Trendlinie: Kurstrends frühzeitig erkennen

In Börsenkreisen ist die Frage, ob man seine Renditechancen mithilfe der Chartanalyse erhöhen kann, äußerst umstritten: Gibt es tatsächlich seriöse Methoden, mit denen anhand des historischen Verlaufs der künftige Kursverlauf ermittelt werden kann? – „The trend is your friend“ – so lautet eine der Kernaussagen der Chartanalyse. Trendlinien in Aktiencharts sollen eine von mehreren Möglichkeiten sein herauszufinden, ob ein Auf- oder Abwärtstrend im Kursverlauf bestehen bleiben oder sich umkehren wird.

Was ist eine Trendlinie?

Eine Trendlinie ist eine Gerade in einem Aktienchart, die entweder die extremen Kursausschläge nach oben oder diejenigen nach unten miteinander verbindet. Laut der Dow-Theorie, auf der die Chartanalyse basiert, behält eine Aktie oder ein Index die Auf- oder Abwärtsrichtung so lange bei, bis eine markante Bewegung im Kursverlauf einen Wendepunkt signalisiert. Mithilfe von Trendlinien soll dieser Punkt leichter gefunden und damit der möglichst günstigste Kauf- bzw. Verkaufszeitpunkt ermittelt werden. Die Dow-Theorie beschreibt drei Richtungen von Kurstrends: aufwärts, abwärts und seitwärts. Auch bei einem Seitwärtstrend – man spricht von der Stagnation eines Aktienkurses – sollen Trendlinien helfen können zu ermitteln, in welche Richtung sich der Kurs vermutlich in Zukunft bewegen wird.

Widerstands- und Unterstützungslinien

Widerstand und Unterstützung sind die beiden wichtigsten Trendlinien. Die Widerstandslinie zeigt an, über welchen Wert der Kurs vermutlich nicht steigen wird. Als Gegenteil der Widerstandslinie begrenzt die Unterstützungslinie den Kursbereich, unter den der Kurs vermutlich nicht fallen wird.

Der Unterschied von Unterstützungslinie und Widerstandslinie

Bei Trendlinien werden Unterstützungs- und Widerstandslinien voneinander unterschieden. Die Zone, die von den beiden Linien begrenzt wird, heißt Trendkanal. Ein Widerstand kann zu einer Unterstützung werden, wenn der Widerstand durch einen deutlichen Kursanstieg gebrochen wurde. Dasselbe gilt für die Unterstützung: Sie kann zum Widerstand werden, wenn sie durch einen fallenden Kurs durchbrochen wird.

  • Unterstützungslinie: Der Kurs unterschreitet einen bestimmten Kurswert bei einem Abwärtstrend mehrfach – in der Regel mindestens zwei- bis dreimal – nicht. Zeichnet man an die extremen Kurstiefpunkte eine Gerade an, erhält man die Unterstützungslinie. Durchbricht der Kurs die Linie nach unten, kann das als Signal für „Verkaufen“ gewertet werden.
  • Widerstandslinie: Die Widerstandslinie ist das Gegenteil der Unterstützungslinie und markiert eine Hürde in einem Aufwärtstrend. Das bedeutet, dass ein Aktienkurs mehrfach einen bestimmten Hochpunkt erreicht, diesen aber jeweils nicht überschreitet. Verbindet man die Kurshochpunkte miteinander, erhält man die Widerstandslinie. Wenn der Kurs die Linie nach oben durchbricht, ist das das Signal für den Kauf.

Interne Trendlinien

Im Gegensatz zu konventionellen Trendlinien, die an absolute Kursauschläge angezeichnet werden, verbindet man bei internen Trendlinien relative Hochs oder Tiefs. Die Linien laufen damit nicht an den Kursausschlägen entlang, sondern befinden sich „innerhalb“ des Kursverlaufs. Mithilfe von internen Trendlinien soll ausgeschlossen werden, dass Hochs aufgrund einer Überreaktion des Marktes zustande kommen.

Intakte Trends und das Risiko von Fehlausbrüchen

Chartanalyse wird in der Regel anhand von Candlestick-Charts betrieben. Im Vergleich zu den einfacheren Linien- oder Balkencharts bieten sie die meisten Informationen über den Kursverlauf einer Aktie. In einem Candlestick-Chart werden Trends als intakt betrachtet, wenn der Kurs weder die Unterstützungs- noch die Widerstandslinie durchbricht, sich also ausschließlich im Trendkanal bewegt.
Dabei gilt: Die jeweiligen Schlusskurse (Close-Kurse) sind wichtiger als der Tageshöchst- bzw. Tagestiefstwert (das High bzw. Low). Wenn ein High also über die Widerstandslinie steigt, der Kurs aber unter der Linie schließt, ist der Trend weiterhin intakt. Genauso verhält es sich mit dem Low: Wenn der Tiefpunkt unter die Unterstützungslinie fällt, der Kurs aber innerhalb des Trendkanals schließt, bleibt der Trend intakt.

Chartanalyse wird in der Regel anhand von Candlestick-Charts betrieben. Im Vergleich zu den einfacheren Linien- oder Balkencharts bieten sie die meisten Informationen über den Kursverlauf einer Aktie. In einem Candlestick-Chart werden Trends als intakt betrachtet, wenn der Kurs weder die Unterstützungs- noch die Widerstandslinie durchbricht, sich also ausschließlich im Trendkanal bewegt.

Dabei gilt: Die jeweiligen Schlusskurse (Close-Kurse) sind wichtiger als der Tageshöchst- bzw. Tagestiefstwert (das High bzw. Low). Wenn ein High also über die Widerstandslinie steigt, der Kurs aber unter der Linie schließt, ist der Trend weiterhin intakt. Genauso verhält es sich mit dem Low: Wenn der Tiefpunkt unter die Unterstützungslinie fällt, der Kurs aber innerhalb des Trendkanals schließt, bleibt der Trend intakt.

Die Ausbrüche von Highs und Lows, also von Tageshöchst- bzw. Tiefstwerten, über bzw. unter die Trendlinien sind so genannte Fehlausbrüche. Es scheint so, als würde sich der bestehende Trend umkehren, letztlich bleibt er aber bestehen. Wenn man Chartanalyse betreiben und nicht fälschlicherweise auf diese Fehlausbrüche reagieren möchte, sollte man seine Order nicht sofort nach einem Trendlinienbruch platzieren. Sinnvoll ist, erst abzuwarten, ob sich der Kurs weiterhin in Ausbruchsrichtung bewegt. Betreibt man Daytrading, empfiehlt es sich zusätzlich darauf zu achten, dass der Kurs mindestens die Zeitperiode, auf die der Chart eingestellt ist, über dem Ausbruchsniveau liegt. Bei einem 30-Minuten-Chart sollte er also 30 Minuten darüber liegen, bei einem Stundenchart 60 Minuten, usw.

Chartanalyse-Tools

Chartanalyse-Tools werden heute von fast allen Brokern online angeboten. Die Tools ermöglichen vor allem die automatische Erkennung von Trends. Zusätzlich kann man in die Tools einen zweiten Chart als Benchmark (= Vergleichswert) integrieren und sich so doppelt absichern.

Fehlinterpretationen vorprogrammiert?

Fehlausbrüche und damit mögliche Fehleinschätzungen über den voraussichtlichen Kursverlauf kommen nicht nur bei der Analyse von Aktiencharts mithilfe von Trendlinien vor. Auch bei der Analyse von Charts mit Chartmustern oder technischen Indikatoren gibt es meist einen mehr oder weniger großen Interpretationsspielraum. Obwohl es immer mehr wissenschaftliche Studien mit positivem Fazit zum Thema Chartanalyse gibt, sollte man diese Befunde nicht überbewerten. Außerdem ist es sinnvoll, sich vorab genau zu informieren, sich mit dem entsprechenden Handwerkszeug vertraut zu machen und seine Ergebnisse gegebenenfalls mit Daten der Fundamentalanalyse zu untermauern. Auf diese Weise kann man herausfinden, ob die Analysemethode zu einem passt. Zusätzlich wird das Verlustrisiko so weit wie möglich minimiert.

Saskia arbeitet seit 2017 im Finanzbereich und hat dort auch ihr Volontariat absolviert. Ihre Schwerpunkte liegen vor allem bei den Themen Wertpapierdepot sowie Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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