Welche Vorteile bietet ein Bausparvertrag?

Niedrige Zinsen, kaum Rendite – Bausparverträge gelten seit Beginn der Niedrigzinsphase als unattraktiv. Doch was ist, wenn die Zinsen steigen? Dann kann sich ein Bausparvertrag lohnen, denn: Du sicherst dir die noch günstigen Zinsen für einen langen Zeitraum. In diesem Ratgeber haben wir dir dieses und weitere Vorteile zusammengestellt.

Zinsgarantie von Anfang an

Das wohl schlagendste Argument für einen Bausparvertrag, wenn die Zinsen niedrig sind:  Schließt du in einer Niedrigzinsphase einen Bausparer ab, sicherst du dir den niedrigen Zinssatz für Jahre!

Aber von Anfang an: Die Zinsen für die Anspar- und die Darlehensphase werden bereits bei Vertragsbeginn festgelegt. Hast du Zinsen also einmal vereinbart, ändern sie sich nicht mehr. Und das gilt auch für ein Darlehen, das du erst zehn Jahre oder noch später aufnimmst. Hast du also vor, dir in einigen Jahren Wohneigentum anzuschaffen, solltest du die Niedrigzinsphase ausnutzen und deinen Bausparer abschließen. Du sicherst dir nicht nur niedrige Darlehenszinsen, sondern schaffst dir auch eine solide Kalkulationsgrundlage.

Für jedes Anliegen den passenden Tarif

Du kannst deinen Tarif frei wählen. Der Markt bietet eine große Auswahl an Anbietern und eine entsprechend große Auswahl an verschiedenen Tarifen. Sie unterscheiden sich in der Ansparphase zum Beispiel in der Guthabenverzinsung, der Höhe der Abschlussgebühr oder dem monatlichen Regelsparbetrag. Kannst du also aktuell nur eine kleine Rate bezahlen, solltest du darauf achten, dass der monatliche Regelsparbetrag möglichst niedrig ist.

In der Darlehensphase wird von den Bausparkassen oft ein Agio verlangt. Möchtest du diese Gebühr vermeiden, wählst du am besten einen Anbieter, der diese Gebühr nicht erhebt.

Tipp: Das Agio muss Bestandteil des Effektivzinses sein. Vergleiche daher am besten immer den Effektivzins der Anbieter, denn in ihm sind alle Gebühren enthalten.

Wie funktioniert ein Bausparvertrag eigentlich?

Wenn du wissen möchtest, wie genau ein Bausparvertrag eigentlich funktioniert, in welche Phasen er unterteilt ist und wie genau das mit der Besparung und Zuteilung funktioniert, lies einfach in unserem Ratgeber „Wie funktioniert ein Bausparvertrag?“ nach. Weißt du schon sicher, dass du einen Bausparer abschließen möchtest, klicke einfach auf unseren Vergleich und sichere dir deine Konditionen!

Freie Guthabenverwendung

Du musst dein Guthaben nicht zwingend für Baumaßnahmen oder Renovierungen einsetzen. Voraussetzung für die freie Guthabenverwendung: Die siebenjährige Sperrfrist ist abgelaufen. Nach sieben Jahren kannst du dein Guthaben also auch für die Bezahlung deines nächsten Urlaubs oder neuer Möbel verwenden. Aus diesem Grund nutzen viele Kund:innen von Bausparkassen den Bausparvertrag eher als Geldanlage denn als Baufinanzierungsmaßnahme.

Aber Achtung! Entscheidest du dich für Bausparen als Geldanlage, darfst du das Darlehen nicht mehr in Anspruch nehmen. Hinzu kommt: In Zeiten von Niedrigzinsen erhältst du kaum Guthabenzinsen. Deshalb solltest du dich eher für einen ETF-Sparplan oder ein anderes Wertpapier entscheiden, das du besparen kannst.

Staatliche Förderungen

Bausparen wird grundsätzlich staatlich gefördert.

Einmal jährlich kannst du die sogenannte Wohnungsbauprämie erhalten. Diese ist in der Regel an einen wohnwirtschaftlichen Zweck gebunden. Nur junge Menschen unter 25 Jahren können sie einmal für einen Wunsch ihrer Wahl verwenden, wie beispielsweise eine Reise oder den Kauf eines Autos.

Des Weiteren können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber freiwillig vermögenswirksame Leistungen, auch VL genannt, an ihre Angestellten zahlen. Diese werden direkt in ein Anlagekonto investiert, denn sie sollen ausschließlich dem Vermögensaufbau dienen. Sie können also auch das Guthaben deines Bausparvertrags aufstocken. Erhältst du VL, kannst du die Arbeitnehmersparzulage beantragen und so eine zusätzliche Förderung für deinen Bausparvertrag erhalten.

Wohnungsbauprämie ist einkommensabhängig

Die Wohnungsbauprämie bekommt leider nicht jeder. Voraussetzung: ein zu versteuerndes Einkommen unter 35.000 Euro jährlich. Bist du verheiratet und veranlagt ihr gemeinsam, dürft ihr bis höchstens 70.000 Euro im Jahr verdienen, um die Wohnungsbauprämie erhalten zu können.

Guthabenzinsen

Allerdings macht ein Bausparer als Geldanlage nur Sinn, wenn dein Guthaben entsprechend verzinst wird. Ist das der Fall, profitierst du zusätzlich von einer flexiblen Sparrate. In der Regel kannst du – vom Mindestsparbetrag abgesehen – deine Sparrate frei wählen oder sie auch einmal aussetzen, wenn du knapp bei Kasse bist.

Je nachdem ob das Sparen oder Bauen der Hauptzweck deines Bausparvertrages sein soll, kannst du deinen Tarif mit einem entsprechenden Fokus auswählen. Bausparverträge zur Geldanlage bieten abseits von Niedrigzinsphasen meist höhere Guthabenzinsen an.

Flexible Ratengestaltung

In der Ansparphase bist du flexibel. Du entscheidest selbst, welche Beträge du sparen willst bzw. kannst. Du hast die Möglichkeit, monatlich feste Raten zu vereinbaren, die dann von deinem Konto abgebucht werden. Du kannst dich aber auch dazu entscheiden, unregelmäßig einzuzahlen. Kannst du die Rate einmal nicht bedienen, setzt du sie einfach aus.

Diese Flexibilität bietet kaum ein anderer Sparplan. Willst du aber in einer bestimmten Zeit eine gewisse Bausparsumme erreichen, solltest du einen monatlichen Regelsparbeitrag festlegen.

Bausparvertrag in Ansparphase kündigen

Während der Ansparphase kannst du deinen Bausparvertrag jederzeit kündigen. Hast du Fördermittel erhalten, solltest du aber prüfen, welche Zulagen du durch eine zu frühe Kündigung verlieren könntest. Die Auszahlung staatlicher Zuschüsse ist in der Regel an gewisse Sperrfristen gebunden.

Jederzeit Sondertilgungen

In der Darlehensphase hast du die Möglichkeit, jederzeit Sondertilgungen auf das Bauspardarlehen zu leisten. So kann der Kredit also auch vorzeitig zurückgezahlt werden. Gebühren, also eine Vorfälligkeitsgebühr oder eine Stornogebühr, fallen hierbei nicht an. Eine solche Flexibilität bietet kaum eine andere Darlehensvariante.

Saskia ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 2017 im Finanzbereich. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Wertpapierdepot sowie bei Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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