Negativzinsen bald Geschichte? Einige Banken machen Hoffnung

Hoffnung für Sparerinnen und Sparer: Negativzinsen auf Guthaben könnten schon bald Geschichte sein. Einige Geldhäuser kündigten an, Verwahrentgelte abzuschaffen, sobald sich die Europäische Zentralbank (EZB) von ihrer Minuszinspolitik verabschiedet.

„Sobald die Europäische Zentralbank sich von ihrer Minuszinspolitik verabschiedet, werden wir keine Verwahrentgelte für Privatkunden mehr erheben“, kündigte der Vorstandschef der ING Deutschland, Nick Jue, in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ an. „Das ist ein Versprechen.“ Die Direktbank verlangt derzeit ab 50.000 Euro Guthaben ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent pro Jahr von ihren Kundinnen und Kunden.

Banken rechnen mit Zinswende

Seit Juni 2014 müssen Geschäftsbanken im Euroraum Zinsen zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken. Aktuell liegt dieser Einlagenzins bei minus 0,5 Prozent. Die Kosten dafür geben zahlreiche Geldhäuser an ihre Kundinnen und Kunden weiter. Einige haben nun bereits angekündigt, mit der Zinswende auch auf das Verwahrentgelt verzichten zu wollen.

Auch Bettina Orlopp, Finanzvorständin der Commerzbank, hat Änderungen in Aussicht gestellt: „Wenn es jetzt auch im Euroraum zu Zinserhöhungen kommt, werden wir peu à peu das Guthabenentgelt anpassen.“ Zunächst müsse aber abgewartet werden, welchen Kurs die EZB einschlage.

Realzins sinkt seit Jahren

Doch ein Problem bleibt: Selbst, wenn die Nominalzinsen steigen sollten, verlieren Sparguthaben weiter an Kaufkraft, solange die Inflation nicht signifikant sinkt. Der sogenannte Realzins, also der Zins nach Abzug der Inflation, sinkt für deutsche Sparerinnen und Sparer seit Jahren. Ersparnisse auf Giro- oder Tagesgeldkonten verlieren also weiterhin an Wert.

Langfristige Investition in Aktien, Fonds und ETFs

Langfristige Investitionen sollten also so getätigt werden, dass die Rendite auch inflationsbereinigt noch positiv ist. Ein gutes Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten etwa breit gestreute Fonds und ETFs. Um dein Geld in Wertpapiere zu investieren, benötigst du ein gutes, preiswertes Wertpapier-Depot. Unser Depotkonten-Vergleich hilft dir, den passenden Broker zu finden:

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
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