Vermögenswirksame Leistungen (VL) mit Fonds und Depot

Vermögenswirksame Leistungen, auch bekannt als VL oder VwL, sind freiwillige Zahlungen des Arbeitgebers, die maximal 40 Euro im Monat betragen. In vielen Unternehmen ist die Förderung Teil der Betriebsvereinbarung oder im Tarifvertrag geregelt. Sie sollen den Arbeitnehmer dabei unterstützen, Vermögen aufzubauen. Doch aufgepasst: Sie erhalten VL nicht automatisch. Wenn Sie VL erhalten möchten, müssen Sie diese selbst bei Ihrem Arbeitgeber erfragen und einen Nachweis bezüglich Ihrer Kapitalanlage erbringen. Berechtigt für den Erhalt von vermögenswirksamen Leistungen sind Sie nur, wenn Sie eine langfristige Anlage – beispielsweise zur Altersvorsorge – besparen oder ein Darlehen tilgen.

Warum VL Fondssparen profitabler ist als andere Sparpläne

Der große Vorteil beim VL Fondssparen ist: Die zusätzliche staatliche Förderung auf das VL-Sparen ist deutlich höher. Denn neben der Zahlung vom Chef können Sie außerdem eine staatliche Extrazahlung beantragen. Die Arbeitnehmersparzulage auf vermögenswirksame Leistungen beträgt für Alleinstehende 20 Prozent des eingezahlten Betrags, maximal jedoch 80 Euro im Jahr. Für Ehepaare gilt die doppelte Summe. Auch die Einkommensgrenzen sind für die Arbeitnehmersparzulage für Fonds höher als beispielsweise für den Bausparvertrag. Sie liegen bei 20.000 Euro für Alleinstehende und 40.000 Euro für Ehepaare.

Viele Menschen scheuen sich davor, ihr Geld an der Börse anzulegen. Dabei sind die Renditechancen bei Fondssparplänen deutlich höher als bei herkömmlichen Bankenprodukten wie Sparbuch oder Festgeldkonto. Während das Sparbuch aktuell eine Rendite von jährlich 0,5 % einbringt, sind bei einem Fondssparplan aktuell durchschnittlich 10,00 % jährlich drin. Beachten Sie hier aber auch die Kosten. Bei Fondssparplänen handelt es sich meist um aktiv gemanagte Fonds. Die Betreuung Ihres Fonds durch einen Bankberater kostet Sie Gebühren. Auch wenn die Gewinne aus den Fondssparplänen durch die Gebühren für den Fondsmanager etwas geschmälert werden, sind sie weitaus höher als bei klassischen Sparanlagen.

Nicht jeder Fondssparplan ist VL-fähig

Der Gesetzgeber gibt einen Anteil von mindestens 60 % Aktien vor, damit ein Fonds als VL-Anlage angeboten werden darf. Achten Sie bei der Auswahl Ihres Fondssparplans auf die VL-Freigabe Ihrer Bank.

VL und die Arbeitnehmersparzulage: So viel Geld können Sie erhalten

ANLAGEART VL VOM
ARBEITGEBER
ZUSÄTZLICHE STAATL. FÖRDERUNG
MIT SPARZULAGE
MIT ARBEITNEHMER-SPARZULAGE
ANGESTREBTE RENDITE
ETF-Sparplan möglichmax. 20 % der Sparsumme;
höchstens 80 € pro Jahr
für Singles und 160 € pro Jahr
für Verheiratete
Ø 7,50 % zum ETF-Sparplan
Fondssparplanmöglichmax. 20 % der Sparsumme;
höchstens 80 € pro Jahr
für Singles und 160 € pro Jahr
für Verheiratete
Ø 10,00 %zum Fondssparplan
Aktiensparplanmöglichmax. 20 % der Sparsumme;
höchstens 80 € pro Jahr
für Singles und 160 € pro Jahr
für Verheiratete
Ø 15,00 %zum Aktiensparplan
Banksparplannicht möglich Ø 0,50 %zum Banksparplan
Bausparvertragmöglichmax. 9 % der Sparsumme;
höchstens 43 € pro Jahr
für Singles und 86 € pro Jahr
für Verheiratete
Ø 0,25 %
Baufinanzierung möglichmax. 9 % der Sparsumme;
höchstens 43 € pro Jahr
für Singles und 86 € pro Jahr
für Verheiratete
Lebensversicherungnicht möglich Ø 0,90 %

Die günstigere Alternative: ETF-Sparplan mit VL

Wem die Kosten für aktiv gemanagte Fonds zu hoch sind, kann auf einen ETF-Sparplan zurückgreifen. Die Renditechancen für dieses Sparprodukt sind zwar etwas geringer als bei einem Fondssparplan – sie liegen bei durchschnittlich 7,50 % pro Jahr –, doch auch die Kosten sind bei dieser Anlage deutlich geringer. Ein ETF bildet einen bereits bestehenden Aktienindex ab, daher benötigen Sie niemanden der Ihren Fonds aktiv verwaltet. Da hierbei meist Indizes mit einer Vielzahl von Posten abgebildet werden, ist die Risikostreuung besonders hoch. Das heißt: Der ETF-Sparplan ist sicherer als vergleichbare Börsenprodukte. Und natürlich gibt es auch ETF-Sparpläne, die VL-berechtigt sind.

So erhalten Sie attraktive vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen werden Ihnen niemals aufs Girokonto überwiesen oder direkt auf die Hand ausgezahlt. Um förderberechtigt zu sein, müssen Sie Ihrem Arbeitgeber nachweisen, dass Sie über einen Sparplan verfügen. Ob es sich bei diesem um einen Bausparvertrag, Banksparplan, ETF-Sparplan, Fondssparplan oder Aktiensparplan handelt, spielt keine Rolle. Achten Sie nur in den Vertragsbestimmungen darauf, dass Ihre Anlage VL-berechtigt ist. Falls dies nicht explizit im Vertrag erwähnt wird, fragen Sie am besten vorab beim betreffenden Anbieter nach.

Wichtig für den Arbeitgeber ist der Nachweis, dass Sie langfristig Vermögen mit Ihrem Vertrag aufbauen. Hierfür reicht meist eine Bestätigung der Bank aus. Im Anschluss wird Ihnen mit dem nächsten Gehalt auch die VL ausgezahlt.

Laufzeit vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen haben eine Laufzeit von sieben Jahren. Dabei werden die VL sechs Jahre am Stück auf Ihre Sparanlage eingezahlt, das siebte Jahr ist ein Ruhejahr. In diesem Jahr können Sie jedoch direkt den nächsten Vertrag mit VL beginnen.

Diese Personen dürfen vermögenswirksame Leistungen erhalten:

  • Arbeitnehmer
  • Auszubildende
  • Beamte
  • Richter
  • Soldaten

Warum lohnt sich die VL-Aufstockung?

Der maximale Betrag, den Sie als vermögenswirksame Leistungen erhalten können, liegt aktuell bei 40 Euro im Monat – das entspricht folglich 480 Euro im Jahr. Im besten Fall übernimmt Ihr Arbeitgeber den gesamten Betrag. Dazu ist er aber nicht verpflichtet. Zahlt Ihnen Ihr Chef beispielsweise nur 25 Euro VL, so sollten Sie die Differenz (also 15 Euro) selbst aufstocken.

Denn der Staat fördert vermögenswirksame Leistungen zusätzlich mit der Arbeitnehmersparzulage. Diese erhalten Sie allerdings nur auf die vollen 40 Euro im Monat, daher lohnt sich die Aufstockung meist. Allerdings ist die Arbeitnehmersparzulage auch an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden. Die Verträge einiger VL-fähigen Sparpläne setzen ebenso die volle Zahlung der 40 Euro pro Monat voraus.

Müssen VL versteuert werden?

Mit vermögenswirksamen Leistungen wird im Prinzip Ihr Bruttogehalt aufgestockt, daher sind diese auch steuer- und sozialabgabenpflichtig. Ihr Arbeitgeber überweist Ihnen die Höhe der vermögenswirksamen Leistungen auf Ihr Anlagekonto. Da Sie für diese jedoch ebenso Steuern und Abgaben bezahlen, verringert sich Ihr Nettogehalt geringfügig.

Erteilen Sie einen Freistellungsauftrag

In Deutschland müssen Kapitalerträge zum Beispiel aus Aktien versteuert werden. Dazu zählen auch die Kapitalerträge des Sparvertrags, auf den Sie vermögenswirksame Leistungen erhalten. Richten Sie bei der betreffenden Bank am besten schon bei Vertragsabschluss einen Freistellungsauftrag für das Jahr ein, in dem Ihr Vertrag ausläuft. So können Sie bis zu 1.602 Euro pro Jahr unversteuert erhalten.

So finden Sie das richtige VL-Depot

Sie können vermögenswirksame Leistungen auf eine Sparanlage in Ihrem Depot einzahlen lassen. Das sind beispielsweise ETF-Sparpläne, Fondssparpläne oder auch Aktiensparpläne. Voraussetzung für die VL-Fähigkeit ist, dass der Fonds, in den Sie die einzahlen, zu mindestens 60 % aus Aktien besteht. Wenn Sie ein Depot eröffnen möchten, achten Sie folglich auf die Angebote von Aktienfonds und Investmentfonds des betreffenden Anbieters und prüfen Sie vorab, ob die Sparpläne als VL-fähig bezeichnet werden.

Wenn Sie sich unsicher sind, welches Depot Sie eröffnen sollen, können Sie online einen Depotkonto-Vergleich durchführen. Im Rechner können Sie ganz einfach die Konditionen angeben, die Ihnen persönlich wichtig sind. Im Anschluss erstellt der Vergleich ein Ergebnis mit verschiedenen Anbietern, die für Sie in Frage kommen, sodass Ihnen beim erfolgreichen Online-Trading nichts mehr im Weg steht.

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