Wenn Rechnungskauf nicht funktioniert: Sicher shoppen im Internet

Frau am Laptop

Erst die Ware, dann das Geld: So bist du auf der sicheren Seite. Idealerweise zahlst du die Rechnung erst, wenn du die Ware erhalten hast. In diesem Fall trägt der Verkäufer bzw. die Verkäuferin das Risiko. Aus diesem Grund lassen sich viele Händler nicht darauf ein. Überweisungen im Voraus solltest du vermeiden. Denn im Betrugsfall ist das Geld weg. Andere Zahlungsmittel – wie die Kreditkarte – sind sicherer.

Unseriöse Händler:innen verkaufen über ihre Internetseiten Waren, kassieren den Kaufpreis, versenden jedoch die Artikel nicht. Oftmals existiert die Ware nicht einmal. Wer sein Geld vorab überwiesen hat, muss mit einem Totalverlust rechnen – insbesondere, wenn der Anbieter im Ausland sitzt. Andere Zahlungsmittel sind sicherer: entweder die Zahlung mit Kreditkarte oder über einen Zahlungsdienstleister.

Online-Shopping mit Mastercard und Visa

Kreditkarten haben sich in Deutschland in den vergangenen Jahren als beliebtes Zahlungsmittel etabliert. Die Anzahl der von Kreditinstituten ausgegebenen Kreditkarten ist jährlich gestiegen. Zum Ende des Jahres 2020 lag die Anzahl der ausgegebenen Kreditkarten in Deutschland bei rund 40,56 Millionen Stück. Die beliebtesten Karten: Mastercard und Visa. Beide haben einen Marktanteil von jeweils knapp 45 Prozent. Die restlichen 10 Prozent gehen an American Express und Diners Club.

Zahlungen rückgängig machen

Der Vorteil: Wenn du auf deiner Kreditkartenabrechnung Zahlungen entdeckst, die nicht korrekt sind oder die du nicht selbst getätigt hast (doppelte Abbuchungen, Missbrauch nach Diebstahl etc.), kannst du diesen Abbuchungen widersprechen. Wende dich dazu schnellstmöglich an deinen Kreditkarteanbieter. Bei Kreditkartenzahlungen gibt es darüber hinaus die Möglichkeit, auch autorisierte Zahlungen rückgängig zu machen – etwa, wenn der Anbieter seine Ware trotz Bezahlung nicht liefert. Bitte beachte dabei die Fristen und Bedingungen deines Kreditkartenanbieters.

Mehr Sicherheit durch zwei unabhängige Merkmale

Seit Jahresbeginn sind Kreditkartenzahlungen nur noch mit Zwei-Faktor-Authentifizierung möglich. Die strengeren Sicherheitsvorgaben bieten deutlich mehr Sicherheit, sind aber auch etwas aufwendiger.

So funktioniert die Zwei-Faktor-Authentifizierung

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung wurde als zusätzliche Sicherheitsstufe eingeführt. Onlinezahlungen mit der Kreditkarte müssen durch den Käufer bzw. die Käuferin noch einmal extra bestätigt werden, die Eingabe der Kartennummer, das Ablaufdatum und der CVV-Code allein sind nicht mehr ausreichend.  Dies kann beispielsweise über eine App oder einen TAN-Generator laufen, über die der Fingerabdruck, ein gesondertes Passwort oder eine Zahlenkombination eingegeben werden muss. Durch diese zusätzliche Abfrage wird das Bezahlen noch sicherer. Ausnahmen von der Zwei-Faktor-Authentifizierung: Kleinstbeträge unter 30 Euro, wiederkehrende Zahlungen bei Abonnements und vom Kunden als vertrauenswürdig eingestufte Händler.

Daten nur einmal übermitteln

Online-Zahlungsdienstleister sind zum Beispiel PayPal, Klarna, Amazon Pay, Giropay und Paysafe. Sie übernehmen die Abwicklung der Zahlung. So soll das Bezahlen im Internet für Käufer:innen und Verkäufer:innen europaweit einfacher und sicherer ablaufen. Der Vorteil: Deine Konto- oder Kreditkartendaten werden nur einmal an den Zahlungsdienstleister übermittelt und nicht an jeden einzelnen Händler, bei dem du einkaufst. Letztendlich hast du bei den meisten Anbietern die Wahl, ob du dem Zahlungsdienstleister erlaubst, dein Geld vom Konto abzubuchen, die Kreditkarte zu belasten oder ob du im Vorfeld Guthaben einzahlst.

Darauf solltest du beim Online-Shopping achten

Ob beim Shopping oder beim Online-Banking, um dich vor Hackern und Betrügern zu schützen, sollten du folgende Dinge beachten:

  • Achte auf verschlüsselte Internetverbindungen. Diese erkennst du an dem Kürzel https und dem Vorhängeschloss-Symbol in der Browserzeile.
  • Tippe die Internetadresse deiner Bank jedes Mal manuell in die Adresszeile des Browsers ein. Folgen niemals einem Link in einer E-Mail – dahinter können sich Betrugsseiten verstecken.
  • Nutze für das Banking kein öffentliches WLAN und keine fremden oder öffentlichen Computer.
  • Nach der Durchführung einer Zahlung: Leere den Cache (temporäre Internetdateien) und lösche die Cookies in deinem Browser.
  • Speichere Passwörter und PINs nicht auf deinem Computer oder Smartphone. Wähle starke Passwörter mit Kombinationen aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen.
  • Antworte niemals auf E-Mails, in denen man nach deinen Bankdaten fragt. Deine Bank würde dies niemals tun! Es handelt sich hier immer um einen Betrugsversuch.
  • Halte Betriebssystem, Browser und Virenschutz stets auf dem neuesten Stand und benutze eine Firewall.
  • Nutze beim Online-Banking immer zwei unterschiedliche Geräte. Ein Gerät für die App oder TAN (z.B. das Smartphone), das zweite für das Online-Banking (z.B. den Computer).

Europäische Verbraucherzentrum informiert

Das Europäischen Verbraucherzentrums (EVZ) Deutschland hat eine umfangreiche Broschüre zum Thema herausgegeben. Sie hilft dir, beim Online-Shopping eine sichere Zahlungsart zu wählen und die daraus resultierenden Vor- und Nachteile abzuwägen.

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.

Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
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