11 Tipps für sicheres Reisen: So schützt du dich und dein Geld

Urlaubszeit ist Reisezeit – und nach der Corona-bedingten Auszeit zieht es nun viele Deutsche wieder ins Ausland. Vor der Reise solltest du dich allerdings mit den Themen Finanzen und Sicherheit im Ausland beschäftigen. So ersparst du dir unliebsame Überraschungen im Urlaub. Unsere 11 Tipps helfen dir, die wichtigsten Punkte in kurzer Zeit abzuhaken.

1. Wechselkurse anschauen und Preise vergleichen

Um dich vor schlechten Wechselkursen und Trickbetrügern zu schützen, ist es wichtig, ein Gefühl für die Währung des Landes zu bekommen, in das du reist. Nutze dazu am besten einen Währungsrechner fürs Handy. Diese findest du im Google Play Store oder im Apple App Store. Oder du nutzt den Währungsrechner von Google, indem du in der Google-Suche einfach nach dem Wechselkurs fragst – zum Beispiel: „1000 US-Dollar in Euro“. Ruhig schon mal vor dem Urlaub testen und ein paar Beträge einprägen.

2. Geld wechseln vor Ort oder in Deutschland?

Viele Reisende wollen schon vor Reiseantritt etwas Geld tauschen. Bei einer Bank in Deutschland bekommst du jedoch meist schlechtere Kurse als vor Ort. Daher lohnt sich das Wechseln zu Hause nicht. Auch bei der Ankunft am Flughafen gibt es meist schlechtere Kurse und manchmal auch höhere Wechselgebühren als im Land selbst. Hier solltest du, wenn überhaupt, also nur kleinere Beträge wechseln. Am besten hältst du Ausschau nach einer Wechselstube, die an eine größere Bank des Urlaubslandes angeschlossen ist – hier findest du meistens die besten Wechselkurse.

3. Kleingeld mitführen

Die Möglichkeiten, Kleinbeträge bargeldlos zu begleichen, sind je nach Urlaubsland sehr unterschiedlich. In einigen Ländern (zum Beispiel in Schweden) wird kaum noch mit Bargeld bezahlt, in anderen Ländern solltest du Kleingeld für Taxifahrten, Snacks und Eintritt im Geldbeutel haben. Dort, wo es möglich ist, ist das kontaktlose Bezahlen mit der Karte aber eine gute und sichere Alternative.

Oftmals bekommt man aus Geldautomaten und in Wechselstuben nur große Scheine. Hier ist es sinnvoll, diese im Hotel oder bei kleinen Einkäufen in kleinere Beträge umtauschen zu lassen, damit du bei einer Taxifahrt oder einem Straßenverkäufer passend zahlen kannst.

4. Bargeld abheben: Nutze deine Karten sinnvoll

An einem Geldautomaten kommst du schnell und unkompliziert an Bargeld. Für Reisen innerhalb Europas genügt oft eine Girocard. Mit ihr kannst du in Europa problemlos Geld abheben, da die Debitkarten mit den international anerkannten Maestro- oder V-Pay-Systemen ausgestattet sind. In Ländern der Eurozone fallen dabei oftmals keine Gebühren an. Dies muss allerdings explizit von deiner Bank kommuniziert werden.

Fallen für das Abheben mit EC-Karte Gebühren an, bietet sich die Kreditkarte oft als günstige Alternative an. So kannst du mit unserem aktuellen Testsieger, der Barclaycard Visa, weltweit kostenlos Bargeld abheben.

5. Kartenzahlungen immer in Landeswährung

In Nicht-Euro-Ländern solltest du immer in Landeswährung zahlen. Der Grund: Zahlungen in Euro gehen meist mit einer schlechten Kursabrechnung einher.

6. Zahlungslimit bei Debit- oder Kreditkarte anpassen

Steht eine Reise an, solltest du deine Kartenlimits überprüfen. Auf der einen Seite sollten Tageslimits und Verfügungslimits so gewählt sein, dass auch höhere Urlaubsausgaben gedeckt und Notfälle abgesichert sind. Auf der anderen Seite sollten die Limits aber auch gewährleisten, dass der Schaden im Falle eines Diebstahls oder Betrugs möglichst niedrig gehalten wird. Aus diesem Grund macht es im Urlaub auch Sinn, mehrere Giro- bzw. Kreditkarten mit geringeren Limits dabei zu haben.

7. Ausreichend versichern

Eine Erkältung, ein Beinbruch, ein schwerer Autounfall: Auch im Urlaub ist niemand vor Krankheiten und Unfällen gefeit. Tritt der Ernstfall ein, kann dies neben gesundheitlichen Problemen auch ein großes finanzielles Risiko für dich bedeuten. Ohne eine Auslandskrankenversicherung solltest du nicht ins Ausland reisen. Sie übernimmt die Behandlungskosten und häufig auch den Transport zurück in die Heimat. Weitere Reiseversicherungen, die den finanziellen Schaden bei Rücktritt, Abbruch oder Gepäckverlust versichern, können darüber hinaus auch Sinn machen.

8. Reisewarnungen und Stornierungsbedingungen beachten

Das Auswärtige Amt entscheidet anhand verschiedener Informationen darüber, ob es von der Einreise in ein bestimmtes Land abrät oder sogar davor warnt. Eine Reisewarnung kann aufgrund von Unruhen, Naturkatastrophen oder ansteckenden Erkrankungen wie aktuell der Corona-Pandemie erfolgen. Sie enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region zu unterlassen. Sie werden nur ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben gewarnt werden muss.

Eine Reisewarnung ist zwar kein generelles Verbot, aber eine ernstzunehmende Empfehlung. Du entscheidest in eigener Verantwortung, ob du die Reise antrittst. Eine Reisewarnung kann rechtliche Auswirkungen haben, beispielsweise für die Leistungen einer Reiserücktritt- oder Krankenversicherung. Aus diesem Grund solltest du dir gerade aktuell vor Abschluss eines Vertrages auch die Stornierungsbedingungen genau anschauen.

9. Handyverträge prüfen

Wenn du in ein anderes EU-Land reist, entstehen dir keine zusätzlichen Kosten für die Nutzung deines Mobiltelefons. Deine Anrufe, Textnachrichten und Datendienste werden zu Inlandspreisen in Rechnung gestellt, also zu denselben Preisen, die du für Anrufe, SMS und Daten in Deutschland zahlst. Allerdings solltest du prüfen, ob dein gebuchtes Volumen ausreicht. Oftmals werden im Urlaub mehr Daten verbraucht als zu Hause, etwa durch Kartendienste, Versenden von Urlaubsfotos und Musik-Streaming. Es könnte sich also lohnen, das Datenvolumen vor der Reise anzupassen.

Bei Reisen außerhalb der EU greift keine Preisregulierung – du solltest daher vorsichtig sein. Es gelten deutlich teurere Tarife. Erkundige dich also vor Reiseantritt am besten bei deinem Anbieter nach möglichen Tarifen und Paketen oder nutze vor Ort eine Prepaidkarte fürs Surfen und Telefonieren – oftmals können solche Prepaidkarten bereits im Voraus in Deutschland bestellt werden.

10. Sichere deine Reisedokumente

Reisepass oder Personalausweis, Führerschein, Impfpass und Visum – mach dir vor Reiseantritt unbedingt Kopien von deinen wichtigsten Dokumenten. Zusätzlich macht es auch Sinn, die Dokumente mit dem Handy zu fotografieren und dort zu speichern. Die Kopien bewahrst du im Urlaub an einem sicheren Ort getrennt von den Originaldokumenten auf. Falls die Brieftasche gestohlen wird, helfen dir die Kopien dabei, Ersatzdokumente in der Botschaft zu bekommen.

Hinweis: Ausweis in Schwarz-Weiß-Kopie

Seit den Änderungen des Personalausweisgesetzes 2017 kann der Personalausweis nach § 20 Absatz 2 abgelichtet (fotokopiert, fotografiert, eingescannt) werden, zuvor war dies in den meisten Fällen verboten. Voraussetzung ist allerdings, dass der Ausweisinhaber damit einverstanden ist. Die entstandenen Kopien müssen „eindeutig und dauerhaft“ als Kopien zu erkennen sein. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Kopien schwarz-weiß sind oder der Schriftzug „Kopie“ unlöschbar eingefügt wurde.

11. Prepaid-Bankkarten für den Notfall

Der Geldbeutel wurde gestohlen. Bargeld, Debit- und Kreditkarte sind schon gesperrt. Gut, wenn jetzt noch eine Ersatzkarte im Hotelsafe liegt. Dies kann gut auch eine Prepaid-Kreditkarte sein, die zuvor mit einem Guthaben aufgeladen wurde.

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
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