Inflation frisst Lohnerhöhungen: Reallöhne leicht gesunken

Mann mit leeren Hosentaschen

2021 sind die Reallöhne in Deutschland das zweite Jahr in Folge gesunken. Obwohl die Nominallöhne im vergangenen Jahr um knapp 3,1 Prozent gestiegen sind, blieb unterm Strich für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nichts übrig – die Reallöhne sanken um 0,1 Prozent. Grund war die hohe Inflation.

Alle Infos in Kürze
  • Reallohn in 2021 um 0,1 Prozent gesunken.
  • 2022 könnte noch schlimmer werden – Inflation liegt aktuell über 5 Prozent.
  • Erspartes langfristig in Fonds und ETFs investieren, um der Inflation entgegenzuwirken. Jetzt Depots vergleichen und eröffnen:

Inflation höher als Lohnzuwachs

Viele Betriebe suchen händeringend nach Fachkräften – einige Stellen bleiben unbesetzt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in betroffenen Branchen können leichter Lohnerhöhungen durchsetzen – sollte man zumindest meinen. Dennoch ist der Reallohn in Deutschland und damit auch die Kaufkraft der Deutschen im vergangenen Jahr gesunken.

Der Nominallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2021 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um knapp 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um gut 3,1 Prozent – die Reallöhne sanken im Jahr 2021 damit um 0,1 Prozent gegenüber 2020.

Weitere Reallohnverluste drohen

Bereits im ersten Corona-Krisenjahr hatten sich die Reallöhne rückläufig entwickelt – damals mit 1,1 Prozent noch stärker. In diesem Jahr könnte nun ein weiterer Reallohnverlust bevorstehen, da die Inflationsrate zuletzt weiter anstieg und im Februar 5,1 Prozent erreichte. Der Krieg in der Ukraine könnte die Situation noch weiter verschärfen.

Lohnerhöhung fordern

Was kannst du tun, um dem Reallohnverlust entgegenzuwirken? Wer beim Gehalt nicht nachbessern lässt, dem bleibt am Monatsende immer weniger übrig. Dein Gehalt sollte also auf Dauer stärker als die Inflation steigen. Allerdings sollte die Inflation nicht dein (Haupt-)Argument bei Gehaltsverhandlungen sein. Suche nach Argumenten, die in deiner Arbeit begründet sind. Dies können besondere Erfolge, zusätzliche Aufgaben oder deine gestiegene Kompetenz sein. Bei der Höhe der Forderung berechnest du die Inflation dann mit ein.

Geld sinnvoll anlegen

Die Inflation frisst nicht nur deine Lohnerhöhung. Zinsen auf Erspartes sind ebenso betroffen. Das heißt: Liegt dein Geld bei einer 0-Prozent-Verzinsung auf dem Girokonto, hat es im vergangenen Jahr um 3,1 Prozent an Wert verloren. Um diesem Verlust vorzubeugen, empfehlen wir, zumindest einen Teil deines Ersparten langfristig in breit gestreute Fonds oder ETFs anzulegen. Alles, was du dazu brauchst, ist ein Depotkonto für deine Wertpapiere. Unser Depotkonten-Vergleich hilft dir, dass passende Konto zu finden:

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
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