Girokonten werden teurer: Jede zweite Bank will Gebühren erhöhen

Schonfrist beendet: Nach dem Gebühren-Urteil des Bundesgerichtshofs im vergangenen Jahr hatten zahlreiche Banken Gebührenerhöhungen verschoben oder ausgesetzt. Damit scheint nun Schluss zu sein: Eine Umfrage unter Geldhäusern ergab, dass jede zweite Bank in diesem Jahr die Preise für Girokonten erhöhen will.

Alle Infos in Kürze
  • Um mehr als 30 Prozent sind die Kosten für private Girokonten zwischen 2016 und 2020 gestiegen.
  • Dieses Jahr will einer Umfrage zufolge jede zweite Bank die Gebühren erhöhen.
  • Auch wenn kostenlose Girokonten selten geworden und teils an Bedingungen geknüpft sind: Vergleichen lohnt sich!

Gebührenerhöhungen geplant

Girokonten werden noch teurer. Darauf sollten sich Bankkundinnen und Bankkunden einstellen. Etwa die Hälfte der deutschen Kreditinstitute peilt für 2022 Gebührenerhöhungen an oder hat die Preise für Girokonten bereits angehoben. Das hat eine Umfrage der Beratungsgesellschaft EY unter Banken und Sparkassen ergeben.

Preise waren weniger stark gestiegen

Und dies, obwohl der Bundesgerichtshof (BGH) die Hürden für die Banken deutlich erhöht hat. Vor fast genau einem Jahr urteilte der BGH, dass das Schweigen von Kundinnen und Kunden nicht als Zustimmung zu Preiserhöhungen genutzt werden kann. Tatsächlich waren die Preise für Girokonten nach dem Urteil deutlich weniger stark gestiegen als zuvor, wie erst vor zwei Wochen eine Auswertung der Preiserhöhungen von Finanz-Szene.de ergeben hatte.

Auch Preise für Überweisungen und Kreditkarten sollen steigen

Die aktuelle EY-Umfrage könnte ein Indiz dafür sein, dass die Geldhäuser die ausgesetzten Gelderhöhungen nun nachholen. Konkret planen demnach 34 Prozent der Geldhäuser, die Gebühren für Girokonten zu erhöhen. 15 Prozent haben das dieses Jahr sogar schon getan. Außerdem steigen die Preise für Überweisungen sowie für Kreditkarten bei etwa 40 Prozent der Banken.

Vergleichen lohnt sich mehr denn je

Um mehr als 30 Prozent sind die Kosten für private Girokonten zwischen 2016 und 2020 bereits gestiegen. Gratiskonten sind selten geworden und teils an Bedingungen geknüpft, etwa ein monatlicher Mindestgeldeingang oder ein regelmäßiger Gehaltseingang. „Die Gebührenstrukturen sind komplexer geworden. Doch vergleichen lohnt sich mehr denn je“, erklärt zaleo.-Geschäftsführer Bernhard Weinrich. „Wichtig ist, die Bedingungen und Konditionen der verschiedenen Konten zu kennen. Unser Girokonten-Vergleich hilft dabei.“

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
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