Ausschüttend oder thesaurierend: Wie investierst du passend für dich?

Du möchtest in Fonds oder ETF investieren, bist dir aber noch unschlüssig, ob in ausschüttende oder thesaurierende? Kein Problem! Wir erklären dir den Unterschied und zeigen dir Vor- und Nachteile und den steuerlichen Unterschied auf.

Was bedeutet ausschüttend oder thesaurierend?

Bei ausschüttenden Fonds oder ETFs erhältst du in der Regel einmal im Jahr die Erträge ausgeschüttet. Das bedeutet, dass sie dir auf dein Referenzkonto gutgeschrieben werden. Danach kannst du frei über sie verfügen, sie beispielsweise reinvestieren.

Das Wort thesaurierend kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Schatzkammer“. Bei thesaurierenden Fonds oder ETFs wird dein Gewinn nicht ausgeschüttet, sondern wieder in Fondsanteile angelegt. So tritt der Zinseszinseffekt ein und dein Fondsvolumen kann auf Dauer stärker wachsen. Bei thesaurierenden Fonds oder ETFs wird auch von Wachstumsfonds oder akkumulierendem Fonds oder ETF gesprochen.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Ausschüttende Fonds und ETFs

Pro

  • Regelmäßige Erträge
  • Du hast in der Hand, wie liquide du bist
  • Du kannst dein Geld flexibel reinvestieren

Contra

  • Wenn du dein Geld anderweitig investieren möchtest, fallen gegebenenfalls neben Gebühren noch Transaktionskosten an
  • Durch das regelmäßige Ausschütten der Erträge ist eine größere Wertsteigerung unwahrscheinlich

Thesaurierende Fonds oder ETFs

Pro

  • Häufig keine Gebühren bei Wiederanlage deiner Erträge
  • Wiederanlage erfolgt automatisch
  • Durch den Anstieg des Fonds-/ETF-Volumen kann es einen Wertzuwachs geben
  • Durch die Wiederanlage der Zinsen gibt es einen Zinseszinseffekt

Contra

  • Deine Erträge werden nicht ausgeschüttet
  • Du kannst nur bei Verkauf über deine Erträge verfügen
  • Höheres Verlustrisiko bei fallenden Kursen, da alle Erlöse wieder angelegt werden
Was ist ein Zinseszinseffekt?

Der Zinseszinseffekt beschreibt, dass Zinsen auf Zinsen gezahlt werden. Übertragen auf die Anlage am Aktienmarkt bedeutet das, dass alle deine Erträge (Dividenden und Zinsen) bei der Wiederanlage ihren Teil zum Wachstum des Depots beitragen.

Welche Anlageform passt besser zu dir?

Ob du dich für die thesaurierende oder ausschüttende Form entscheidest, hängt von deinem Anlageziel ab. Möchtest du möglichst rasch ein Vermögen aufbauen, dann ist der thesaurierende Fonds oder ETF besser geeignet. Da die Erträge wiederangelegt werden, profitierst du von den Zinseszinsen.

Möchtest du deine Erträge hingegen ausgeben und nur dein Kapital arbeiten lassen, ist vielleicht ein ausschüttender Fonds oder ETF besser für dich.  

Unterm Strich musst du es aber nicht so eng sehen, denn für Privatanleger:innen spielt es keine sehr große Rolle, ob du einen ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds oder ETF kaufst. Einziger Unterschied: Durch das eigene Reinvestieren können Gebühren entstehen, die bei thesaurierenden Fonds und ETFs entfallen. Möchtest du aus deinem thesaurierenden Fonds eine regelmäßige Zahlung aus deinem Guthaben, kannst du einen Auszahlplan abschließen. So kannst du dir monatlich einen bestimmten Betrag auszahlen lassen und musst nicht auf den jährlichen Ausschüttungstermin warten.

Andersherum genauso: Möchtest du ein Vermögen schnell mit ausschüttenden Fonds oder ETFs aufbauen, kannst du deiner depotführenden Stelle mitteilen, dass deine Ausschüttungen automatisch wieder angelegt werden sollen. Oft reicht auch ein Kreuzchen in deinem Online-Banking bei „automatische Wiederanlage“. So wird am Tag der Ausschüttung für diesen Betrag neue Fonds oder ETFs gekauft, häufig sogar ohne Ausgabeaufschlag. Danach solltest du fragen!

Talerbox Invest Smart- Ausschüttende oder Thesaurierende ETFs? So kannst du Steuern sparen

Welche Steuern fallen an?

Egal ob ausschüttend oder thesaurierend: Auf die gesamte Haltedauer betrachtet ist die auf Erträge anfallende Steuer die gleiche. Wichtiger Unterschied: Die Steuer bei ausschüttenden ETFs oder Fonds erfolgt bei Ausschüttung direkt durch die Depotbank.

Aktiengewinne versteuern

Versteuert werden müssen Dividenden-Erträge und realisierte Kursgewinne nach dem Verkauf eines Fonds oder ETF. Wir erklären dir wie es richtig geht.

Bei thesaurierenden Fonds oder ETFs fällt zu Jahresbeginn eine Vorabpauschale an. Diese fällt im aktuellen Niedrigzins-Umfeld jedoch sehr gering aus, im kommenden Jahr entfällt die Vorabpauschale sogar ganz. Dadurch genießen thesaurierende ETFs derzeit einen Steuerstundungseffekt: Der Großteil der zu zahlenden Steuer wird erst bei Verkauf fällig, was abermals den Zinseszinseffekt verstärkt.

Abhängig von deiner steuerlichen Situation kann es vorteilhaft sein, ausschüttende ETFs oder Fonds zu wählen, um deine Erträge heute schon zu realisieren. Nur mit steuerlich relevanten Erträgen kannst du die Vorteile des Steuerpauschbetrags in Höhe von 801 Euro nutzen.

Nach ihrem Technikjournalismus-Studium absolvierte Jasmin ein Volontariat im Bereich SEO und Online Marketing. Sie ist seit kurzem im Finanzbereich tätig und schreibt Ratgeber zu Themen wie Fonds, ETFs und Girokonten-Modellen.
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