Bundesbank-Vorstand: Banken werden Gebühren weiter erhöhen

Es sind die traurigen Trends der vergangenen Monate: Kostenlose Girokonten verschwinden, Gebühren werden erhöht und Bankfilialen geschlossen. Das Urteil des Bundesgerichtshofs gegen die Gebührenerhöhung der Postbank hat viele Banken verunsichert, einige haben ihre Gebührenerhöhung verschoben oder ausgesetzt, ein Ende der Trends ist dennoch nicht in Sicht.

„Damit unsere Banken auch mittelfristig stabil und rentabel bleiben, werden unpopuläre Geschäftsentscheidungen im Privatkundenbereich weiter notwendig sein, wie beispielsweise das Schließen von Filialen und die Aufgabe von Eigenständigkeit“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling auf einer Banken-Konferenz der „Börsen-Zeitung“ in Frankfurt. „Banken werden vermehrt Negativzinsen an Kunden weitergeben und Gebühren erhöhen müssen.“

2020 wurde fast jede zehnte Bankfiliale geschlossen

Der Abschied von der Filialwelt sei „nicht mehr zu leugnen“, legte Wuermeling dar. So sank die Anzahl der Filialen im Jahr 2020 um 9,6 Prozent. Die digitalen Angebote und die Akzeptanz von Online-Banking haben zuletzt immer weiter zugenommen, so dass es für viele Kund:innen keinen Grund mehr gibt, eine Bankfiliale aufzusuchen. Sicherlich werden die Finanzinstitute auch künftig noch Standorte schließen, um Kosten zu sparen. Bis zum Jahr 2023 könnten 40 Prozent der Filialen wegfallen, prognostiziert die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC).

30 Prozent in fünf Jahren: Girokonten werden immer teurer

Mit steigenden Kosten und negativen Zinsen begründen die Banken und Sparkassen die Gebührenerhöhungen der vergangenen Monate. Neben Grundgebühren erheben einige Institute inzwischen Gebühren für Überweisungen, Daueraufträge, Kontoauszüge oder sogar für Barabhebungen am hauseigenen Automaten. Allein im vergangenen Jahr sind die Preise laut Statistischem Bundesamt um 6,4 Prozent gestiegen. Doch der Trend ist nicht neu. In den vergangenen fünf Jahren sind die Gebühren der Girokonten von privaten Kund:innen um mehr als 30 Prozent gestiegen.

Bedingungslos kostenlose Girokonten

Auch wenn die Gebühren steigen und immer weniger Banken kostenlose Girokonten anbieten, es gibt sie noch: bedingungslos kostenlose Girokonten. Etwa das Standard Girokonto der N26 oder das Cash-Konto der DKB. Andere Girokonten – etwa der PSD Bank, der ING oder der Commerzbank – sind kostenlos, wenn regelmäßig Gehalt in bestimmter Höhe auf das Konto fließt.

Das beste Girokonto ist das, das zu deinem Leben passt. Du solltest also dein eigenes Nutzerverhalten analysieren und dann die Konditionen der Girokonten vergleichen. Dabei hilft dir unser Girokonten-Vergleich, in dem du die wesentlichen Details zu Gebühren und Services der Konten findest.

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.

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