Auslandsbörsen: Das solltest du beim Handel im Ausland beachten

Es gibt Situationen, in denen der Handel an einer Auslandsbörse Vorteile bietet. Doch das ist mit etwas mehr Aufwand verbunden. Wir zeigen dir, worauf du beim Handel an ausländischen Börsen achten sollest und bei welchen Brokern das überhaupt möglich ist.

Vorbei sind die Zeiten, in denen der Aktienhandel an Auslandsbörsen zu teuer war, um eine realistische Alternative zu Kauf und Verkauf an inländischen Börsen zu sein. Auch heute noch müssen Anleger:innen mehr hinblättern, wenn sie in den USA oder Japan handeln möchten. Doch es ist günstiger geworden. Andere Fallstricke sind aber dennoch unbequem im Vergleich mit dem reibungslosen Ablauf zum Beispiel an deutschen Börsen.

5 Dinge, die du beim Handel an Auslandsbörsen auf dem Schirm haben solltest

Man könnte annehmen, ob man nun an einer deutschen Börse handelt oder an einer ausländischen, spiele gar keine große Rolle. Der Broker ist in beiden Fällen an den jeweiligen Handelsplatz angeschlossen – und damit funktioniert der Handel gleich. Aber tatsächlich ist das nicht so. Die Fremdspesen vieler ausländischer Börsen zum Beispiel sind deutlich höher als die Gebühren inländischer Handelsplätze.

Auslandsbörsen liegen oft in anderen Zeitzonen

Bei europäischen Börsen ist die Zeitverschiebung natürlich weniger ein Problem. Hier liegt der Unterschied maximal bei ein bis zwei Stunden, je nach Jahreszeit. Du kannst also ungefähr zu deinen üblichen Zeiten handeln. Anders sieht es an US-amerikanischen oder kanadischen Börsen aus. Hier findet der Handel am Nachmittag und Abend mitteleuropäischer Zeit (MEZ) statt. Das mag noch relativ komfortabel sein. Viele Anleger:innen befassen sich gern nach Feierabend mit ihren Investments. Schwieriger wird es da schon, wenn man in den fernen Osten blickt, nach Japan oder Australien. Hier sorgt die Zeitverschiebung dafür, dass du in den Nacht- bis frühen Morgenstunden handeln müsstest.

Meist keine Realtime-Kurse

Was bei inländischen Börsen mittlerweile fast selbstverständlich ist, findet man an den ausländischen Börsen der Broker eher selten: Echtzeitkurse. Meist bieten Broker bei der Kursstellung lediglich Neartime oder gar Vortageskurse an. Wenn du handelst, ist es also sehr wahrscheinlich, dass du nicht die aktuellsten Kursdaten siehst. Bei manchen Brokern kannst du jedoch gegen Aufpreis Echtzeitkurse auch für Auslandsbörsen abonnieren. Ob sich die Kosten für ein solches Abo jedoch lohnen, hängt davon ab, wie oft du an ausländischen Börsen handeln möchtest. Wenn du prinzipiell eine langfristige, eher passive Anlagestrategie verfolgst, dürften sich die Gebühren für Echtzeitkurse nicht rentieren. Daytrader:innen hingegen benötigen die Kurse vielleicht eher.

Limit-Order einrichten

Da beim Handel an einer Auslandsbörse viel Zeit zwischen Kurserhebung, Kursanzeige und Orderausführung vergehen kann, solltest du deinen Orders zur Sicherheit immer ein Limit verpassen. So verhinderst du, dass deine Order zu einem in der Zwischenzeit stark veränderten Kurs ausgeführt wird. Bei Käufen begrenzt du den Preis, den du zu zahlen bereit bist, also nach oben. Bei Verkäufen gilt der umgekehrte Fall.

Nicht alle Wertpapierarten handelbar

So richtig groß ist das Wertpapierangebot vieler Broker an Auslandsbörsen nicht. Meist sind sie lediglich für den Auslandshandel mit Aktien zugelassen. Andere Assetklassen wie Anleihen oder selbst ETFs kannst du bei vielen Brokern nur an inländischen Handelsplätzen kaufen. Nur einige wenige Broker bieten hier eine größere Auswahl: Lynx etwa bietet auch den Handel mit Optionen, Optionsscheinen, Futures, ETFs und Zertifikaten an einigen ausländischen Börsen weltweit an.

Grenzüberschreitender Handel kostet extra

Ein weiteres Problem bei Auslandsbörsen ist der mögliche grenzüberschreitende Handel. Kaufst du an einer ausländischen Börse und möchtest du z. B. an einer deutschen Börse verkaufen, wechselt dabei der Zentralverwahrer. Bei einem Kauf in Kanada z. B. werden deine Aktien vom Canadian Depository for Securities (CDS) verwahrt. Verkaufst du dann deine Aktien an einer deutschen Börse, gelangen sie zur Zentralverwahrung bei Clearstream.

Ein solches Cross-Border-Geschäft ist online meist nicht ohne weiteres möglich. Es bedarf eines Lagerstellenwechsels. Den musst du gesondert bei deinem Broker beauftragen. Diese Dienstleistung kostet extra. Die Preise dafür können von Broker zu Broker sehr unterschiedlich und oft auch hoch ausfallen. Günstig und transparent ist flatex, wo ein Lagerstellenwechsel immer 5,90 Euro kostet. Den Lagerstellenwechsel und damit die Kosten dafür vermeidest du, indem du einfach an der Börse wieder verkaufst, an der du zuvor auch gekauft hast.

Währungskonto einrichten

Solltest du öfter und über eine längere Zeit hinweg an ausländischen Börsen handeln wollen, bietet es sich an, bei deinem Broker zusätzlich ein Währungskonto zu errichten. Die meisten Anbieter haben so etwas im Programm. Auf diese Weise wird bei Transaktionen nicht ständig die Währung getauscht. Hast du ein Währungskonto in US-Dollar, kannst du deine Käufe und Verkäufe von in US-Dollar notierten Aktien ohne Währungswechsel tätigen. Das kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn du Käufe durch in der gleichen Währung ausgezahlte Gewinne finanzierst. Ohne Währungskonto würdest du bei diesem Vorgehen zweimal die Währung tauschen, erst die Gewinne von US-Dollar in Euro und dann für den Kauf wieder von Euro in US-Dollar.  

Achtung bei inländischen Börsen

Das Währungskonto solltest du nur für Transaktionen in der entsprechenden Währung an Auslandsbörsen verwenden. Bei Fremdwährungspapieren an deutschen Börsen hingegen wird immer in Euro umgerechnet.

Diese Konditionen sollten bei einem Broker für Auslandshandel passen

Letztlich hängt die Frage, welcher Broker die besten Konditionen für Auslandsbörsen bietet, natürlich in erster Linie davon ab, was du konkret im Auslandshandel vorhast. Willst du nur Aktien an US-Börsen handeln und nichts weiter, hast du erstens eine große Auswahl möglicher Depots und zweitens halten sich die Kosten dafür auch im Rahmen. Wenn dir jedoch wichtig ist, ebenso komfortabel zu handeln wie an Inlandsbörsen, sollte das Gesamtpaket stimmen. Achte unter anderem auf diese Punkte:

  • Anzahl der Auslandsbörsen: Achte nicht nur darauf, wie viele ausländische Börsen an den Broker angeschlossen sind, sondern auch darauf, welche das sind. Was bringen dir Börsen, an denen du eh nicht handeln möchtest? Versuche den genauen Handelsplatz herauszufinden. „Börsen USA“ kann sehr viel heißen. Willst du an der NYSE handeln, sollte die Börse auch explizit vom Broker genannt sein.
  • Orderkosten: Wie viel kostet eine Order bei deinem Broker, wenn du im Ausland handelst? Das ist eine der zentralen Fragen, die du klären solltet.
  • Fremdspesen: Oft werden Fremdspesen zuzüglich zu den angegebenen Ordergebühren aufgeführt. Da Fremdspesen mitunter sehr hoch ausfallen können, schau hier genau hin. Insbesondere die Börsengebühren der für dich wichtigen Handelsplätze solltest du recherchieren.
  • Kosten für Lagerstellenumbuchung: Wie erwähnt kostet der Wechsel der Lagerstelle bei Cross-Border-Geschäften extra. Der Punkt ist allerdings vernachlässigbar, wenn du deine gekauften Aktien auch wieder an der gleichen Börse (bzw. im gleichen Land) verkaufst.

Geeignete Broker für den Auslandshandel

Depot

Ordergebühr USA:

Ab 5,90 €

Auslandsbörsen:

12 in Europa & Nordamerika

Währungskonto in:

3 Währungen

Trader-Konto

Ordergebühr USA:

Ab 24,95 €

Auslandsbörsen:

22 weltweit

Währungskonto in:

9 Währungen

Depot

Ordergebühr USA:

Ab 12,90 €

Auslandsbörsen:

12 weltweit

Währungskonto in:

12 Währungen

Depot

Ordergebühr USA:

Ab 5,00 $*

Auslandsbörsen:

135 weltweit

Währungskonto in:

23 Währungen*

*Multiwährungsdepot: Automatischer Handel in der Landeswährung der jeweiligen Börse

Saskia ist promovierte Germanistin und arbeitet seit 2017 im Finanzbereich. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Wertpapierdepot sowie bei Unfall- und Sterbegeldversicherung.
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