Negativzinsen: Wenn Banken ein Verwahrentgelt für Guthaben verlangen

Negativzinsen auf Guthaben von Privatkund:innen sind in den letzten Monaten immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Kaum ein Monat vergeht, ohne dass eine oder mehrere Banken verkünden, Minuszinsen einzuführen. Das sogenannte Verwahrentgelt trifft also immer mehr Menschen. Doch wer ist überhaupt betroffen? Und was kann man dagegen tun?

Bei diesen Banken kannst du Negativzinsen vermeiden

Es sind wenige, doch es gibt sie: Banken noch ganz ohne Negativzinsen! Bei manchen Banken fallen zwar Negativzinsen an, allerdings erst ab einer hohen Einlagesumme. Wir stellen dir zwei Banken vor, bei denen du noch um die Negativzinsen herum kommen kannst.

Openbank: Die Openbank, die offizielle Digitalbank der Santander, erhebt bislang noch keine Negativzinsen! Sie eignet sich vor allem für dich, wenn du deine Bankgeschäfte gerne per Handy-App erledigst.

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Immer mehr Banken führen Verwahrentgelte ein

Das Thema Negativzinsen wurde in den vergangenen Jahren viel diskutiert. Früher musstest du dir keine Sorgen machen, dass deine Bank Minuszinsen erhebt. Doch inzwischen haben fast alle Geldinstitute Negativzinsen bei ihren Girokonten oder Tagesgeldern eingeführt. Meist bezeichnen es die Anbieter selbst als „Verwahrentgelt“. Das klingt harmloser, läuft aber auf die gleiche Tatsache raus.

Wieso Banken „Strafzinsen“ verlangen

Die Banken geben letztlich nur die Negativzinsen weiter, die sie selbst bezahlen müssen. Parkt eine Bank Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB), zahlt sie dafür inzwischen Zinsen statt welche zu erhalten. Die Niedrigzinspolitik der EZB soll den Geldhäusern Anreize schaffen, günstige Kredite an Firmen und Verbraucher:innen zu geben, was wiederum die Wirtschaft im Euroraum ankurbeln soll. Doch viele Banken lagern ihr nicht benötigtes Geld bei der EZB zwischen, weil es einfach und sicher ist. Der Negativzins soll Banken das Zwischenlagern weniger schmackhaft machen.

2014 wurde der EZB-Zins daher zum ersten Mal unter 0 gesenkt. Im September 2019 fiel er auf das bisherige Maximaltief von -0,50 Prozent. Die Banken begründen die Weitergabe an ihre Kund:innen damit, dass es für sie aus betriebswirtschaftlicher Sicht nötig ist. Geben sie die Kosten nicht weiter, müssten die Preise anderweitig erhöht werden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch nicht nur der Negativzins belastet die Banken: Durch das Anleihekaufprogramm der EZB sinken zudem die Anleiherenditen vieler Geldhäuser, die in Bundesanleihen investieren.

Für wen gelten die Minuszinsen?

Das Verwahrentgelt können Banken zunächst nur von Neukund:innen verlangen. Sie stimmen mit ihrem Antrag den Preisen zu, die laut Preisverzeichnis für sie gelten. Anders sieht es aus, wenn du schon Konten bei einer Bank hattest, bevor diese einen Minuszins veranschlagt hat. Eine Einführung ohne individuelle Benachrichtigung ist nicht rechtens, wie das Landgericht Tübingen urteilte.

Es gab jedoch Fälle, in denen Banken ihren Kund:innen persönliche Briefe zukommen ließen, die über die Einführung eines Verwahrentgelts informierten. Doch steht es allen frei, diese Vereinbarung nicht zu unterzeichnen. Dann gilt der negative Zinssatz erst einmal nicht.  Ob die Bank den Vertrag mit dir dann allerdings dauerhaft aufrecht hält, ist nicht gesichert.

Zinshöhe und Anlagesumme: Ab wann zahlt man ein Verwahrentgelt?

Wie in fast allen Fällen hängt es von der Bank ab, auf welche Produkte bzw. ab welcher Summe sie einen Negativzins erhebt und wie hoch dieser ausfällt. Verlangen Banken ein Verwahrentgelt, dann in der Regel auf ihre Girokonten sowie Tages- oder Festgelder.

Die gute Nachricht: Als Normalverdiener hast du gute Chancen, dass du keine Minuszinsen auf deine Einlagen zahlen musst. In der Regel liegt die Schwelle bei 50.000 oder gar 100.000 Euro. Es gibt jedoch auch Banken, die bereits ab 20.000 Euro negative Zinsen verlangen. Das sind jedoch Ausnahmefälle. Viele Anbieter erheben sogar erst ab 500.000 Euro eine Gebühr. Du musst also schon sehr viel Geld auf der hohen Kante haben, damit der Negativzins Auswirkungen auf dich hat. Für Kund:innen, die derart viel Geld auf ihrem Girokonto parken, dürften die Strafzinsen ohnehin Peanuts sein.  

Tipp:

Achte genau darauf, für welche Produkte der Negativzins gilt. Es gibt hier keine einheitliche Regelung. Manche Banken zählen jedes Konto einzeln, bei anderen gilt die Summe all deiner Anlagen, also beispielsweise für Guthaben auf dem Girokonto und dem Tagesgeld zusammengerechnet.

In den meisten Fällen geben die Geldinstitute den Zinssatz der EZB eins zu eins an dich weiter. Das heißt, es fällt ein Minuszins von 0,50 Prozent für die Beträge an, die die festgelegte Schwelle überschreiten. In Einzelfällen ist mehr oder weniger möglich. Ein regelmäßiger Blick auf den Referenzzinssatz der EZB ist also angebracht: Sinkt der Zins weiter, ist es wahrscheinlich, dass auch die Banken nachziehen.

Diese Banken verlangen Negativzinsen

Mittlerweile verlangen hunderte Banken Negativzinsen – von regionalen Sparkassen und großen Filialbanken, bis hin zu Direktbanken ist alles dabei. Auch wenn letztere wegen geringerer Betriebskosten später mit der Einführung begonnen haben, ziehen auch sie jetzt nach. Experten glauben, dass jede Bank früher oder später Minuszinsen erheben wird, wenn die Zinspolitik so bleibt wie jetzt. Wir haben einen Blick auf die Banken geworfen, die bei unseren Kund:innen am beliebtesten sind. Untenstehend findest du eine Übersicht bekannter und beliebter Banken, die derzeit (Stand: 16.11.2021) ein Verwahrentgelt verlangen:

BankVerwahrentgeltab EinlagensummeDirekt zum Anbieter
PSD Bank Nürnberg0,5%10.000 €Zur PSD Bank Nürnberg
ING0,5%50.000 €Zur ING
Nuri0,5%variabel*Zu Nuri

*Kunden mit einer durchschnittlichen Kontoeinlage von über 50.000 € innerhalb eines Kalendermonats werden mit dem aktuellen Zinssatzes der Einlagenfazilität der Europäischen Zentralbank belastet. Die Gebühr fällt nur in Zeiten von Negativzinsen an.

Tomorrow0,5%50.000 €Zu Tomorrow
Vivid0,5%250.000 €Zu Vivid
comdirect0,5%50.000 €Zur comdirect
Commerzbank0,5%50.000 €Zur Commerzbank
Deutsche Bank0,5%50.000 €Zur Deutschen Bank
DKB0,5%25.000 €Zur DKB
N260,5%50.000 €Zur N26
norisbank0,5%50.000 €Zur norisbank
Postbank0,5%50.000 €Zur Postbank
Sparkasse0,5%unterschiedlich je SparkasseZur Sparkasse
VR Bank0,5%unterschiedlich je VR BankZur VR Bank
Targobank10 bis 50€50.000 €Zur Targobank

Was tun, wenn meine Bank Minuszins verlangt?

Wechselst du zu einer neuen Bank, die Negativzinsen verlangt, hast du keine andere Wahl, als dem zuzustimmen. Führt deine bisherige Bank ein Verwahrentgelt ein, hast du mehrere Möglichkeiten.

  • Du stimmst dem Schreiben nicht zu bzw. du widersprichst den Vertragsänderungen schriftlich. Jedoch kann die Bank deinen Vertrag jederzeit kündigen, wenn du nicht zustimmst. Solche Fälle gab es in der Vergangenheit schon, vor allem bei sehr vermögenden Kund:innen.
  • Als Alternative bleibt dir, selbst zu kündigen und den Anbieter zu wechseln. Jedoch gibt es kaum noch Banken, die kein Verwahrentgelt erheben. Früher oder später wirst du also um das Thema nicht herumkommen. Daher lohnt es sich, unabhängig von deinem Anbieter Auswege aus der Situation zu suchen. Folgende Optionen hast du:
  • Du teilst dein Geld auf: Du musst nicht dein ganzes Erspartes bei einem Geldinstitut lagern. Erhebt deine Bank zum Beispiel Minuszinsen aufs Girokonto, kannst du dir entweder ein Zweitkonto suchen, bei dem du einen Teil deines Vermögens anlegst, oder du eröffnest ein Sparkonto. Je nachdem, wie lange du auf dein Geld verzichten kannst, bietet sich hier entweder Tages- oder Festgeld an. Prüfe jedoch vorab, ob und ab wann die Bank auch hier etwaige Negativzinsen verlangt.
    Hast du über 100.000 Euro zur Verfügung, ist es dann auch aus einen anderen Grund sinnvoll, das Geld aufzuteilen: Wenn deine Bank nur der gesetzlichen Einlagensicherung unterliegt. Denn hier sind Einlagen über 100.000 Euro im Pleitefall nicht abgesichert.
  • Du orientierst dich neu: Hast du viel Guthaben, lohnt es sich, dein Geld nicht auf Giro- oder Sparkonten versauern zu lassen. Auf diese Konten gibt es ohnehin bis auf wenige Ausnahmen nur wenig oder gar keine Zinsen. Dein Geld verringert sich dank Inflation und Minizinsen eher, als dass du hier Gewinne machst. Auch konservative Sparer:innen sollten sich daher spätestens jetzt mit Depotkonten, automatisierter Vermögensverwaltung oder Crowdinvesting vertraut machen. Diese Anlagen bieten keine garantierte Rendite wie Sparbücher und Co., haben aber potenziell höhere Gewinne. Für Neulinge lohnt sich vor allem ein Blick auf ETFs.

Positive Negativzinsen: Kredite mit Minuszinsen

Das niedrige Zinsniveau ist für Sparer:innen ärgerlich, doch wer einen Kredit aufnimmt, profitiert davon: Kreditzinsen sind so niedrig wie nie. Mittlerweile bieten einige Banken und Kreditvermittler schon Negativzinsen auf Kredite. Ja, du hast richtig gehört: Du bekommst am Ende Geld, wenn du einen Kredit aufnimmst. Grundsätzlich solltest du aber immer stutzig werden, wenn ein Angebot zu schön klingt, um wahr zu sein. Solche Angebote sind nämlich selten, gelten oft nur für Kleinkredite und bei ausgezeichneter Bonität. Auch Verbraucherschützer sehen die Produkte kritisch und halten sie für Marketing-Gags und Lockangebote.

Häufige Fragen zum Negativzins

Du hast noch offene Fragen oder keine Zeit für den ganzen Text? Dann bist du bei unseren FAQs genau richtig.

Wann zahlt man Negativzinsen?

Negativzinsen zahlst du als Neukund:in bei vielen Banken. Bestandskund:innen sind meist noch verschont, solange sie keine Mitteilung bekommen, dass auch bei ihnen der Minuszins eingeführt wird. Im Normalfall wird der Minuszins erst ab einer relativ hohen Summe fällig.

Was ist das Verwahrentgelt bei Banken?

„Verwahrentgelt“ ist der Begriff, den Banken für den Negativzins verwenden. Es handelt sich dabei jedoch immer um einen Zins, keinen fixen Betrag.

Wie hoch sind die Minuszinsen?

Das hängt von der Bank ab. Die meisten richten sich nach dem aktuell gültigen EZB-Referenzzinssatz. Dieser liegt derzeit bei 0,50 Prozent p.a. (Stand November 2020). Ändert sich dieser, ist es wahrscheinlich, dass auch viele Banken nachziehen.

Muss ich Negativzinsen zahlen, auch wenn ich Guthabenzinsen auf Tagesgeld bekomme?

Sofern deine Bank ein Verwahrentgelt auf Tagesgeldkonten erhebt, musst du Negativzinsen zahlen. Das bedeutet, dass bis zu einem bestimmten Betrag Guthabenzinsen abfallen und du für alle höheren Beträge Zinsen an die Bank zahlen musst. Das solltest du aber vermeiden, wenn sich das Tagesgeld lohnen soll.

Welche Bank verlangt Negativzinsen?

Inzwischen verlangen sehr viele Banken Minuszinsen und es werden fast monatlich mehr. Weiter oben im Text haben wir dir eine Liste unserer Top-Banken zusammengestellt, die derzeit Minuszinsen verlangen.

Kann man etwas gegen die Minuszinsen tun?

Erhebt deine Bank ein Verwahrentgelt, kannst du dem nur entgehen, indem du unter dem Anlagewert bleibst oder du dein Geld bei mehreren Banken anlegst. Du solltest dir auch Alternativen überlegen, beispielsweise eine Geldanlage in Wertpapiere.

Video: Negativzins kurz erklärt

Hier noch einmal eine schöne Kurzzusammenfassung zum Thema Negativzinsen des Bayerischen Rundfunks:

Julia bewegt sich seit 2011 im Umfeld Finanzen. Als Expertin für Verbraucherthemen wie Girokonto, Kreditkarte und Depot hat die studierte Germanistin und Amerikanistin immer einen Tipp auf Lager.

Bist du auch von Negativzinsen betroffen?

Verlangt deine Bank schon Negativzinsen? Wie entgehst du dem Verwahrentgelt? Tausch dich hier mit der Community aus.

Stilisierte Sprechblasen in Schwarzweiß Diskussionsforum
  • Die Volksbank Stuttgart verrechnet übrigens mein Sparguthaben mit dem Freibetrag, den sie „freiwillig“ für mein Girokonto gewährt. Der gute Tipp, sein Geld nicht auf dem Girokonto zu lassen, sondern auf Sparkonten „aus zu lagern“, ist damit leider hinfällig. Wegen der ausdrücklich erwähnten „Freiwilligkeit der Gewährung des Freibetrages“ kann ich mich nach der Zustimmung noch nicht einmal darauf verlassen, dass sie nicht morgen schon den Freibetrag nach belieben senken.

    • Hallo Stuttgarter,

      tatsächlich senken viele Banken die Freibeträge immer weiter und verschärfen gleichzeitig die Bedingungen. Was dir bleibt: Du könntest dein Erspartes auf mehrere (kostenlose) Konten verteilen, damit du jeweils unter dem Freibetrag bleibst. Allerdings ist der Aufwand groß und die Auswahl an kostenlosen Girokonten inzwischen übersichtlich.
      Schau dazu doch mal in unseren Girokonten-Vergleich: https://www.testsieger-konto.de/girokonto/
      Unser Tipp ist allerdings, zumindest den Teil des Geldes, auf den du eine Zeit lang verzichten kannst, in Wertpapiere – vorzugsweise in breit gestreute Fonds und ETFs – anzulegen. So vermeidest du nicht nur Negativzinsen sondern hast auch noch die Chance durch deine Rendite der Inflation entgegenzuwirken.
      Ein passendes Depotkonto findest du hier: https://www.testsieger-konto.de/depotkonto/

      Beste Grüße,
      Tim (Redaktion)

  • Ich vermisse in dieser Diskussion zwei Punkte:

    1. Die Banken bezahlen ja keine 0,5% für all das Geld, das sie bei der EZB „parken“.
    Die EVB gewährt ihnen auch hohe Freibeträge. Nicht umsonst reden die Verbraucherschützer in diesem Zusammenhang davon, dass die Banken die Situation ausnutzen um über ihre Kunden noch davon zu profitieren. Außerdem zwingt die Banken ja niemand, ihr (unser) Geld bei der EZB zu „parken“. Da es ja auch immer noch Kredite und Hypotheken gibt, liegen auch sicher nicht 100% aller Einlagen einer Bank bei der EZB.

    2. Wie steht es eigentlich um den öffentlich rechtlichen Auftrag der Sparkassen?
    Steht da nicht irgendwo, dass die Sparkassen für die Sicherung und Vermehrung der Einlagen der Sparer sorgen müssen? Wie geht das zusammen mit Geschäftsmodellen, bei denen man offensichtlich bemüht ist, das Maximum aus jedem Kunden heraus zu holen? Und sind Kündigungen überhaupt in jedem Fall möglich? Muss nicht jeder Bürger Zugang zum bargeldlosen Zahlungsverkehr haben?

    • Hallo MK,

      ich habe dir ein Forum herausgesucht, in dem es genau um dieses Thema geht. Dort kannst du dich mit anderen Betroffenen austauschen.

      Außerdem haben wir eine News zu diesem Thema veröffentlicht.

      Bedingungslos kostenlose Girokonten bieten beispielsweise die Nuri Bank, Openbank oder Vivid Money an.

      Viele Grüße
      Jasmin (Redaktion)

    • Hallo liebe:r User:in,

      du hast natürlich recht! Da hat sich ein Fehler eingeschlichen. Danke dir für den Hinweis!

      Viele Grüße
      Jasmin (Redaktion)

  • Wir haben diese Woche von der Postbank Verwahrgelt-Nachträge für fünf Geschäftskonten ab 0,01 € erhalten.

    Damit wird doch überhaupt keine Kontennutzung mehr sinnvoll. Ist das überhaupt noch rechtlich haltbar ??

    • Hallo!

      Inwiefern die Einführung von Verwahrentgelt auf einer sicheren rechtlichen Grundlage steht, ist bislang fraglich. Aktuell gibt es immer wieder Gerichtsurteile, die die Einführung von Verwahrentgelt als unzulässig betrachten. Das letzte steht erst seit wenigen Tagen, wir berichteten hier. Die Verbraucherschutzzentrale hat einen aufschlussreichen Artikel zum Thema Verwahrentgelt veröffentlicht. Darin erfährst du auch, welche Möglichkeiten du hast, wenn du dich mit den Änderungen nicht einverstanden erklärst.

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

  • Die EZB hat mit Ihrer 0 % Zinspolitik schon einen große Schäden angerichtet. Angeblich soll mit niedrigen Zinsen die Wirtschaft angekurbelt werden. Tatsächlich verlieren Sparer die Zinserträge und eine Altersvorsorge wird erheblich er-schwert. Die Banken können sich kostenlos Geld bei der EZB besorgen und haben es nicht mehr nötig Zinsend für Guthaben zu zahlen bzw. attraktive Angebote für Bankkunden zu entwickeln. Bankkunden werden nicht mehr als Sparer, die Geld für Kredite / Darlehen zur Verfügung stellen, sondern nur noch als GELDPARKER.
    Die Zinsen für Dispo- und andere Kredite sind immer noch sehr hoch.
    Als Folge daraus wurde sehr viel Geld in Mobilien investiert, was aber andererseits nicht zu preiswerten Angeboten auf dem Wohnungsmarkt geführt hat. Ganz im Gegenteil sind sowohl die Immobilienpreise und Mieten in letzten Jahren ungewöhnlich stark gestiegen. Preiswerter Wohnraum ist mehr schwieriger zu finden. Viele ältere Menschen können teilweise die immer weiter ansteigen Mietzinsen kaum noch mit den „geringen“ Rentenzahlung bezahlen.
    Der Traum von eigenem Wohnraum / Haus wird auch immer schwieriger zu realisieren.
    Gerade ältere Menschen können Guthaben – sofern vorhanden – nicht beliebig angelegen. Man kann z.B. negative Kursschwankung am risikoreichen Aktienmarkt nicht mehr evtl. aussitzen bzw. auf bessere Zeiten hoffen.
    Die verrückte Politik der EZB muss bald gestoppt werden bevor noch mehr Schaden verursacht wird.

    • Hallo Sparfuchs,

      die Frage, wie bzw. wo man sein Geld am besten anlegt, ist tatsächlich immer schwieriger zu beantworten. Zwei gute Möglichkeiten, dem Verwahrentgelt zu entgehen, gibt es allerdings noch: 1. Eröffne ein Konto bei einer Bank, die noch keine Negativzinsen erhebt. Das ist zum Beispiel bei der Consorsbank und der Tomorrowbank der Fall. 2. Eröffne zusätzlich zu deinem Giro- oder Sparkonto ein Depot. So kannst du zum Beispiel in ETFs investieren und sie besparen. Damit umgehst du nicht nur die Negativzinsen, sondern profitierst in aller Regel von einer guten Rendite. Schau dich doch mal in unserem Depot-Vergleich nach passenden Brokern um!

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

      • Meist liegt der Ausgabaufschlag bei 5% und der Ausgabepreis liegt immer höher als der Ankaufpreis. D.h. der Fond muss um mehr als 5% steigen, damit man keinen Verlust erleidet. Der vielumworbene Cost-Average-Effekt kann auch das Gegenteil bewirken und man muss am Ende einen langen Atem haben um ein Tief durchzuhalten. Es kann also durchaus sein, dass der Wert stetig steigt, im Zieljahr aber gerade ein Tief durchläuft, was vielleicht sogar länger anhält. Dann ist man Rentner, kann nicht mehr investieren und muss, sofern man das Geld benötigt (wofür die Sparzeit ja gedacht war) erhebliche Verluste hinnehmen.

        Einen sicheren, risikolosen Gewinn machen hingegen die Banken.

        Die ganze Zinspolitik und Bewerbung der Aktien, Fonds und ETF’s soll nur eins bewirken. Der Bürger soll nicht sparen für schlechte Zeiten, sondern sein Geld muss in den Umlauf!

        • Hallo!
          Ganz so pessimistisch sehen wir das nicht. Die meisten Online-Broker – beispielsweise die Consorsbank oder Smartbroker – bieten ihren Kundinnen und Kunden mittlerweile Rabatte auf den Ausgabeaufschlag, so dass viele Fonds für eine geringe oder keine Gebühr zu haben sind. Investierst du in ETFs, fallen zusätzlich die Managementgebühren weg. Es gibt also mittlerweile viele gute Möglichkeiten, in Wertpapiere zu investieren, ohne zunächst hohe Gebühren zu zahlen. Außerdem solltest du nicht dein ganzes Geld in Wertpapiere investieren, sondern es auf verschiedene Konten aufteilen. Eine Möglichkeit ist zum Beispiel das 6-Konten-Modell. Auf diese Weise kannst du ein Tief, wie du es beschreibst, überbrücken.
          Viele Grüße,
          Saskia (Redaktion)

  • Die Übersicht der Banken ist nicht mehr ganz aktuell? Ich habe einen Brief erhalten von der comdirect Bank – und soll ab 50.000 EURo Verwahrentgelt bezahlen – dabei bin ich seit sehr vielen Jahren bereits dort Kunde.

    • Hallo!

      Auf den Seiten der comdirect stößt man auf diese Informationen: https://www.comdirect.de/suche?q=Verwahrentgelt&from=Header&site=comdirect . Wir haben unsere Seite entsprechend konkretisiert. Dass du als jahrelanger Bestandskunde allerdings bereits ab 50.000 Euro Verwahrentgelt bezahlen sollst, geht daraus nicht hervor. Du solltest bei der comdirect nachfragen. Gib uns gerne Rückmeldung!

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

      • Hallo Sakia,
        ich habe selber nachgefragt bei der Comdirect , für langjährige Kunden gibt es keine Verwahrgebühr.
        Bei höheren Einlagen geht man auf die Kunden zu und sucht nach individuellen Lösungen .
        Gruss
        GuKo

          • Wir haben heute als langjährige Kunden bei Comdirekt auch ein Schreiben bekommen und müssen Verwahrentgeld bezahlen. Auf das Tagesgeld plus Giro. Wird nicht gesondert berechnet. Da wir als Ehepaar ein gemeinsames Konto haben wird es auch nicht verdoppelt, sondern auf diese Summe zahlen wir. Wir könnten nur ein 2. Konto eröffenen und nicht mehr gemeinsam.

          • Hallo liebe:r User:in,

            ob man Verwahrentgelt bezahlen muss oder nicht, hängt nicht nur vom Neukund:innenstatus ab, sondern auch von der Höhe des Betrags, der beispielsweise auf dem Tagesgeldkonto liegt. Seitens der comdirect heißt es: „Bei hohen Einlagen möchten wir diesbezüglich individuelle Vereinbarungen mit unseren Kunden schließen. In diesem Fall erhalten Sie ein separates Schreiben von uns.“ (Quelle: https://www.comdirect.de/suche?q=Verwahrentgelt&from=Header&site=comdirect).

            Viele Grüße,
            Saskia (Redaktion)

  • Vorsich bei comdirect Bank-> zählt etliche Konten zusammen und nennt es „pro Kundenverbindung“
    Zitat aus dem aktuellen Preis-Leistungs-Verzeichnis von comdirect:
    „Eine Kundenverbindung definiert sich durch sämtlich unter einer identischen Kundennummer geführten Produkte wie z.B.: Girokonto, Tagesgeld, Plus-Konto, Verrechnungskonto, CFD-Konto und Wertpapierkreditkonto“.
    Wie nett, und vor allem das „z.B.“ in der Formulierung lässt noch taktisch geschickt so einiges an rechtlichem Spielraum offen.
    … wie war das mit den Schelmen … ? 😀
    Grüße !

  • PS Antwort von DKB ist doch die beste Bank 🙂
    „1. Für alle Konten, die vor dem 03.12.2020 eröffnet wurden, fällt
    kein Verwahrentgelt an.

    2. Für alle Konten, die ab dem 03.12.2020 eröffnet wurden, fällt
    das Verwahrentgelt für Guthaben oberhalb von 100.000 Euro an.

    3. Für alle Konten, die ab dem 01.09.2021 eröffnet werden, fällt
    das Verwahrentgelt für Guthaben oberhalb von 50.000 Euro an.“

  • ich erwarte eine > 500.000 summe bei der DKB
    werde wohl auf x Konten wie Consors und Weltsparen (Tagesgeld) dort gibt es immerhin +% Zins 🙂

  • Ich hatte mein Geld einmal zum S p a r e n angelegt.Wenn meine Bank nun Geld von m i r verlangt,damit sie damit arbeiten kann, finde ich das mehr als unsozial – das ist für mich fsst krimininell.

    • Hallo,

      wir verstehen deinen Unmut. Jedoch steht dir jederzeit frei, dein Gespartes auf mehrere Konten aufzuteilen, um so einem Verwahrentgelt zu entgehen. Alternativ könntest du dein Geld auch in Aktien oder Depots anlegen.

      Viele Grüße,
      Jasmin (Redaktion)

    • Hallo Stahl,

      leider geht aus deinem Kommentar nicht hervor, was genau du wissen möchtest. Willst du darauf hinweisen, dass es die Möglichkeit gibt, im Ausland Geld anzulegen, ohne Negativzinsen zahlen zu müssen? Oder brauchst du einen Tipp für ebenso eine Geldanlage?

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

  • Auch ich habe vor einigen Tagen einen Brief von der Postbank bekommen, dass ich eine Zusatzvereinbarung für das sog. Verwahrentgelt unterschreiben soll. Laut Postbank räumt man mir einen Freibetrag von 50000 EUR ein. Unter „Besondere Bedingungen Postbank“ in Punkt 1 steht: Für die Verwahrung von Einlagen Girokonten….. zahlt der Kunde der Bank „pro Konto“ ein variables Entgeld. Bedeutet dies, dass man ein zweites Konto eröffnen kann, um dann den Freibetrag zu erhöhen – also 2 x 50000 EUR

    • Hallo Sparfuchs!

      Da unter Punkt 2 steht: „Die Bank kann dem Kunden dabei einen separat zu vereinbarenden Freibetrag pro Konto einräumen, für den sie kein Verwahrentgelt berechnet“, teilen wir deine Einschätzung erst einmal. Allerdings steh hier auch „kann“ und nicht „räumt ein“. Wie genau der Passus bei der Postbank je Kundin oder Kunde ausgelegt wird, können wir dir leider nicht sagen. Unser Tipp: Auf keinen Fall unterschreiben, bevor du nicht Rücksprache mit deinem Bankberater oder deiner Bankberaterin gehalten hast. Teile uns gerne das Ergebnis deiner Nachfrage mit!

      Viel Erfolg!
      Saskia (Redaktion)

  • Ich habe gerade heute einen Brief von der Postbank bekommen, daß ich eine Zusatzvereinbarung für das sog. Verwahrentgelt unterschreiben soll. Ich bin bei der Postbank seit über 60 Jahren Kunde und werde diese Vereinbarung selbstverständlich nicht unterschreiben, sondern zunächst einmal versuchen, in einem Gespräch zu klären, wie sich
    die Bank dazu stellt.
    Ich werde ansonsten mein Geld ins außereuropäische Ausland transferieren und mir eine andere Bank suchen.

    • Hallo!

      Wir können dich in deiner Entscheidung, diese Zusatzvereinbarung erst einmal nicht zu unterschreiben und stattdessen das Gespräch mit der Postbank zu suchen, nur bestärken. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hält Verwahrentgelte für private Kunden grundsätzlich für unzulässig und lässt diese Frage aktuell gerichtlich klären. Wir berichteten hier.
      Lass uns gerne wissen, wie dein Gespräch ausgegangen ist!
      Falls du dich tatsächlich nach einem neuen Konto umschauen musst, können wir dir die Girokonten der Consorsbank und der Tomorrowbank empfehlen. Beide kommen derzeit noch ohne Negativzinsen aus.

      Viele Grüße,
      Saskia (Redaktion)

  • Auch ich habe kürzlich Post von meiner Postbank bekommen, in der mir eine Einverständniserklärung zu den 0,5% Strafzinsen unter breitet wird und das bei einem Guthaben ab 50 000 € ! Sollte ich mich weigern diese zu unterschreiben, wird die Postbank mein Konto kündigen! Danke liebe Postbank, es wird nun Zeit mein Guthaben auf andere Banken zu verteilen, die derzeit noch die Schwelle bei 100000 € belassen. Man will so natürlich auch den Sparer in andere Geldanlagen drängen, wie zB. Aktien etc. Dabei läßt sich auch an den Verwaltungsgebühren verdienen. Logisch, ein Schelm wer schlechtes denkt!

  • Meine VB-Lüneburger Heide eG. erhebt ab dem 1. Dezember 2020 bei Privatkonten einen Negativzins von o,5%
    ab € 100000,00 Kontenbestand.
    MfG. Rüdiger Schlicht

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