Gamestop-Rallye, die Zweite: Hohe Zuwächse im März

Erfreuliche Personal-Nachrichten treiben den Kurs bei Gamestop wieder an. Der Computerspiel-Händler scheint das Internet für sich zu entdecken. Doch es wird auch schon wieder spekuliert.

Die Zuwächse der Gamestop-Aktie seit Anfang März erinnern an die Kurssprünge im Januar. Nachdem sich der Kurs zwischenzeitlich beruhigt hatte, stieg er in den vergangenen Tagen wieder stark an: Noch am 24. Februar stand die Aktie bei 40 Euro, am 11. März hingegen bei 250 Euro – und damit fast so hoch wie zur Hochzeit des Hypes Ende Januar.

Umbau zum Online-Händler wird forciert

Die enormen Zuwächse sind wirtschaftlich auch dieses Mal nicht gerechtfertigt, dennoch gibt es einen geschäftlichen Anhaltspunkt, der zumindest eine Kurserholung begründet. Am vergangenen Montag verkündete das Unternehmen, dass es Ryan Cohen als neuen Chef eines Sonderkomitees für digitale Transformation gewinnen konnte. Cohen und Alan Attal, der ebenfalls im Komitee sitzt, kennen sich mit E-Commerce aus: Beide haben den Tierbedarf-Versandhändler Chewy aufgebaut. Bereits sechs Jahre nach Gründung konnte Chewy 2017 für über 3 Milliarden Dollar an die Tierbedarfskette PetSmart verkauft werden. 2018 betrug der Umsatz 3,5 Milliarden Dollar.

Das Komitee hat bereits einige Personalentscheidungen getroffen: Neben einem neuen Chief Technology Officer und zwei Managern für die Bereiche Kundenservice und E-Commerce-Fulfillment wird auch der Posten des Finanzchefs neu besetzt. Gamestop scheint es also ernst zu meinen mit dem Umbau vom stationären Einzelhandel auf das Online-Geschäft. Ryan Cohen jedenfalls möchte Gamestop zum „Amazon der Spiele“ machen, wie BusinessInsider berichtet.   

Spekulationen treiben den Kurs 

Während es beim Unternehmen Gamestop mit langsamen, aber hoffnungsvollen Schritten voran geht, herrscht bei der Aktie Gamestop seit zwei Wochen wieder Ausnahmezustand. Innerhalb dieser Zeit ist der Kurs um knapp 600 Prozent gestiegen. Auch dieses Mal wird der Kurs u.a. aus den sozialen Medien befeuert.

Ein findiger Anbieter von ETFs nutzt diese Dynamik für sich: Der VanEck Vectors Social Sentiment ETF bildet einen Index ab, der die 75 Aktien mit den meisten positiven Kommentaren in sozialen Medien verzeichnet. Doch Jamie Wise, Gründer des Indexes, sieht in diesem mehr als die Möglichkeit, bloße Hypes abzubilden: „Wir nutzen breit aufgestellte Social-Media-Quellen.“ Neben Twitter und StockTwits seien das Yahoo Finance, Benzinga und Reddit.

Im Forenportal Reddit übrigens nahm der Gamestop-Hype seinen Anfang.

Matthias arbeitet seit 2015 für verschiedene Vergleichsportale. Seine Themenschwerpunkte liegen in den Bereichen Wertpapierdepot, Kranken- und Rentenversicherung sowie Baufinanzierung.
Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
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