Sondervermögen bei Fonds schützt Ihr Kapital

Legt eine Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) einen offenen Investmentfonds auf, wird dieser als Sondervermögen verwaltet. Sondervermögen sind vom Kapital der Investmentgesellschaft getrennt und somit auch bei einem eventuellen Konkurs der Fondsgesellschaft geschützt. Gläubiger dürfen nicht aus dem Fondsvermögen bezahlt werden. Und auch die KVG selbst hat keinen Zugriff auf das Sondervermögen. Fonds sind nicht nur in diesem Punkt vergleichsweise sichere Anlagen.

Was ist ein Sondervermögen?

Offene Investmentfonds dienen der Kapitalanlage. Nachdem ein Fonds von der KVG aufgesetzt wurde, können Anleger in diesen investieren. Dafür können sie bei der Investmentgesellschaft selbst oder bei Banken Fondsanteile kaufen. Auch über Fondsvermittler oder einen Online-Broker können Anleger investieren. Das gesamte Kapital, das auf diese Weise in den Fonds fließt, bildet ein Sondervermögen, das getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft gehalten wird. Als solches ist es dem Zugriff durch die KVG entzogen. Zu diesem Zweck wird das Sondervermögen bei einer unabhängigen Depotbank verwahrt.

Grafik zeigt Funktion des Sondervermögens

Wozu die Trennung des Sondervermögens?

Konkret hat diese Trennung zwei wichtige Funktionen. Zum einen kann auf diese Weise die Investmentgesellschaft das Geld des Sondervermögens nicht für andere Zwecke verwenden. Es dient ausschließlich der Kapitalanlage des Fonds. Denkbar wäre zum Beispiel, dass eine KVG, die mehrere Fonds ausgegeben hat, Verluste in einem Fonds ausgleichen möchte, indem sie Gelder aus einem anderen verwendet und in den schwächelnden Fonds investiert. Das ist jedoch gesetzlich verboten. Jedes Sondervermögen ist vom Vermögen der KVG einerseits und andererseits vom Sondervermögen anderer Fonds getrennt.

Auch im Falle eines Konkurses ist das Sondervermögen geschützt. Geht die Investmentgesellschaft, die einen Fonds aufgelegt hat, insolvent, haben eventuelle Gläubiger damit keinen Anspruch darauf, aus dem Investmentvermögen bedient zu werden, denn dieses gehört rechtlich nicht der Fondsgesellschaft – und damit nicht zur Insolvenzmasse –, sondern den Besitzern der ausgegebenen Anteilsscheine. Wird ein Insolvenzverfahren gegen die Investmentgesellschaft eröffnet, werden die Anteilseigner ausbezahlt.

Sondervermögen und Depotbank

Das Investmentvermögen wird bei einer Depotbank verwahrt. Die rechtliche Trennung erstreckt sich auch auf diesen Bereich. So bleibt auch im Falle einer Insolvenz der Depotbank das Sondervermögen weiterhin unangetastet.

Investieren in Fonds: Sondervermögen sichert ab

Wer in Fonds investiert, geht – wie bei jedem Börsenhandel – ein gewisses Risiko ein. Doch die meisten offenen Fonds sind, verglichen mit anderen Anlageprodukten, relativ sicher. Auch im Vergleich zu Aktien. Sondervermögen werden im Falle von Aktiengesellschaften nämlich nicht gebildet, weshalb Verluste für das Unternehmen auch immer Verluste für die Aktionäre bedeuten. Denn die Aktiengesellschaft ist ja letztlich die Summe ihrer ausgegebenen Aktien. Muss ein Unternehmen Insolvenz anmelden, laufen Anleger damit Gefahr, ihr Kapital zu verlieren. Das Sondervermögen von Fonds unterliegt diesem Risiko nicht.

Fonds: Sondervermögen in allen Anlageklassen

Diese besondere Einlagensicherung gilt für alle offenen Fonds. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Aktienfonds, Rentenfonds, Immobilienfonds oder Dachfonds handelt: Sie alle sind Sondervermögen. Fonds egal welcher Anlageklasse – sogar die nur institutionellen Anlegern geöffneten Spezialfonds – unterliegen einer besonderen Sicherung. Dieses System gilt allerdings nicht für geschlossene Fonds. Sie sind nicht als Sondervermögen angelegt und funktionieren auch sonst grundlegend anders. Darüber hinaus sind sie mit zusätzlichen Risiken verbunden.

Fonds: Chancen und Verlustrisiko

Dass ein Sondervermögen nicht von der Wirtschaftlichkeit der Investmentgesellschaft abhängt – und damit auch nicht von möglichen Verlusten der Gesellschaft –, bedeutet nicht, dass die Anlage absolut sicher ist. Denn die im Fonds enthaltenen Finanzprodukte werden an der Börse gehandelt und unterliegen damit auch Kursschwankungen, die eine Rendite oder aber auch Verluste zur Folge haben können.

Dennoch: Fonds gelten als relativ sichere Anlagen, denn da immer mehrere Wertpapiere in einem Fonds enthalten sind, wird auch das individuelle Risiko, das mit einem einzelnen Wert verbunden ist, breit gestreut. Zudem sind Fonds in der Regel langfristige Investments. Dadurch eignen sie sich auch für die Altersvorsorge, etwa in Form eines Fondssparplans, der in Indexfonds investiert.

ETFs – Solide und günstige Anlage

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds. ETF-Trading unterscheidet sich kaum vom Aktienkauf, ist aber deutlich weniger aufwändig als ein klassisches Fondsinvestment und sind besonders risikoarm. Jeder, der ein Depot besitzt, kann ganz einfach in einen ETF investieren.

Abgesichertes Sondervermögen

Da Fondsvermögen abgesichert sind, entfällt ein beträchtlicher Teil des Risikos, das mit Wertpapieranlagen verbunden ist. Aktiengesellschaften können insolvent gehen. Damit verlieren zugleich ihre Aktien stark an Wert. Bei Fonds sind solche umfassenden Ausfälle nicht möglich. Anleger, für die vor allem die Sicherheit ihres Investments zählt, sollten bei der Wahl ihres Wertpapierdepots darauf achten, dass dieses auch Fonds im Programm hat.

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