Immer mehr Banken verlangen Strafzinsen – einige schon ab 5.000 Euro

Viele Deutsche scheuen weiterhin den Aktienmarkt. Sie lassen ihr Geld auf dem Girokonto, doch dort gibt es schon seit Jahren keine Zinsen mehr. Zusätzlich lässt die Inflation den Wert des Geldes Jahr für Jahr schwinden. Doch es kommt noch schlimmer: Jetzt müssen sogar Strafzinsen für Geld, das auf dem Konto liegt, gezahlt werden.

Erst vergangene Woche trat bei der Sparda-Bank eine neue Regelung in Kraft: Negativzinsen für alle Kund:innen, die mehr als 25.000 Euro auf ihren Konten lagern. Bisher waren Negativzinsen bei einem Guthaben von 100.000 Euro üblich. Jetzt trifft es also auch Sparerinnen und Sparer mit kleinerem Sparstrumpf.

So verliert dein Geld auf dem Konto an Wert

Bei einem Guthaben von 50.000 Euro und einer Verzinsung von -0,5 Prozent verlierst du 250 Euro pro Jahr. Die Abwertung des Geldes durch die Inflation ist hier noch nicht mit eingeflossen. In den vergangenen 10 Jahren betrug die Inflation in Deutschland pro Jahr rund 1,3 Prozent. Das Geld verliert also zusätzlich rund 650 Euro an Wert – insgesamt sind das 900 Euro pro Jahr.

Die Sparda-Bank ist nicht die einzige Bank, die Negativzinsen erhebt und den Freibetrag senkt. Bei einigen Banken wie der Kreissparkasse Halle (Westfalen) oder der Raiffeisenbank Augsburger Land West liegt der Freibetrag sogar nur noch bei 5.000 Euro.

In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Banken ihren Freibetrag gesenkt. Ein Grund dürfte sein, dass die Sparquote der Deutschen im Zuge der Corona-Pandemie auf 16,6 Prozent des verfügbaren Einkommens gestiegen ist. Von 100 Euro legten die Deutschen 2020 also 16,60 Euro auf die Seite – meistens aufs Girokonto.

So schützt du dein Erspartes

Um dein Erspartes vor Inflation und Strafzinsen zu schützen, solltest du dein Geld gewinnbringend und ggf. bei unterschiedlichen Banken anlegen. Dazu empfehlen wir Tagesgeld- bzw. Festgeldkonten und ein Depotkonto für die Investition in Aktien und ETFs.

  • Tagesgeldkonten: Selbst die besten Tagesgeld-Offerten der Banken reichen derzeit gerade so aus, um den Realwert der Anlagegelder zu schützen. Attraktive Angebote findest du in unserem Tagesgeldkonto-Vergleich.
  • Festgeldkonten: Sie bieten etwas bessere Konditionen als Tagesgeldkonten. Du solltest aber zurzeit nicht zu lange Laufzeiten wählen, um in den kommenden Jahren bei steigender Verzinsung reagieren zu können. In unserem Festgeldkonto-Vergleich findest du Anbieter mit guten Konditionen.
  • Depotkonten: Um an der Börse anlegen zu können, benötigst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem speziellen Broker. ETFs ermöglichen dir die breitgestreute Investition in viele Unternehmen gleichzeitig. Das senkt das Risiko. Beim Vergleich von Depotbanken ist wichtig, dass du auf die Kosten und Gebühren achtest, die pro Order anfallen. Eine gute Übersicht findest du in unserem Depotkonto-Vergleich.
Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.

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