Geldvermögen wächst auf 8 Billionen Euro: 40 Prozent schlecht verzinst angelegt

Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland wächst in diesem Jahr voraussichtlich auf über 8 Billionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 2,3 Prozent. 2021 gab es noch einen Anstieg von über 8 Prozent. Es wird also deutlich weniger gespart. Und ein großer Teil des Ersparten liegt trotz Niedrigzinsen auf Tagesgeld-, Festgeld- oder Girokonten.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Deutschen sparen weniger: 2020 und 2021 wuchs das private Geldvermögen um 6,7 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent. In diesem Jahr rechnen Marktforscher nur noch mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent.
  • Wertpapiere machen Ende 2022 voraussichtlich rund 23 Prozent des Geldvermögens aus. 2020 waren es noch 20 Prozent. Die weiterhin größte Anlageform sind Bankeinlagen und Bargeld mit voraussichtlich fast 40 Prozent – trotz Niedrigzinsen.
  • Wenn du dein Erspartes vor Niedrigzinsen und Inflation schützen willst, solltest du einen Teil langfristig in breit gestreute ETFs und Fonds anlegen. Das passende Wertpapierdepot findest du in unserem Depotkonten-Vergleich:

Geldvermögen knackt dieses Jahr die Marke von 8 Billionen Euro

Die Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland dürften in diesem Jahr weniger stark steigen als in den vergangenen Jahren. Das geht aus einer Hochrechnung der DZ Bank hervor. Dennoch rechnet DZ-Ökonom Michael Stappel damit, dass die Marke von acht Billionen Euro überschritten wird.

Sparquote nimmt ab

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 2,3 Prozent. In den vergangenen beiden Jahren sorgten hohe Ersparnisse der Bürgerinnen und Bürger sowie steigende Börsenkurse für einen Anstieg des privaten Geldvermögens um 6,7 Prozent beziehungsweise 8,4 Prozent. Der vergleichsweise niedrige Geldzuwachs liegt laut DZ Bank an einer geringeren Sparquote und der diesjährigen Aktienmarktkorrektur.

Aktienkultur bleibt intakt

Nach den vergangenen beiden Boom-Jahren geht es für Aktien nicht mehr nur nach oben. „Der Kriegsausbruch, die Zinswende und Corona-Lockdowns in China belasten derzeit die Kursentwicklung. Das Geldvermögen schnellt durch diese Asset-Klasse deshalb nicht mehr in die Höhe. Erfreulicherweise bleibt die neue Aktienkultur aber intakt – beim Vermögensaufbau ist ein langfristiges Denken wichtig“, sagt Stappel.

40 Prozent in schlechtverzinsten Anlageformen

Aktien, Investmentfonds und Zertifikate machen Ende 2022 voraussichtlich rund 23 Prozent des Geldvermögens aus. 2020 waren es noch 20 Prozent. Die weiterhin größte Anlageform sind Bankeinlagen und Bargeld mit voraussichtlich fast 40 Prozent – und das trotz Niedrigzinsen und Verwahrentgelt.

Tipp der Redaktion: Erspartes vor der Inflation schützen

Vielleicht ist das Thema der steigenden Inflation für viele Deutsche noch frisch und der Umgang damit nicht vertraut genug. Fest steht aber: Die Rendite von Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten reicht in Zeiten von Niedrigzinsen nicht, um den Wertverlust durch die Inflation auszugleichen. Mit einem Aktien-Depot lassen sich hingegen Investitionen tätigen, deren Rendite selbst bei kalkulierbaren Risiken gegen die Inflation bestehen kann.

Breit gestreute Wertpapiere als langfristige Investition

„Wir empfehlen einen Teil des Ersparten langfristig in breit gestreute Fonds und ETFs anzulegen“, erklärt zaleo.-Geschäftsführer Bernhard Weinrich. Das kann zum Beispiel ein ETF auf den MSCI World sein – ein Indexfonds, der die Wertentwicklung von mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Industriestaaten bündelt. Darunter sind Firmen wie Microsoft, Amazon, Facebook und Tesla – aber auch Deutschlands größter IT-Konzern SAP oder der Industriekonzern Linde.

Depotkonten vergleichen

Voraussetzung ist allerdings ein Depotkonto, mit dem du deine Aktien und Fonds kaufen und verkaufen kannst. Neben der richtigen Anlagestrategie solltest du deine Depotbank sorgfältig auswählen, um dein Portfolio optimal aufstellen zu können und Kosten zu sparen. Unser Depotkonto-Vergleich hilft dir, den Anbieter zu finden, der zu dir passt und wenig kostet.

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
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