Gebühren beim Bausparvertrag

Der Traum vom Eigenheim lebt. Durch steigende Bauzinsen und teure Baustoffe wird er allerdings immer schwerer realisierbar. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen! Schließt du in einer Niedrigzinsphase einen Bausparvertrag ab, sicherst du dir schon jetzt die günstigen Konditionen für dein späteres Eigenheim. In diesem Ratgeber erklären wir dir, welche Gebühren bei einem Bausparvertrag auf dich zukommen können und wie du sie so gering wie möglich halten kannst.

Willst du einen Bausparvertrag abschließen, solltest du dich vorab genau über die Konditionen und Leistungen deines favorisierten Tarifs informieren. Vor allem die Kosten spielen bei der Auswahl eine große Rolle. Manche Gebühren sind einmalig fällig, manche zahlst du über die gesamte Laufzeit deines Bausparers hinweg.

Diese Gebühren können beim Bausparvertrag anfallen

Abschlussgebühr

Die Abschlussgebühr ist die wichtigste und meist auch höchste Gebühr beim Bausparvertrag. Du zahlst sie als Bearbeitungsgebühr oder Vermittlungsprovision, wenn du deinen Bausparvertrag abschließt. Die Gebühr liegt in der Regel zwischen 1,0 und 1,6 Prozent der Bausparsumme. Das bedeutet: Je höher die Bausparsumme, desto höher das Entgelt.

Allein ausschlaggebend für den Abschluss eines Bausparvertrags sollte die Abschlussgebühr für dich allerdings nicht sein. Immerhin zahlst du sie nur einmal bei Abschluss. Wenn der Zinssatz günstig ist, kannst du ruhig auch eine etwas höhere Gebühr in Kauf nehmen.

Agio

Das Agio hat Einfluss auf die Höhe des Bauspardarlehens: Es erhöht die Schulden des Bausparers. Das Agio ist ein Zinsbestandteil und wird dem Effektivzinssatz zugerechnet. In der Regel beträgt die Gebühr zwischen einem und drei Prozent der Darlehenssumme. Allerdings fällt das Agio nicht bei jedem Bausparvertrag an.

Beispiel: Bei einem Agio von zwei Prozent erhältst du nach der Ansparphase mit dem Bauspardarlehen 100 Prozent der Bausparsumme. Du zahlst allerdings nicht nur 100, sondern 102 Prozent zurück.

Wie funktioniert eigentlich ein Bausparvertrag?

Auch abseits der Gebühren ist ein Bausparvertrag ein komplexes Finanzprodukt. In unseren Ratgebern erfährst du nicht nur, wie ein Bausparer funktioniert, sondern auch, welche Vorteile du dir durch einen Abschluss sichern kannst.

Kontoführungsgebühr bzw. Servicepauschale

 Seit dem Jahr 2017 haben immer mehr Bausparkassen eine Kontoführungsgebühr erhoben. Oft wurde sie in der Ansparphase des Bausparvertrags als Servicepauschale an die Kundinnen und Kunden weitergegeben. Diese Gebühr ist mit dem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz gegen die Debeka Bausparkasse im Dezember 2019 nicht mehr zulässig.

Bestätigt wurde dieses Urteil im November 2021 durch das Oberlandesgericht Celle gegen die BHW Bausparkasse. Grund: Der Servicepauschale steht keine echte Gegenleistung für die Kundinnen und Kunden entgegen.

Darlehensgebühr

Die Darlehensgebühr ist eine bekannte, aber schon länger unzulässige Gebühr: Für Kredite verbot der Bundesgerichtshof (BGH) 2016 die Erhebung einer Bearbeitungsgebühr. Bauspardarlehen sind ebenfalls davon betroffen.

So sparst du Kosten

Die beschriebenen Entgelte sind nicht bei allen Bausparanbietern gleich hoch. Manche Kostenpunkte entfallen bei bestimmten Anbietern sogar ganz. Es lohnt sich also, vor Abschluss zu recherchieren und die Tarife genau zu vergleichen.

In unserem Online-Vergleich wählst du zuerst dein persönliches Bausparziel. So filterst du die Bausparverträge aus den zahlreichen Angeboten heraus, die am besten für dich geeignet sind. Anschließend kannst du deine Favoriten genauer unter die Lupe nehmen. So schließt du am Ende nicht nur den für dich besten, sondern auch den für sich günstigsten Bausparvertrag an.

Saskia ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 2017 im Finanzbereich. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Wertpapierdepot sowie bei Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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