Aktien für Anfänger: So gelingt dein Start an der Börse

Vielversprechende Renditen, Aktiendepots für 0 Euro Jahresgebühr, vergleichsweise risikoarme Einstiegsprodukte – für Anfänger:innen ist der Start an der Börse so attraktiv wie nie.  Bevor du allerdings in den Börsenhandel einsteigst, solltest du dich über die wichtigsten Grundlagen informieren. Mit unseren Tipps klappt auch dein Start an der Börse.

Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Infos für Aktienneulinge auf das Wesentliche komprimiert. Legst du es auf einen Schnellstart an der Börse an, werden dir die Tipps hier vermutlich reichen. Nutze die Links in den Absätzen, wenn du mehr wissen möchtest.

Darum geht’s auf dieser Seite:

1. Baue Wissen auf

Wenn du ganz am Anfang stehst, solltest du dir zunächst Basiswissen aneignen, denn: Je besser die Vorbereitung, desto höher deine Chancen auf Erfolg und desto weniger unschöne Überraschungen erlebst du. Beginnen wir also bei A wie Aktie: Aktien sind Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden können. Sie werden von Unternehmen ausgegeben, die als Aktiengesellschaften organisiert sind. In der Regel versprechen diese sich davon Kapitalgewinnung, zum Beispiel für neue Projekte.

Es gibt verschiedene Arten von Aktien, etwa Stamm- und Vorzugsaktien. Außerdem sind Aktien an verschiedene Rechte und Pflichten gebunden. Als Besitzer:in einer Stammaktie hast du zum Beispiel ein Stimmrecht bei der Hauptversammlung oder einen Anspruch auf Dividendenzahlungen. Bei Vorzugsaktien hingegen hast du kein Stimmrecht, dafür aber höhere Dividendenleistungen. Eine typische Pflicht ist natürlich die Einzahlungspflicht, also die Pflicht, den Preis der Aktie auch zu zahlen.

Die Börse für Anfänger:innen

Zum wichtigen Grundwissen gehört es auch zu verstehen, wie die Börse funktioniert. Im Grunde genommen ist eine Börse ein Marktplatz für Wertpapiere. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Die Käufer:innen und Verkäufer:innen, die über ihre Depotbanken auf die Börsen Zugriff haben, sorgen für Angebot und Nachfrage. Willst du wissen, wieso es verschiedene Börsenplätze gibt und wie eine Börse arbeitet, liest du im Artikel „Wie funktioniert die Börse?“ weiter.

Die wichtigste Börsenregel – nicht nur für Anfänger:innen – lautet: Kaufe nur, was du auch verstehst. Das gilt zum einen für bestimmte Finanzinstrumente, von denen du nicht weißt, wie sie funktionieren. Zum anderen solltest du aber auch das Geschäftsmodell der Firmen, deren Aktien du kaufst, verstehen und einschätzen können. Mit Wissen schützt du dich vor Verlusten bei unseriösen Unternehmen.

Video: Aktien einfach verstehen in 15 Minuten

Anmerkungen der Redaktion zum Video von Finanzbildungs-Anbieter FinMent:
1. Aktienhandel ist keine Zauberei. Zwar sind die Renditen oft vielversprechend, doch die Wenigsten werden durch ihre Investitionen zu Millionär:innen.
2. ETFs und Fonds sind nicht schlechter als Aktien, sondern durch ihre Streuung risikoärmer, und dadurch für Anfänger und Anfängerinnen tendenziell sogar besser geeignet.

2. Definiere deine Ziele

Bevor du deinen ersten Trade tätigst, vielleicht sogar noch vor der Depoteröffnung, solltest du dir Gedanken über deine persönlichen Ziele machen. Willst du die Investition in Aktien als Altersvorsorge nutzen oder soll dein Kapital kurzfristiger angelegt werden?

Grundsätzlich hast du vollkommen freie Hand. Gemeinhin wird Aktien-Anfänger:innen jedoch empfohlen, mit einer langfristigeren Anlage zu beginnen, also ab fünf Jahren aufwärts. Der Grund: Eine längere Laufzeit erhöht die Chance auf eine positive Entwicklung deiner Geldanlage. Alle Aktienkurse sind kurzfristigen Schwankungen unterlegen, über viele Jahre hinweg gleichen sich diese Schwankungen jedoch oft wieder aus.

Aktien-ETFs und Aktien-Fonds sind insbesondere für Neulinge geeignete Mittel, um langfristig zu investieren. Ihr entscheidender Vorteil: Mit einem Kauf von ETF- oder Fonds-Anteilen investierst du gleich in mehrere Aktien. So streust du Risiken automatisch über Unternehmen, Branchen und Länder hinweg.

3. Plane deine Finanzen

Noch wichtiger als die allgemeinen Zielsetzungen ist die Budgetfrage: Setze dir einen finanziellen Rahmen und halte dich daran! Du solltest nur Geld investieren, auf das du gerade verzichten kannst. Erstens schützt dich das vor Panikverkäufen, zweitens hast du einen finanziellen Puffer, wenn du kurzfristig Geld brauchst.

Setzt dabei nicht alles auf eine Karte – weder auf nur eine Aktie, noch auf nur eine Anlageform. Zu einer guten und durchdachten Finanzplanung gehört, Wertpapieranlagen durch risikoärmere und daher besser gegen Verlust geschützte Investitionen zu ergänzen. Du könntest dein verfügbares Kapital also zum Beispiel auch auf einem Festgeldkonto und als schnell verfügbares Tagesgeld anlegen. 

4. Finde ein passendes Depot

Um an der Börse handeln zu können, musst du ein Depotkonto eröffnen. Noch bevor du dir also darüber Gedanken machst, welche Aktien du kaufen solltest, musst du dich für ein Depot entscheiden. Das ist ein Konto, auf dem eine Bank oder ein Online-Broker Wertpapiere für den Kunden bzw. die Kundin verwahrt und verwaltet. Manchmal werden dafür Depotführungsgebühren erhoben. Sie sind mit Kontoführungsgebühren vergleichbar.

Achtung vor unseriösen Brokern

Nicht jeder Online-Broker ist auch seriös. Deshalb ist es wichtig, betrügerische Broker zu erkennen. Wir haben 10 Warnsignale, mit denen man Scammer erkennen kann, zusammengestellt.

Komplizierte und risikoreichere Wertpapiere, wie zum Beispiel Zertifikate, spielen bei dir am Anfang vermutlich eher keine Rolle. Das macht die Wahl eines Depots einfacher, denn die meisten Anbieter ermöglichen den Handel mit anfängertauglichen Wertpapierarten wie ETFs, Aktien oder Fonds.

Kosten an deiner Anlage bemessen

Auf die Kosten des Brokers solltest du dagegen besonders achten. Schließlich nützt der beste Handel nichts, wenn die Gebühren des Brokers den Gewinn verschlingen. Entscheide dich am für ein Depot, das die besten Konditionen speziell für deine Anlagepläne bietet. Du brauchst vor allem eine große und günstige Sparplanauswahl? Dann solltest du insbesondere auf diesen Punkt achten. Du kaufst nur Aktien? Dann können dir die Gebühren für ETF-Käufe egal sein. Achte auf die Höhe der Orderkosten, also die Gebühr für einen Handelsauftrag. Diese fällt für jede Order an, die du tätigst. Je höher, desto teurer jeder Handel.

Die meisten Depots kannst du heutzutage online eröffnen. Wie du das machst, erfährt du in unserem Ratgeber zur Depoteröffnung.

Um das beste Depot für dich zu finden, lohnt sich ein Blick in unseren Depot-Vergleich. Dort findest du beliebte Broker mit guten Konditionen und geringen Gebühren.

5. Kaufe Aktien günstig ein

Der eigentliche Aktienkauf ist schnell per Mausklick erledigt. Du musst lediglich die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die eindeutige Bezeichnung der Aktie in die Handelsmaske deines Brokers eingeben. Danach wählst du aus, über welche Börse du das Wertpapier kaufen willst. Die Auswahl ist wichtig, denn oftmals variieren die Kaufpreise von Börsenplatz zu Börsenplatz. Die individuellen Börsengebühren werden vom Broker an die Kund:innen weitergegeben.

Auch die Ordergröße, also die Höhe deiner Investition, legst du in der Handelsmaske fest. Achte beim Setzen der Order auf die Währung, in der das Wertpapier notiert ist. Bei Fremdwährungen entstehen Wechselkursrisiken.

Was ist eine Order und was ein Orderzusatz?

„Order“ bezeichnet den Auftrag zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Privatkund:innen vergeben ihre Order stets an Banken oder Broker, die diese an die Börse weiterleiten. Mit Orderzusätzen kannst du eine Order an bestimmte Bedingungen knüpfen. Dann wird der Kauf oder Verkauf nur ausgelöst, falls diese erfüllt sind.

6. Bleibe immer entspannt

Nichts ist schlechter fürs Portemonnaie als überstürzte und unüberlegte Anlageentscheidungen. Hast du eine langfristige Strategie im Blick, musst du nicht täglich die Aktienkurse prüfen. Du läufst so nur Gefahr, dich von kurzfristigen Verlusten verunsichern zu lassen. Ständige Käufe, Verkäufe und Neukäufe belasten deine Finanzen unnötig. Denn jedes Mal fallen Transaktionsgebühren beim Broker und bei den Börsen an.

Außerdem kann es passieren, dass dir bei überstürzten Verkäufen spätere Kursgewinne der Aktie entgehen. In der Regel kannst du mit langfristigen Geldanlagen kurzfristige Misserfolge an der Börse ausgleichen. Insgesamt erzielst du so wahrscheinlicher ein positives Ergebnis. Prinzipiell gilt bei langfristigen Anlagen also eher der Buy-and-Hold-Ansatz.

7. Verkaufe Aktien zum richtigen Zeitpunkt

Gemeinhin wird behauptet, den richtigen Verkaufszeitpunkt könne man nicht wissen, da man die Zukunft nicht kenne. Das stimmt zwar, aber grundlegend sollte sich die Entscheidung ein Wertpapier zu verkaufen oder nicht, auch an anderen Faktoren bemessen. Hast du deine Anlageziele erreicht? Möchtest du mehr Sicherheit in deinem Portfolio schaffen und daher Anlagen auf andere Wertpapierarten oder Anlageformen umschichten? Auch aus solchen Fragen ergeben sich geeignete Verkaufszeitpunkte.  

Auch wenn du auf das Unternehmen selbst schaust, kannst du mitunter Hinweise darauf bekommen, ob du die zugehörige Aktie verkaufen solltest. Steht es etwa sehr schlecht um das Unternehmen, solltest du die Nachrichtenlage genau prüfen, um absehen zu können, ob es dauerhaft in einer schwierigen Lage sein wird, und ggf. verkaufen. Auch bei einem bereits länger andauernden Hype um eine Aktie – inkl. sprunghafter Kursgewinne – könnte es eine kluge Entscheidung sein, erzielte Gewinne durch einen Verkauf lieber mitzunehmen als bis zum Platzen der Blase zu warten.

Aktiengewinne versteuern

Aktiengewinne aus Dividenden und Verkaufserlösen unterliegen der Abgeltungssteuer. Was es hier zu beachten gilt, erfährst du in unserem Ratgeber „Aktiengewinn und Steuer“.

Julia bewegt sich seit 2011 im Umfeld Finanzen. Als Expertin für Verbraucherthemen wie Girokonto, Kreditkarte und Versicherungen hat die studierte Germanistin und Amerikanistin immer einen Tipp auf Lager.
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