Nachhaltige Geldanlage: BaFin entwickelt Richtlinie

Was genau ist eine nachhaltige Geldanlage? Welche Kriterien muss sie erfüllen und wie erkennst du, ob du wirklich nachhaltig investierst? Bisher gibt es keine gesetzlichen Vorgaben, die Nachhaltigkeit klar definieren. Jetzt hat die BaFin eine Richtlinie für nachhaltig ausgerichtete Investmentvermögen veröffentlicht.

Nachhaltigkeit bekommt nicht nur im alltäglichen Leben eine immer größere Bedeutung. Auch wenn es darum geht, bei welcher Bank oder in welche Wertpapiere du dein Geld investierst, legen immer mehr Anlegerinnen und Anleger Wert auf nachhaltige Kriterien. Die neue BaFin-Richtlinie soll dazu beitragen, dich vor potentiellem Greenwashing zu schützen.

ESG-Kriterien

Die Richtlinie fußt auf den so genannten ESG-Kriterien. Hinter der Abkürzung steckt „Environment, Social und Governance“, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Allerdings handelt es sich bei diesen Kriterien um kein offizielles Rating. 

Nicht die BaFin oder eine andere offizielle Institution entscheidet also, ob die Kriterien erfüllt sind, sondern zum Beispiel die Fondsgesellschaft, die einen neuen Fonds aufsetzt. Das kann so nicht weitergehen, entschied die BaFin: „Wo ESG draufsteht, muss auch Nachhaltigkeit drin sein“, so Dr. Thorsten Pötzsch, Exekutivdirektor der BaFin.

Die neue Richtlinie

Künftig will die BaFin nur noch als nachhaltig bezeichnete Finanzprodukte genehmigen, die mindestens einen der drei folgenden Gesichtspunkte erfüllen:

  • Erfüllung einer Mindestinvestitionsquote von mindestens 75 Prozent in nachhaltige Vermögensgegenstände bei gleichzeitiger Begrenzung von Vermögensgegenständen, die aus der Energiegewinnung oder dem sonstigen Einsatz von fossilen Brennstoffen stammen, auf 10 Prozent.
  • Verfolgung einer nachhaltigen Anlagestrategie. Dazu sollen die Vermögensgegenstände stärker gewichtet oder ausgewählt werden, die unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit besonders vorteilhaft sind.
  • Abbildung eines nachhaltigen Indexes.

Wie geht es weiter?

Beschlossen oder gültig ist die BaFin-Richtlinie bisher leider noch nicht: Die Fondsindustrie hat bis 6. September Zeit, sich zu den Plänen der deutschen Finanzaufsicht zu äußern.

Solltest du dich bis dahin schon einmal genauer mit dem Thema auseinandersetzen wollen, schau doch einfach in unseren Ratgeber „Nachhaltige Banken“. Dort erfährst du nicht nur, welche Nachhaltigkeitskriterien bereits existieren und wie individuell die Banken damit bisher umgehen, sondern findest auch eine Übersicht über Banken, die sich als ethisch und nachhaltig bezeichnen.

Saskia ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 2017 im Finanzbereich. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Wertpapierdepot sowie bei Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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