Flutkatastrophe: Opfer erhalten finanzielle Soforthilfe

Nach der verheerenden Flutkatastrophe stehen viele Betroffene vor dem Nichts: Das Auto kaputt, das Haus überflutet oder gar eingestürzt, das Hab und Gut zerstört. In der Kabinettssitzung am gestrigen Mittwoch hat der Bund nun erste Katastrophenhilfen beschlossen.

Zunächst werden 200 Millionen Euro an die Länder überwiesen, in denen Hochwasserschäden entstanden sind. Diese Summe orientiert sich an den bisherigen Hilfszusagen der Bundesregierung, nach der sie die Länder auf jeden Fall mit der Hälfte der benötigten Summe unterstützen will. Diese Wird aktuell auf etwa 400 Millionen Euro geschätzt.

So hoch fallen die Soforthilfen der Länder aus

Bereits am Dienstag hatte Bayern beschlossen, zunächst 50 Millionen Euro Soforthilfe bereitzustellen. Nordrhein-Westfalens Landeshilfe umfasst 200 Millionen Euro, Rheinland-Pfalz will jeden betroffenen Haushalt mit bis zu 3.500 Euro finanziell unterstützen. Demnach muss der Bund wohl noch tiefer in die Tasche greifen.

Auszahlungsmodalitäten Sache der Länder

Wie genau die Opfer an die bereitgestellten Gelder kommen, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt. Die Auszahlung organisiert nämlich nicht der Bund, sondern liegt in den Händen der Länder. Bundesfinanzminister Olaf Scholz sagte dazu, Länder und Kommunen hätten so viel Freiheit wie möglich beim Verteilen der Mittel. In jedem Fall aber sollten die Hilfen den Betroffenen ohne Einkommens- und Vermögensprüfung zukommen, zügig, per Überweisung, so Scholz.

Oft kein ausreichender Versicherungsschutz

Aus einer Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) geht hervor, dass im Jahr 2020 nur knapp die Hälfte (47 %) der Betroffenen in Nordrhein-Westfalen und Sachsen über einen ausreichenden Versicherungsschutz im Hochwasserfall verfügten. In Bayern waren es nur 38 %, in Rheinland-Pfalz sogar nur 37 %. Der Bedarf an staatlicher Hilfe ist also immens.

Saskia ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 2017 im Finanzbereich. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Wertpapierdepot sowie bei Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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