Bitcoin bietet keinen Inflationsschutz

Bitcoins sind nur begrenzt verfügbar. Außerdem ist mit der Generierung neuer Einheiten ein hoher Energieaufwand verbunden. Damit teilt die Kryptowährung zwei wesentliche Eigenschaft von Gold. Aber taugt der Bitcoin deshalb als Schutz vor Inflation? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

Alle Infos in Kürze
  • Definierte Obergrenze macht deflationären Charakter des Bitcoins aus
  • Massive Wertverluste trotz Inflation zeugen vom Gegenteil
  • Alternative: Depot eröffnen und in klassische Anlageprodukte wie ETFs investieren

Laut einer vorläufigen Schätzung des Statistischen Bundesamtes betrug die Inflation im März 2022 7,3 Prozent. Das ist eine Steigerung von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Klar, dass Anlegerinnen und Anleger auf der Suche nach Möglichkeiten sind, ihr Geld zu schützen.

Bitcoin kann deflationär sein

Im letzten Jahr wurde der Bitcoin immer wieder als wirksamer Inflationsschutz diskutiert. Hintergrund: Die Anzahl der Bitcoins, die generiert werden können, ist endlich. Sie ist durch den Algorithmus auf 21 Millionen begrenzt. Dadurch wird die Geschwindigkeit, mit der Bitcoins erzeugt werden können, im Schnitt alle vier Jahre halbiert.

Im Gegensatz dazu steht das so genannte Fiat-Geld (lat. „es werde“) – herkömmliche Währungen wie der Euro oder der Dollar werden von den Zentralbanken ausgegeben und sind in ihrer Anzahl nicht begrenzt. In den letzten Jahren ist immer mehr Geld geschaffen worden. Das befeuert die Inflation.

Kein Zusammenhang zwischen steigender Inflationsrate und Bitcoin-Kursverlauf

Voraussetzung dafür, dass der Bitcoin als Inflationsschutz taugt: Der Wert des Bitcoins müsste mit der Inflationsrate ansteigen. Das ist aber nicht der Fall. Volker Brühl, der Geschäftsführer des Center for Financial Studies der Frankfurter Goethe-Universität, dazu: „Es gibt sowohl Hausse-Phasen bei hoher Inflation als auch bei niedriger.“ Umgekehrt sei der Bitcoin sowohl in Phasen von hoher als auch von niedriger Inflation gefallen.

Lieber in klassische Anlageprodukte investieren

Gegenüber tagesschau.de äußerte der Marktexperte Robert Rethfeld von Wellenreiter-Invest, dass die Aktienmärkte positiv als Inflationsschutz überrascht hätten: „Früher galt die Regel, wenn die Inflation über drei Prozent geht, laufen die Märkte seitwärts oder fallen. Diese Regel ist zurzeit quasi ausgehebelt – noch.“

Aktuell gehst du mit einer Investition in Bitcoins also ein höheres Risiko ein als mit einer Investition in klassische Anlageprodukte wie Fonds, ETFs oder Aktien.

Saskia ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 2017 im Finanzbereich. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Wertpapierdepot sowie bei Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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