Banken drohen mit Kündigung: Zustimmen oder wechseln?

Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Banken wird der Ton  rauer: Unternehmen wie die Deutsche Bank, die Postbank oder ING fordern nun Zustimmungen ein und drohen mehr oder weniger offen mit Kündigungen. Das solltest du jetzt wissen:

Bislang musste man aktiv widersprechen, wenn Banken ihre Entgelte für Leistungen erhöhten. Schweigen galt als Zustimmung. Der Bundesgerichtshof hat entsprechende Klauseln für ungültig erklärt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Gebühren ohne Rechtsgrundlage gezahlt wurden und sie folglich den Kundinnen und Kunden erstattet werden müssen – einschließlich Zinsen. Und zwar bis Ende dieses Jahres für die vergangenen drei Kalenderjahre, also seit dem 1. Januar 2018.

Banken wollen unterschiedliche Preismodelle verhindern

Tatsächlich erhalten die Kundinnen und Kunden die eingezogenen Gebühren in der Regel jedoch nur dann zurück, wenn sie die Banken ausdrücklich dazu auffordern. Doch wie sehen die Geschäftsbeziehungen in Zukunft aus? Die Geldhäuser setzten alles daran, dass alle Kundinnen und Kunden die aktuellen AGB akzeptieren. Ihnen geht es vor allem darum, auf Dauer nicht mit unterschiedlichen Preismodellen zu arbeiten.

Wer nicht zustimmt, muss mit Kündigung rechnen

Viele Userinnen und User berichten, dass der Ton bei den Banken rauer geworden ist. Wer nicht einwilligt, dem wird mehr oder weniger offen mit der Kündigung des Kontos gedroht. Das ist nicht die feine englische Art, aber dieses Recht haben Banken grundsätzlich – unter Berücksichtigung einer Kündigungsfrist von zwei Monaten. Ob die Banken tatsächlich davon Gebrauch machen, bleibt abzuwarten. Wer jedoch auf die Schreiben nicht reagiere und seine Zustimmung verweigert, muss zumindest mittel- bis langfristig damit rechnen, dass die Institute ihre Drohung wahr machen und das Konto kündigen.

Bedingungslos kostenlose Girokonten

Auch wenn die Auswahl in den vergangenen Monaten deutlich geschrumpft ist, es gibt sie immer noch: bedingungslos kostenlose Girokonten. Also Konten von Anbietern, die keine Kontoführungsgebühr erheben und dafür keine Bedingungen – wie einen Gehaltseingang oder einen monatliche Mindesteinzahlung – stellen. Wir empfehlen die kostenlosen Girokonten der Nuri Bank, der Openbank und Vivid Money. Andere Banken verlangen einen bestimmten monatlichen Gehaltseingang. Ist dieser erfüllt, bieten Geldhäuser wie die PSD Bank Nürnberg oder die Consorsbank ebenfalls kostenlose Girokonten.

Girokonten vergleichen

Wenn du einer Erhöhung von Entgelten nicht zustimmen möchtest, bleibt dir auf Dauer voraussichtlich nur, dich nach einem anderen Geldinstitut umzusehen. Grundsätzlich solltest du die Situation nutzen, um deine Kontobedingungen auf den Prüfstand zu stellen. Ein Blick in unseren Girokonten-Vergleich hilft dir dabei:

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
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