Nachhaltig durch die Krise mit ethisch-ökologischen Investments

Die Auswahl wächst, ethische Kriterien werden ausgefeilter, die Performance steigt: Nachhaltige Fonds werden immer wichtiger. Stiftung Warentest hat klassische Fonds und ETFs getestet, die eine ethisch-ökologische Anlage verfolgen. Zwei Erkenntnisse der Untersuchung: Die Renditen sind mit denen nicht-nachhaltiger Fonds vergleichbar. Private Anleger halten sich jedoch noch zurück. Nachhaltige Fonds sind bisher eher ein Anlageobjekt professioneller Investoren.

Lange herrschte das Vorurteil, dass nachhaltige Fonds oder ETFs ein Renditeproblem hätten. Hohe Standards für die Unternehmen und eine zu geringe Auswahl in Frage kommender Aktien würden eine breite Streuung verhindern. Hohes Risiko und weniger Rendite seien die Folgen. Dass dem nicht so ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung von Stiftung Warentest zu nachhaltigen Investments.

Zurückhaltung trotz Wachstum

Konkret veranschaulicht die Untersuchung, dass nachhaltiges Investment gegenüber nicht-nachhaltigem keinerlei Renditenachteile mit sich bringt – zumindest dann nicht, wenn es um langfristige Anlagen geht. In kürzeren Investitionszeiträumen sind konventionelle Fonds stärker. Aber bei langen Zeiträumen ist das nicht der Fall. Das scheint nur allzu logisch: Unternehmen, die langfristig agieren, sind im Durchschnitt nachhaltiger als solche Unternehmen, die auf schnelles Wachstum und andere kurzfristige Ziele setzen. Zudem verringert eine langfristige Perspektive die Risiken. Größere Ausfälle im Fonds oder Index werden damit unwahrscheinlicher. Nicht zu unterschätzen sind in dem Zusammenhang auch aktuelle und künftige politische Ziele, wie der Klimaschutz. Nachhaltige Unternehmen profitieren in dieser Situation auch wirtschaftlich.

Privatanleger sind trotz der guten Entwicklungen nachhaltiger Fonds und ETFs in den letzten Jahren zurückhaltend. Bis jetzt tummeln sich in den entsprechenden Fonds vorrangig professionelle Investoren von Banken, Versicherungen und anderen Unternehmen. Laut Stiftung Warentest ist für die Zurückhaltung bei Privatanlegern auch eine mangelhafte Finanzberatung verantwortlich, die nachhaltige Investitionen kaum im Blick hat.

Starke Performance bei ethisch-ökologischen Indizes

Aktienindizes wie der MSCI World sind seit langem beliebtes Anlageobjekt bei privaten Sparern. Als ETFs bieten die Indizes gute Renditen bei überschaubaren Risiken. Doch Indizes mit ausschließlich nachhaltigen Unternehmen spielten lange Zeit keine Rolle. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Der nachhaltige MSCI-World Ableger MSCI World SRI Index ist so ein Fall („SRI“ steht für Social Responsibility Investment). Der Index hat ethisch-ökologische Aktien im Blick – und bietet gute Renditen. In den letzten drei Jahren hatte er gegenüber dem großen Bruder, dem klassischen MSCI World, sogar stets die Nase vorn, was die Performance angeht. Auch eine Reihe von ETFs bilden den MSCI World SRI mittlerweile ab. Für Privatanleger gibt es also keinen Grund mehr zu zögern.   

Matthias arbeitet seit 2015 für verschiedene Vergleichsportale. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Wertpapierdepot, Kranken- und Rentenversicherung sowie Baufinanzierung.
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