld, Hartz IV oder ähnliches beziehst? Kommt dann womöglich noch ein negativer SCHUFA-Eintrag dazu, wird es schwer, ein normales Girokonto zu erhalten. Viele Banken verlangen zwar keinen Gehaltseingang, doch sie setzen voraus, dass du eine feste Arbeitsstelle hast und deine Bonität intakt ist.

Ein Guthabenkonto, oft auch Basiskonto genannt, ist hier eine Option. Das Konto wird, wie der Name schon verrät, rein auf Guthabenbasis geführt. Du erhältst also weder Dispositionskredit noch Kreditkarte. Banken sind seit einigen Jahren gesetzlich verpflichtet, derartige Konten anzubieten. Leider sind sie meist nicht kostenlos.

Tipp: Mehr Infos zu diesem Thema bekommst du in unserem Ratgeber zum Thema Guthabenkonto.

Option für Studierende: Studentenkonto

Viele können überhaupt keinen Gehaltseingang vorweisen, beispielsweise Studierende. Für sie gibt es bei vielen Banken gesonderte Modelle, die günstiger sind und besondere Vorteile für Studierende aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel eine besonders günstige oder gar keine Kontogebühr, Boni oder Guthabenzinsen.

Tipp: Mehr Infos erhältst du im Ratgeber Studentenkonto.

Was tun beim Zweitkonto?

Du hast mehr als ein Girokonto? Dann sollte dein Hauptkonto auf jeden Fall das Gehaltskonto sein, sofern du daraus Vorteile erhältst – wie zum Beispiel eine kostenlose Kontoführung. Dein Zweit- oder Drittkonto kann dann ein Girokonto sein, bei dem kein Gehaltseingang gefordert wird. Prüfe regelmäßig, ob die Konditionen für den Gehaltseingang auch weiterhin gelten.

Julia bewegt sich seit 2011 im Umfeld Finanzen. Als Expertin für Verbraucherthemen wie Girokonto, Kreditkarte und Versicherungen hat die studierte Germanistin und Amerikanistin immer einen Tipp auf Lager.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
>