99 Cent pro Monat: ING trennt sich von kostenloser Girocard

Vater und Kind heben Geld am Automaten ab

Ein Paukenschlag: Ab März 2022 verlangt die ING Deutschland für ihre Girocard 0,99 Euro pro Monat. Die neue Kartengebühr gilt für Neu- wie Bestandskund:innen, sofern letztere der Änderung zustimmen. Die Zahlungskarte von Visa bleibt allerdings kostenfrei.

Wenn du die Girocard der ING Deutschland nutzen möchtest, musst du dafür künftig zahlen: 99 Cent will die Bank von jenen ihrer knapp zehn Millionen Kundinnen und Kunden pro Monat haben, die weiterhin die klassischen Euroscheck-Karten nutzen möchten. Das geht aus dem neuen Preis- und Leistungsverzeichnis hervor. Bislang waren Girokonten bei der größten Direktbank des Landes kostenfrei – zumindest bei einem Gehaltseingang von mindestens 700 Euro monatlich. Die Kund:innen bekamen automatisch und kostenfrei eine Girocard und eine Visa-Debitkarte. Du kannst die Girocard ab Dezember allerdings abbestellen, um die Gebühren zu vermeiden. Die Visa-Debitkarte bleibt kostenlos.

De-facto-Grundgebühr: 12 Euro pro Jahr

Mit der Entscheidung verabschiedet sich die ING ab März de facto vom kostenlosen Girokonto. Denn so ganz ohne Girocard geht es meistens noch nicht. Zumindest in Deutschland, wo das typische „aber nur mit EC“ noch häufig zu hören ist, weil Zahlungen mit Visa- oder Masterkarten für Händler:innen mit höheren Gebühren verbunden sind. Wenn du also sicher gehen willst, überall bargeldlos zahlen zu können, musst du die 12 Euro pro Jahr einkalkulieren. Die neue Gebühr gilt pro Karte, das heißt, bei gemeinschaftlich geführten Konten fällt die Gebühr auch zweimal an. Die Zustimmung für die Änderung will die ING laut finanz-szene.de in den kommenden Tagen bei allen Bestandskunden einholen. 

Girokonto

0 €

Kontogebühr bei Gehalt

inklusive 

kostenloser Kreditkarte

0 €

Bargeldabhebung (13 Mal/Quartal)

Girokonto

0 €

Kontoführung mit Gehalt

0 €

Bargeldabhebung in der Eurozone

0 €

kostenlose Kreditkarte und Girokarte ab 1 €

Visa Debitcard ersetzt Girocard

Nicht nur die ING, auch die DKB und die Consorsbank setzen in Zukunft auf die Zahlungskarte von Visa. Neukund:innen der DKB erhalten seit November die kostenlose Visa-Debitkarte. Wollen sie zusätzlich die Girocard, müssen sie dafür 0,99 Euro monatlich zahlen. Ab dem ersten Halbjahr 2022 soll die Visa-Debitkarte an die mehr als 4,8 Millionen Bestandskund:innen ausgegeben werden, die Girocard bleibt für diese zunächst kostenlos. Die Banken argumentieren mit geänderten Bedürfnissen ihrer Kundinnen und Kunden. Die Visa-Debitkarte könne sowohl fürs Online-Shopping als auch kontaktlos an der Ladenkasse oder mobil mit Apple Pay und Google Pay genutzt werden.

Konditionen vergleichen wird immer wichtiger

Echte Grundgebühren, einmalige und monatliche Gebühren für Giro- oder Kreditkarten, Gebühren bei Bargeldabhebungen: Die Banken haben sich in den vergangenen Monaten einiges einfallen lassen, um ihre Kund:innen zur Kasse zu bitten. Es wird immer schwieriger, die beste und günstigste Lösung zu finden. Häufig ist das eigene Nutzerverhalten entscheidend für die richtige Wahl des Girokontos: Brauchst du eine Filialbank? Wie oft hebst du Bargeld ab? Zahlst du häufig im Ausland? Entsprechend solltest du die Konditionen der Anbieter vergleichen. Unser Girokonten-Vergleich hilft dir dabei:

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
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