Umfrage zu Schulden: Jeder Zweite zum Monatsende blank

Mann mit leeren Hosentaschen

Der Bundeshaushalt hat sich vorerst von ihr verabschiedet, aber bei den eigenen Finanzen gilt die „schwarze Null“ den Deutschen weiterhin als erstrebenswert: Grundsätzlich sehen sie das Schuldenmachen skeptisch. Dennoch geht jedem Zweiten am Monatsende gelegentlich das Geld aus.

In einer repräsentativen Umfrage wurden Verbraucher*innen in 13 europäischen Ländern zu ihren Einstellungen und ihrem Verhalten rund um das Thema Schulden (ohne Hypothekenschulden) befragt. Dabei zeigte sich, dass verschiedene Aspekte von Schulden in Deutschland kritischer gesehen werden als anderswo.

Der „klassische“ Kredit von einer Bank oder öffentlichen Institution wird am häufigsten genutzt, um Schulden zu machen. In Deutschland schließen rund 23 Prozent der Befragten solche Kredite ab – europaweit sind es 31 Prozent. An zweiter Stelle steht mit 17 Prozent der Dispokredit auf dem Girokonto (europaweit 21 Prozent).

48 Prozent der Deutschen geht am Monatsende gelegentlich das Geld aus

Auch den disziplinierten Deutschen geht ab und zu das Geld am Monatsende aus. 48 Prozent der Befragten hierzulande passiert das „manchmal“, „üblicherweise“ oder „immer“, leicht unter dem europäischen Durchschnitt von 52 Prozent. Immerhin 28 Prozent der Deutschen (europaweit: 23 Prozent) geben aber auch an, dass das bei ihnen nie vorkommt. Dieser Wert liegt vor allem in süd- und osteuropäischen Ländern niedriger.

Solltest du zu denen gehören, bei denen am Rest des Geldes noch so viel Monat übrig ist: Dispokredite sind in der Regel teuer. In unserem Girokonto-Vergleich findest du unter „Produktdetails“, „Ertrag und Gebühren“ den Dispozinssatz der jeweiligen Bank. Dieser liegt in unserem Vergleich zwischen 4,99 Prozent bei der PSD Bank Nürnberg und 10,85 Prozent bei der Norisbank. Vergleichen lohnt sich also! Sollte dein Konto ständig oder häufiger im Minus sein, solltest du über einen kleinen Konsumkredit nachdenken. Diese haben in der Regel günstigere Konditionen als der Dispokredit des Kontos.

Umfrage-Ergebnis: Einkaufen mit Kreditkarte fällt nicht unter Schulden

Ein weiteres erstaunliches Ergebnis der Studie: Konsumenten hierzulande sind stärker als in anderen europäischen Ländern der Auffassung, dass es sich bei diversen kreditbasierten Zahlungsmethoden wie beispielsweise der Verwendung von Kreditkarten gar nicht um Schulden handelt. Ein wesentlicher Grund dürfte sein, dass bei einigen Kreditkarten erst nach einem gewissen Zeitraum Zinsen gezahlt werden müssen. Bei der Barclaycard Visa etwa liegt dieses zinsfreie Zahlungsziel bei 59 Tagen. Wird das Kreditkarten-Konto vor Ablauf dieses Zeitraums ausgeglichen, fallen keine Zinsen an.

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
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