Hohe Kosten, schlechte Prognosen: Sparkassen vor düsteren Zeiten

Gebäude mit Sparkassen-Logo

Düstere Zeiten für Deutschlands Sparkassen: Viele Institute erwarten für die Zukunft hohe Kosten und schlechtere Betriebsergebnisse. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von Finanz-Szene.de. Dazu wurden die Geschäftsberichte von 20 Sparkassen analysiert, die ihren Abschluss innerhalb der vergangenen drei Wochen im Bundesanzeiger veröffentlicht haben. Keine einzige blickt optimistisch aufs Gesamtjahr. Und das, obwohl 13 der 20 Prognosen explizit noch nicht von der Corona-Pandemie beeinflusst waren. Gleichzeitig scheinen die Kosten weiterhin Probleme zu bereiten: Lediglich drei Institute gehen von unter dem Strich sinkenden Verwaltungskosten aus.

Filialschließungen und höhere Gebühren

Die Folgen dürften sich in den kommenden Monaten zeigen. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, kürzen Banken gerne bei Personal und Dienstleistungen, schließen Filialen oder drehen an der Preisschraube. So gab die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau unlängst bekannt, 15 ihrer 47 Filialen in Südbaden zu schließen. Die Sparkasse Emsland schließt Medienberichten zufolge bis 2022 zwölf Geschäftsstellen. Kunden der Sparkasse Ulm müssen seit April 7,90 Euro für das günstigste Konto bezahlen – zuvor waren es 6 Euro.

Hinzu kommen Kosten, die auf den ersten Blick häufig nicht zu erkennen sind, etwa Gebühren für einen kontaktlosen Zahlungsvorgang mit Giro- oder Kreditkarte. Das zeigt eine Auswertung des Verbraucherportals biallo.de. Den Höchstpreis von 70 Cent je Transaktion verlangt dabei die Niederrheinische Sparkasse Rhein-Lippe beim Kontomodell „Giro Nispa Klassik“. Diese Kosten summieren sich: Bei im Schnitt zwei Kartenzahlungen pro Tag kommen so 504 Euro pro Kunde und Jahr zusammen.

Keine Kontoführungsgebühren, keine versteckten Kosten

Die gute Nachricht: Es gibt immer noch bedingungslos kostenlose Girokonten. Etwa das Top-Girokonto der Norisbank, unser aktueller Testsieger. Aber auch die Girokonten der comdirect, der N26 und der DKB sind bedingungslos kostenlos – also unabhängig von Nutzung oder Geldeingang. Andere Konten sind ebenfalls kostenlos, setzen aber einen monatlichen Mindesteingang voraus, wie etwa das Girokonto der ING. Alle Infos zu den Konten findest du in unserem Girokonten-Vergleich:

Redakteur aus Leidenschaft. ETFs, Online-Banking oder Sterbegeldversicherung: Komplexe Themen hinterfragt Tim so lange, bis er sie verstanden hat – und schreibt dann einen Service-Artikel.
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