Leitzins: Was ist das eigentlich?

Der Leitzins beeinflusst den Geldmarkt wesentlich – von ihm hängen beispielsweise die Höhe der Zinserträge von Spareinlagen, wie auch die Zinsrate bei Krediten ab. Somit wird der Leitzins zum wesentlichen Instrument der Geldpolitik. Wir verraten dir, was genau der Leitzins ist und was ein hoher, bzw. niedriger Leitzins für dich bedeutet.

Von wem wird der Leitzins gesteuert?

Die Zentralbanken, auch Notenbanken genannt, sind daran interessiert, das Preisniveau und den Geldwert stabil zu halten. Bis 1998 war dafür in Deutschland die Deutsche Bundesbank zuständig, mittlerweile kümmert sich die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euro-Raum um diese Aufgabe.

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Wie wirkt sich der Leitzins aus?

Die Zentralbanken beeinflussen mit der Änderung des Leitzinses die Geldmenge und die ökonomische Entwicklung im kompletten Währungsraum. Wenn sich der Leitzins erhöht, steigen automatisch die Kapitalmarktzinsen, was zur Bekämpfung der Inflation dient. Senkt die EZB den Leitzins, versucht sie eine schwache Konjunktur auszugleichen.

Jede Änderung hat eine Wirkung auf die Stärke der eigenen Währung. Eine Leitzinssenkung drückt den Preis der eigenen Währung und umgekehrt. So werden Import und Export durch die EZB gesteuert.

Was ist Konjunktur?

Unter Konjunktur versteht man, vereinfacht gesagt, die Lage der Wirtschaft. Sie gibt an, wie es gerade um die Volkswirtschaft eines Landes oder einer Region steht, und welcher Trend sich für die Wirtschaft ablesen lässt.

Hoher Leitzins

Wenn der Zins angehoben wird, bewirkt das eine Geldverteuerung, was im Umkehrschluss zu einer Geldverknappung führt. Da das Leihen von Geld für Kreditinstitute und Banken dadurch teurer wird, müssen sie Kostenerhöhung an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben. Kredite werden auch für sie teurer, weshalb in der Regel weniger abgeschlossen werden. Das führt dazu, dass sie Sparrate steigt und die Investitionsrate sinkt.

Niedriger Leitzins

Wenn der Leitzins fällt, hat das genau den gegenteiligen Effekt – die Sparrate sinkt und die Investitionsrate steigt. Durch die erhöhte Nachfrage nach Geld wird nicht nur der Aktienmarkt belebt, sie fördert auch das Wirtschaftswachstum.

Banken in nationalen Währungsräumen

In andern Währungsräumen sind beispielsweise die US-Notenbank Federal Reserve System (FED), die Bank of England und die Schweizerische Nationalbank zuständig.

Einfluss auf dich

Dass die Entscheidungen der Zentralbank auch auf dich Einfluss haben, ist offensichtlich. Wird der Leitzins erhöht, steigen auch die Zinsen für Tages- und Festgeldkonten. Andersherum, also bei einer Senkung, werden Kredite attraktiver, jedoch bekommst du als Sparerin oder Sparer wenig bis gar keine Zinsen mehr.

Wenn du dein Geld unabhängig vom Leitzins anlegen willst, dann empfehlen wir dir ein Depot. Dort kannst du in Fonds und ETFs investieren oder dir ETF-Sparpläne erstellen, um monatlich einen bestimmten Betrag zu sparen. Vor allem, wenn du langfristig sparst, wirst du in aller Regel auch bei einem niedrigen Leitzins Rendite erzielen.

Leitzins einfach erklärt | explainity

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