Klatsche für die Deutsche Bank: Basiskonto laut Bundesgerichtshof zu teuer

Gebäude der Deutschen Bank

8,99 Euro kostet bisher das Basiskonto der Deutschen Bank. Zu teuer, hat jetzt der Bundesgerichtshof (BHG) geurteilt. Durch ein Basiskonto soll jeder Zugang zu Bankgeschäften haben – auch ohne festes Einkommen.

Das Basiskonto wurde 2016 eingeführt, um Menschen mit wenig Geld grundlegende Bankgeschäfte zu ermöglichen. So sollen zum Beispiel auch Menschen mit einem negativen Schufa-Score, Obdachlose, oder Geflüchtete ein Girokonto führen können. Die Banken sind grundsätzlich verpflichtet, auf Antrag das Konto ohne vorherige Prüfung einzurichten. Allerdings lassen sich die Banken die Basiskonten teuer bezahlen: Inhaber von Basiskonten müssen meist mehr zahlen als diejenigen, die ein regelmäßiges Gehalt oder Rente bekommen.

Gebühren müssen angemessen sein

Laut Gesetz müssen die Gebühren für ein solches Basiskonto allerdings „angemessen“ sein. Nun hat der Bundesgerichtshof zum ersten Mal entschieden, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Das BGH entschied: Die Banken dürfen den Mehraufwand für die Kontoführung nicht allein auf die Inhaber der Basiskonten umlegen. Vielmehr müssen diese Kosten von den Instituten durch die im freien Wettbewerb erzielbaren Leistungspreise erwirtschaftet werden. Eine konkrete Obergrenze für die Gebühren nannten die Richter jedoch nicht.

Geklagt hatte die Verbraucherzentrale und war mit dieser Sache bereits vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main erfolgreich gewesen. Der BGH wies nun auch die von der Deutschen Bank erhobene Revision zurück. Damit ist das Urteil rechtskräftig.

Die Deutsche Bank ist jedoch kein Einzelfall. Zahlreiche Institute verlangen für ihr Basiskonto höhere Gebühren als für ihre regulären Girokonten. Das Problem: Für die besseren und günstigeren Konten werden meistens monatliche Lohn-, Gehalts- oder Rentenzahlungen vorausgesetzt. Regelmäßige Eingänge von Sozialleistungen werden von vielen Banken nicht anerkannt.

Reguläre Girokonten häufig günstiger

Im Augenblick ist es also häufig sogar günstiger, ein reguläres Girokonto zu eröffnen, bei dem eine Grundgebühr verlangt wird. Das Basiskonto der norisbank kostet zum Beispiel 5,90 Euro monatlich. Bei einem negativen Schufa-Score kommt allerdings auch das Girokonto Plus der norisbank in Betracht: Die Premium-Variante kostet 7,90 Euro monatlich. Dafür ist die Mastercard als Debitkarte ohne Bonitätsvoraussetzung und ohne Jahresbeitrag bereits inklusive.

Wer kein Problem mit seinem Schufa-Score hat, für den kommt das kostenlose Top-Girokonto der norisbank infrage – und das auch ohne regelmäßigen Zahlungseingang. Der Vorteil: Die Mastercard als Kreditkarte ist ebenfalls kostenlos. Im Augenblick gibt es sogar eine Prämie in Höhe von 100 Euro, wenn über den Online-Kontowechselservice mindestens fünf Zahlungspartner (z.B. Gehalt, Rente, Miete, Strom, Handy) umziehen. Auch das Girokonto der comdirect ist kostenlos und kommt mit einer kostenlosen Kreditkarte daher – Bonität vorausgesetzt. Das Basiskonto auf Guthabenbasis kostet hingegen 1,90 Euro im Monat. Weitere Angebote findest Du in unserem Girokonten-Vergleich:

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
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